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Deutsche Heizungswirtschaft drängt auf Steuervergünstigung für Energie sparende Heizkessel

Rund 4,5 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind älter als 15 Jahre und gelten größtenteils als technisch überholt. Denn sie verbrauchen mehr Energie als nach heutigem technischen Standard nötig. Pro Jahr werden etwa 400 000 dieser Altanlagen gegen moderne, Energie sparende Heizkessel ausgetauscht.Heizungsmodernisierungen schaffen 90 000 neue Arbeitsplätze

Rund 4,5 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind älter als 15 Jahre und gelten größtenteils als technisch überholt. Denn sie verbrauchen mehr Energie als nach heutigem technischen Standard nötig. Pro Jahr werden etwa 400 000 dieser Altanlagen gegen moderne, Energie sparende Heizkessel ausgetauscht.

"Völlig unzureichend", beklagen die Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft (VdZ) und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Deshalb drängen die beiden Verbände auf zusätzliche staatliche Förderungen, insbesondere auf steuerliche Anreize für die Modernisierung veralteter Heizungsanlagen.

Mit einer beschleunigten Modernisierung aller 4,5 Millionen Altanlagen könnten in den kommenden fünf Jahren Kohlendioxid-Emissionen von mehr als 23 Millionen Tonnen eingespart werden. Außerdem sei mit der Schaffung von 90 000 neuen Arbeitsplätzen zu rechnen, VdZ und ZVSHK stützten sich auf eine soeben fertig gestellte Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich unter Leitung von Professor Bernhard Schips. Danach bleiben derzeit bedeutende Energieeinspar- und Klimaschutzpotenziale in der Bundesrepublik ungenutzt, weil der Austausch veralteter Heizkessel nur schleppend voran geht. Allein im Interesse des Klimaschutzzieles 2005 müssten jährlich weitere 500 000 alte Heizanlagen modernisiert werden. Doch eine "äußerst schwach ausgeprägte" Bereitschaft der Haushalte, Geld für Maßnahmen der Energieeinsparung auszugeben, steht dem entgegen. So würden viele effiziente Formen der Energieverwendung und Energieeinsparung unterbleiben, "weil bei den Investoren keine hinreichenden Kenntnisse über die Rentabilität der Energiesparmaßnahmen vorhanden sind", haben die Wirtschaftsforscher herausgefunden.

Wir sehen daher die Bereitstellung von Fördermitteln für unverzichtbar an, um die Bereitschaft der Verbraucher für Maßnahmen der Energieeinsparung zu verbessern", erklärt VdZ-Präsident Jürgen Diehl. "Rund zwei Dritteldes Bestands, bezogen auf die Wohnfläche, sind selbst genutzte Eigentumswohnungen und Eigenheime", ergänzt ZVSHK - Hauptgeschäftsführer Michael von Bock und Polach. "Daher müssen die Bemühungen zur Förderung der Heizungsanlagenmodernisierung in erster Linie auf diesen Bereich zielen." Die Wiedereinführung des Energiesparparagraphen 82a könnte nach Meinung der beiden Verbände private Wohnungs- und Hauseigentümer nachhaltig motivieren. Bestätigt werden sie in dieser Ansicht von Professor Schips. Denn Steuervergünstigungen in Form von Sonderabschreibungen - und für einkommensschwächere Haushalte steuerfreie Investitionszulagen - bringen laut Studie der Schweizer Wirtschaftsforscher am ehesten den auch von der Politik erhofften Modernisierungsschwung. ZVSHK und VdZ verweisen zudem auf die aktuelle Energiepreisentwicklung. Sie beweise, dass das Preisrisiko bei der Energieversorgung zunehme. "Energiesparinvestitionen haben deshalb nicht nur technische und ökologische Aspekte, sondern sind auch ein Instrument der individuellen Riskovorsorge."

Wie lohnend die Investition in Energie sparende Heiztechnik ist, zeigt sich am Beispiel der modernen Ölheizung. So verbrauchen heutige ÖI-Niedertemperaturheizkessel bis zu 30 Prozent und Öl-Brennwertkessel sogar bis zu 40 Prozent weniger Heizöl als technisch veraltete Anlagen. Im Verbund mit steuerlichen Erleichterungen dürfte sich also eine Modernisierung umso schneller wieder auszahlen.
Von einer steuerlichen Förderung für Heizungsmodernisierungen bliebe unter dem Strich auch einiges für den Staat, haben die Wirtschaftsforscher vorgerechnet. Im Rahmen eines fünfjährigen Modernisierungsprogramms nämlich "kumuliert sich der gesamtwirtschaftliche Wertschöpfungseffekt auf rund 33 Milliarden DM. Dadurch entstehen zusätzliche Einkommen in Höhe von 21 Milliarden DM, der Staat und die Sozialversicherungen erhalten zusätzliche Einnahmen im Umfang von 8,65 Milliarden DM", erklärt Professor Schips.

- http://www.baumagazin.de/156