Ökologie und Wohnbau - Update

1. Forschung zu Nutzerverhalten und Energieverbrauch - Graz/Österreich 2. Sustainable Building & Solar Energy 2001 - Brno/Tschech. Republik 3. Österreichische Energietage - Kiew/Ukraine1. Forschung zu Nutzerverhalten und Energieverbrauch - Graz/Österreich

Höchster Wohnkomfort bei niedrigsten Energiekosten - das ist der Anspruch der Wohnanlage "Solarsiedlung am Plabutsch" in Graz, deren Planung durch Architekt Lari mit dem Großen Österreichischen Wohnbaupreis ausgezeichnet wurde. Durch planerische und bauliche Maßnahmen weist das Projekt einen rechnerischen Heizenergiebedarf von nur 32 kWh/m”a auf. Je nach Nutzung kann dieser sich laut Simulationen auf bis zu 11,5 kWh/m”a reduzieren. Da das Verhalten der Wohnungsbenutzer insbesondere bei Gebäuden mit einem hohen Potential an passiver Sonnenenergienutzung einen wichtigen Faktor für den tatsächlichen Energiebedarf darstellt, wurde die Wohnanlage zweieinhalb Jahre lang messtechnisch erfasst. Das Ziel dieses Forschungsprojekts bestand darin, den "menschlichen Faktor" im gesamten Energiesparpotential näher zu erfassen, und eine Grundlage für Strategien zur Ausschöpfung dieses Potentials zu schaffen. Die Messungen wurden im Oktober 2001 abgeschlossen. Eine vollständige Auswertung der Messdaten, ergänzt durch die Ergebnisse einer Umfrage unter den Bewohnern, soll in Kürze vorliegen.

2. Sustainable Building & Solar Energy 2001 - Brno/Tschech. Republik

Am 15. und 16. November 2001 fand in Brno die internationale Konferenz "Sustainable Building & Solar Energy 2001" statt. Fachleute aus ganz Europa beschäftigten sich mit Fragen der Energie und Nachhaltigkeit; ein Schwerpunkt lag auf der Erschließung von Einsparpotentialen im Wohnbau, wo Sanierungsmöglichkeiten von strategischer und gesellschaftlicher Tragweite aufgezeigt wurden. Um im Rahmen des EU-Beitritts und internationaler Abkommen die Schadstoffemissionen zu senken, muss in der Tschechischen Republik der Energieverbrauch im Wohnbau massiv eingedämmt werden. Dabei kommt der energie- und umweltgerechten Sanierung von Plattenbauten eine zentrale Rolle zu. In der Tschechischen Republik bestehen 1,1 Mio. Wohnungen in Plattenbauweise, davon 70.000 in Brno. Ein Vortrag von Architekt Lari präsentierte die im Rahmen der
Tschechisch-Österreichischen Energiepartnerschaft ausgearbeiteten Strategien zur Sanierung von bestehenden Wohnbauten auf Niedrig-Energie-Niveau, insbesondere in Fertigteilbauweise. Das angewandte Modell ist multiplizierbar und lässt sich auf die jeweiligen Rahmenbedingungen in den Ländern Mittel- und Osteuropas anpassen.

3. Österreichische Energietage - Kiew/Ukraine

Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger standen im Mittelpunkt der Österreichischen Energietage, die vom 15. bis 17. Oktober 2001 in Kiew stattfanden. Veranstaltet von der Wirtschaftskammer Österreich, boten die Energietage die Gelegenheit zur Vernetzung österreichischer Kompetenzen mit ukrainischen Innovations- und Sanierungsprojekten. Die Ukraine importiert derzeit 60% der zur Bedarfsdeckung erforderlichen Energie. Vor allem im Wohnbau könnte durch gezielte Sanierungsprogramme, sowie durch moderne Strukturen und Rahmenbedingungen für Neubauten, ein enormes Einsparpotenzial erschlossen werden. Von der Gesamtwohnfläche in der Ukraine (1,21 Mrd. m”) entfallen 400 Mio. m” auf Plattenbauten; ihr jährlicher Energieverbrauch beträgt 20-25 Mio. Tonnen Einheitsbrennstoff. Ein Beitrag von Architekt Lari befasste sich mit den Möglichkeiten der Sanierung dieses Bestandes und dem damit verbundenen Sparpotenzial.


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