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CO2-Projekt: Wie Bauunternehmen den Treibhauseffekt verringern und Marktpotenziale nutzen: Das Klima schwankt, die Erdtemperatur steigt, Umweltkatastrophen häufen sich. Einer der verantwortlichen Faktoren: der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2). In der Region Trier und im Saarland haben sich deshalb 27 Handwerksbetriebe in einem Projekt zur CO2-Minderung zusammen gefunden. Beispielhaft zeigen sie, was gerade im Handwerk getan werden kann, um das Klima zu verbessern und einen wachsenden Markt konsequent zu erschließenCO2-Projekt: Wie Bauunternehmen den Treibhauseffekt verringern und Marktpotenziale nutzen

Das Klima schwankt, die Erdtemperatur steigt, Umweltkatastrophen häufen sich. Einer der verantwortlichen Faktoren: der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2). In der Region Trier und im Saarland haben sich deshalb 27 Handwerksbetriebe in einem Projekt zur CO2-Minderung zusammen gefunden. Beispielhaft zeigen sie, was gerade im Handwerk getan werden kann, um das Klima zu verbessern und einen wachsenden Markt konsequent zu erschließen.

Die Zeit ist reif: Das Handwerk hat viele Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß einzudämmen. Die Nachfrage seitens der Kunden ist groß und wird weiter steigen - nicht zuletzt dank der neuen Energie-Einsparverordnung des Bundes. Essenz: Wer energiesparend baut, wird finanziell gefördert. Wer sich jedoch zwischen den Verordnungen und Techniken zurecht finden und zugleich die höchstmögliche Förderung erhalten will, braucht umfassend informierte Fachleute aus dem Handwerk.

Zum Know-how kommt die Vermarktung

Woran es vielen Handwerkern bei allem Know-how jedoch noch fehlt, ist die richtige - und offensive - Vermarktung ihrer Leistungen. Genau hier setzt das CO2-Projekt in Trier und Saarbrücken an. Den Anstoß gab das Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum der HWK Trier: "Der Beratungsbedarf auf Seiten der Kunden ist außerordentlich hoch", sagt der dortige Geschäftsführer Theo Bohr. "Energie wird immer teurer. Der Markt für einsparende Maßnahmen ist vorhanden. Gleichzeitig brauchen die Handwerker Unterstützung bei der Kommunikation ihrer Leistungen. Und die erhalten sie in diesem Projekt."
1999 ging man an den Start. Gefördert wird das CO2-Projekt von der Bundesstiftung Umwelt und vom Land Rheinland-Pfalz. Erstes Zwischenresultat: Die Botschaft der Betriebe kommt immer besser an, die Nachfrage steigt.

Eines der beteiligten Bauunternehmen ist die DOMIZIL GmbH in Gerolstein/Vulkaneifel. Aus gutem Grund: "Den neuen Energiestandard der Bundesregierung erfüllen wir schon seit drei Jahren", sagt Produktionsleiter Hermann Heuskel. DOMIZIL baut Blockhäuser - umweltgerecht und CO2-sparend. Das beginnt bereits bei der Materialauswahl und -bestellung: "Wir versuchen grundsätzlich, unsere Baumaterialien aus der Umgebung zu holen, damit sie nicht über weite Wege transportiert werden müssen." Zum Beispiel das Holz: In den Forsten der Eifel wird es geschlagen und abtransportiert - "da brauchen wir keine Bausätze aus Finnland oder Holz aus Russland zu holen", erklärt Heuskel. "Das ist ökologisch und ökonomisch einfach nicht sinnvoll." Zweiter Vorteil: "Ein Baum bindet das CO2 komplett." Verrottet der Baum aber ungenutzt oder wird verbrannt, wird diese Menge wieder "an die Luft gesetzt". Wird das Holz jedoch am Bau verwendet, bleibt das CO2 langfristig gebunden.

