Wenn die Geduld ein Ende hat - fristlose Kündigung durch den Vermieter

Unter bestimmten Umständen kann ein Vermieter seinem Mieter auch außerhalb der gesetzlichen Kündigungszeiten fristlos kündigen (§ 543 BGB). Anette Rehm von der Quelle Bausparkasse weist hier auf die relevanten "wichtigen Gründe" im Mietrecht hinUnter bestimmten Umständen kann ein Vermieter seinem Mieter auch außerhalb der gesetzlichen Kündigungszeiten fristlos kündigen (§ 543 BGB). Anette Rehm von der Quelle Bausparkasse weist hier auf die relevanten "wichtigen Gründe" im Mietrecht hin.
So ist der Vermieter zu einem vorzeitigem Beenden des Mietverhältnisses berechtigt, wenn der Mieter zwei aufeinander folgende Mietraten ganz oder teilweise nicht gezahlt hat. Die Gesamtsumme muss allerdings erheblich sein, bei der Wohnungsmiete muss sie eine Monatsmiete übersteigen. Häuft sich die ausstehende Miete während eines längeren Zeitraumes an, kann der Vermieter kündigen, wenn der Mieter mit zwei Monatsmieten in Verzug ist.
Ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung liegt ebenfalls bei einem vertragswidrigem Gebrauch der Wohnung vor. Dies kann gegeben sein, wenn der Mieter mehrfach Schäden verursacht hat, bei unberechtigter Untervermietung oder bei gravierender Vernachlässigung der Wohnung, die eine Gefährdung der Bausubstanz darstellt.
Auch die Ausübung der Prostitution in einer Mietwohnung fällt hier darunter.
Für eine fristlose Kündigung ist die Art des Mietvertrags unerheblich. Auch befristete Mietverträge können fristlos gekündigt werden. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und der wichtige Grund im Schreiben genau bezeichnet sein. In der Regel ist vor der Kündigung eine Abmahnung erforderlich. "Diese kann nach § 543 Satz 3 BGB nur entfallen, wenn sie offensichtlich keinen Erfolg verspricht, bei Mietverzug und aus sonstigen besonderen Gründen", betont Anette Rehm.

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