Großflächenziegel statt Wellplatten

Nur sechs Stück pro Quadratmeter: Bis zu 175 Quadratmeter pro Tag / „Leichtgewicht“ für wenig belastbare Tragkonstruktionen Dachziegel auf großen Hallendächern, im Landwirtschaftsbau auf Scheunen, Reithallen oder Stallungen sind bisher eher selten. Zu schwer, zu klein, zu unwirtschaftlich? In Gladbeck entschied sich Gestütsbesitzer Michael Gutsche jetzt für Dachziegel statt Wellplatten: 1.300 Quadratmeter für den extrem leichten, zur Zeit größten Flächenziegel "Nibra DS 5" von Nelskamp. Bis zu 175 Quadratmeter Dachflächen wurden von Zimmermeister Winfried Aurich innerhalb eines Tages mit drei Leuten eingelattet und eingedecktDachziegel auf großen Hallendächern, im Landwirtschaftsbau auf Scheunen, Reithallen oder Stallungen sind bisher eher selten. Zu schwer, zu klein, zu unwirtschaftlich? In Gladbeck entschied sich Gestütsbesitzer Michael Gutsche jetzt für Dachziegel statt Wellplatten: 1.300 Quadratmeter für den extrem leichten, zur Zeit größten Flächenziegel "Nibra DS 5" von Nelskamp. Bis zu 175 Quadratmeter Dachflächen wurden von Zimmermeister Winfried Aurich innerhalb eines Tages mit drei Leuten eingelattet und eingedeckt.

Die Praxis zeigt: Flächenziegel ist nicht gleich Flächenziegel. Von zeitsparenden und verarbeitungsfreundlichen Vorteilen des erst vor wenigen Monaten in den Markt eingeführten "Nibra DS 5" überzeugte sich Zimmermeister Winfried Aurich bei der Eindeckung der Stallungen und des Wohngebäudes des Gestüts "Top Point" in Gladbeck.

Der ehemalige Bauernhof hat keine aufregende Geschichte. Das Wohngebäude aus dem Jahr 1898 soll einmal ein Forsthaus gewesen sein. Ein angrenzender Schafstall stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Zwei Stallgebäude und ein Gesindehaus kamen im Jahr 1956 hinzu. Ab Mitte der 60er Jahre wurden dann Trab-Rennpferde in den Stallungen untergebracht und auf dem Hofgelände trainiert.

Die Liebe zum Pferdesport war wesentlicher Grund, warum sich Steuerberater Michael Gutsche aus Oberhausen für das Objekt interessierte. Er suchte für seine Trabrennpferde Einstell- und Trainingsmöglichkeiten in der Nähe des Ruhrgebietes. Der äußerst sanierungsbedürftige Zustand der Gebäude und Außenanlagen schreckten ihn nicht ab: "Als Pächter hätte ich die erforderlichen Renovierungen und Umbauten sicher nicht vorgenommen."

Er erwarb im Jahr 2000 das Anwesen mit seinen rund acht Hektar Wiesen, um es nach seinen Vorstellungen umzugestalten. In einer ersten Baustufe wurden die Stallungen komplett entkernt und moderne, helle Boxen für 30 Pferde angelegt. Danach galt das Hauptaugenmerk der Modernisierung bzw. dem Neubau von Trainingsanlagen, wie z.B. Führanlage und Sandbahn.


Optisch überzeugend

In der zweiten Baustufe wurden jetzt die Dächer der Stallungen und des Wohnhauses neu eingedeckt. Bei der Auswahl des Eindeckungsmaterials legte Gutsche neben der kurzen Bauzeit Wert auf Ziegel als Baustoff. "Die bisherige, teilweise defekte Eindeckung aus Wellplatten wirkte nicht nur unansehnlich, sondern war durch Asbestbelastung für Mensch und Tier gesundheitsgefährdend".

Genau in dieser Zeit brachte Nelskamp den Nibra DS 5 auf den Markt. Tonziegel gehören nicht nur zu den traditionellen Eindeckungsmaterialien von Stallungen, sondern garantieren aufgrund ihrer hohen Witterungsbeständigkeit eine besonders dauerhafte Lösung.


Leichtes Handling

Im Sommer 2002 begann die Holz- und Dachbaufirma Aurich aus Oberhausen mit der Neueindeckung. Für Winfried Aurich eine Premiere: "Auf den ersten Blick hatten meine Mitarbeiter angesichts des großen Formates schon leichte Bedenken. Bei der Verlegung zeigte sich aber, dass der Ziegel trotz seiner Größe überraschend gut zu handhaben ist."

Wesentlicher Grund ist das relativ geringe Gewicht von 5,4 Kilogramm pro Stück. Das wirkt sich auch bei der Dachstatik positiv aus: Gegenüber normalformatigen Ziegeln reduziert sich die Belastung der Dachtragkonstruktion um knapp ein Drittel.


Hohe Eindeckungsleistung

Die Eindeckung der großen Flächen der einzelnen Gebäude stellte erwartungsgemäß keine besonderen Anforderungen. Ihre Dachneigung variierte zwischen 30 und 45 Grad. Vor allem Wirtschaftlichkeit war gefragt. Aurich: "Bei großen Dachflächen ohne Aufbauten und einer einfachen Dachunterkonstruktion zählen Materialpreis und die erzielten Quadratmeter pro Stunde".

Um Zeit und Material einzusparen, nutzte er mit 50 Zentimetern fast die maximal mögliche Decklänge des DS 5 von 50,9 Zentimetern aus. Durch die Verschiebbarkeit im Deckungsbereich (ca. 7 cm) konnte ohne Zuschnitt auch jede geringfügige Toleranz in den Dachabmessungen ausgeglichen werden. Vorteile, die sich auszahlten: Aurich erreichte mit drei Leuten bei der Verlegung inklusive Lattung und Konterlattung Tagesergebnisse von bis zu 175 Quadratmetern.

Parallel zu der Sanierung sämtlicher Dächer begann die Komplett-Renovierung des Wohnhauses. Nur die Außenmauern blieben stehen. Die neuen Ziegeldächer bilden die Krönung der Gesamtsanierung. Gutsche. "Die altschwarzen Großflächenziegel setzen reizvolle optische Akzente."

Autor: Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye

Nelskamp

- http://www.baumagazin.de/1468