Sanierung, Umbau, Neubau: Das Potenzial zur CO2-Einsparung an alten oder neuen Gebäuden ist groß. Es beginnt bei der Verwendung nachwachstender Rohstoffe aus der Nachbarschaft und reicht bis zu moderner Haustechnik und heizkraftsparenden Maßnahmen zur Isolierung. Bei DOMIZIL werden vor allem regenerative Energiequellen genutzt - zum Beispiel Wärmepumpen oder Regenwassertanks. Aber auch Fenster mit einem niedrigen Luftdurchgangswert gehören dazu. Am Ende komme man in einem DOMIZIL-Domizil auf 450 Mark reine Energiekosten, sagt Heuskel. Das sei nur ein Drittel der Kosten in herkömmlichen Häusern.

Umweltbewusst? Selbstverständlich!

"Bei uns wird das alles schon in die Planung mit einbezogen", sagt Hermann Heuskel. "So etwas sollte heute eigentlich selbstverständlich sein." Vor dem Baubeginn steht den Domizil-Kunden deshalb ein HWK-geschulter, firmeneigener Gebäude-Energieberater zur Seite, der gewerke-übergreifend Bescheid weiß, wo man Energie und Kosten einsparen kann. "Das wird von unseren Kunden so gewünscht", sagt Heuskel. Resultat: "Die Leute sind hellauf begeistert von der Wohnqualität."

Insgesamt sind 27 Betriebe am Projekt beteiligt - 17 in der Region Trier und zehn weitere Handwerker aus dem Saarland. Sie kommen aus den Branchen Bau und Ausbau, Sanitär-Heizung-Klima, Elektro und Holzverarbeitung. Einer der Schwerpunkte ist der Aufbau von Demonstrationsanlagen, anhand deren sich die Verbraucher vor Ort umfassend über die möglichen Maßnahmen informieren können. Bei DOMIZIL ist das ein Musterhaus. Zu den Demonstrationsanlagen und -objekten zählen außerdem Häuser von Kunden, die zur Besichtigung offen stehen, oder technische Anlagen am und im eigenen Betriebsgebäude.

Fachübergreifende Begleit-Maßnahmen

Die Umweltzentren in Trier und Saarbrücken begleiten die Betriebe fachübergreifend mit Workshops, Informationen und umfassender Beratung sowie bei der Vermarktung ihrer mustergültigen Produkte und Leistungen. Dazu zählen Pressearbeit, Broschüren und Videos für Betriebe und Verbraucher, die Bildung von Handwerker-Kooperationen, eine Telefon-Hotline für Verbraucherfragen, eine regionale Datenbank mit Verbrauchertipps, Adressen ökologisch orientierter Handwerksbetriebe, die "Ökologische Dienstleistungsbörse" im Internet und vieles mehr.
Ein großer Erfolg war zudem im August vergangenen Jahres die "Öko 2000" im Messepark Trier mit rund 15. 000 Besuchern. Dort stellten sich auch die CO2-Musterbetriebe einem großen und sehr interessierten Publikum vor. Die zweite Auflage ist für 2002 geplant, auch dann wird das Projekt einen Schwerpunkt darstellen.

Fazit: Der Markt ist bereit. Die Chancen sind groß, solange die Handwerker rechtzeitig zugreifen. In der Region Trier und im Saarland ist der Beweis geliefert - zum gleichzeitigen Nutzen von Umwelt, Kundschaft und Betrieben.

Informationen zum CO2-Projekt erhält man beim Saar-Lor-Lux-Umweltzentrum der HWK Trier, Ansprechpartnerin: Almuth Schomecker; Telefon 0651/207254,
e-Mail: aschomecker@hwk.trier.de

saar-Lor-Lux Umweltzentrum der HWK Saarbrücken, Ansprechpartner: Stephan Hirsch, Telefon 0681/ 5809 - 209, e-Mail: s.hirsch@hwk-saarland.de


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