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Modernes Heizen, Teil 3

Erdöl ist in einem Jahrmillionen dauernden Prozeß aus organischen Resten von Pflanzen und Plankton entstanden. Heizöl ist also indirekte, gespeicherte Sonnenenergie. Wie aber wird aus Erdöl leichtes Heizöl?Erdöl ist in einem Jahrmillionen dauernden Prozeß aus organischen Resten von Pflanzen und Plankton entstanden. Heizöl ist also indirekte, gespeicherte Sonnenenergie. Wie aber wird aus Erdöl leichtes Heizöl?

Die Verarbeitung ist aufwendiger, als sich dies der Heizölkunde gemeinhin vorstellt. Zunächst ist festzuhalten, daß es nicht Erdöl schlechthin gibt. Erdöl besteht aus einer Vielzahl von Kohlenwasserstoffen, die sich in ihrem Aufbau voneinander unterscheiden. Deshalb ist es durchaus angebracht, von Erdölen zu sprechen, die je nach Herkunft sehr unterschiedlich zusammengesetzt sind. Als Rohöl wird Erdöl erst dann bezeichnet, wenn es bereits gefördert wurde, erläutert das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e. V. (IWO). In den Raffinerien lagern Rohöle aus allen Teilen der Welt. Chemiker bestimmen den optimalen Verarbeitungsprozeß. Die Verarbeitung des Rohöls in das Fertigprodukt Heizöl EL geschieht anschießend i mehreren Schritten. Die dabei angewendeten Verfahren lassen sich in drei Gruppen aufteilen; das Auftrennen des Erdöls in Fraktionen durch Destillation, das Umwandeln der Kohlenwasserstoffes in größere, kleinere oder anders strukturierte Moleküle sowie das Entfernen unerwünschter Bestandteile wie zu Beispiel Schwefel durch Raffination. Die Destillation, so IWO, ist der wichtigste Verarbeitungsprozeß in der Raffinerie. Durch sie wird das Rohöl in Fraktionen mit unterschiedlichen Siedebereichen getrennt. Destilliert wird in Fraktionsturm, der mit zahlreichen durchlässigen Böden ausgestattet ist. Im unteren Drittel des Turms wird das zuvor gereinigte und auf etwa 350 Grad erhitzte Rohöl eingeleitet. Der Verdampfer Anteil fließt als Rückstand in den sogenannten Sumpf.

Die aus dem Kopf des Turms austretenden Dämpfe werden zum Teil kondensiert und in den Kopf zurückgeführt. Dieser Rückfluß wirkt kühlend und sorgt dafür, daß sich zwischen dem Rohöleintritt und dem Kopf ein gleichmäßiges Temperaturgefälle einstellt. So können die aufsteigenden Dämpfe stufenweise kondensieren und von bestimmten Böden als Fraktionen mit bestimmten Siedebereichen abgezogen werden. Im mittleren Teil des Turms werden die sogenannten Mitteldestillate abgezogen, dazu gehören Turbinentreibstoffe für Flugzeuge, Dieselkraftstoffe und eben Heizöl EL.

Im anschließenden Konversionsverfahren werden hochsiedende Kohlenwasserstoffe in niedrigsiedende umgewandelt, indem die langkettigen Moleküle in kürzere gespalten werden. Nächster Schritt ist die Entschwefelung, und schließlich werden die Heizöle aus mehreren Komponenten aufgemischt. Erst wenn das aufgemischte Produkt im Labor überprüft werde und alle Anforderungen erfüllt sind, wird das jeweilige Heizöl für den Verkauf freigegeben.

Die deutsche Mineralölwirtschaft geht dabei stets noch über die Qualitätsanforderungen der DIN - Vorschriften hinaus. Ist zum Beispiel nach DIN ein Schwefelgehalt bis zu 0,20 Masseprozent zulässig, liegt laut IWO der tatsächliche Wert derzeit im Mittel aller Anbieter bei 0,15 Prozent.

Die Farben des Heizöls hat übrigens nicht das geringste mit seiner Qualität zu tun, korrigiert die IWO eine weitverbreitete Meinung. Ob das Heizöl hell oder dunkel ist, hängt von den eingesetzten Rohölen und dem Herstellungsprozeß in den Raffinerien ab.


- http://www.baumagazin.de/462