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Die Heizung (III)

Die Popularität der Ölheizung in Deutschland ist auf die 60er Jahre zurückzuführen. Der Brennstoff Öl war damals zu einem sehr günstigen Preis zu beziehen. Inzwischen hat das Erdgas das Heizöl stark zurückgedrängt.Die Popularität der Ölheizung in Deutschland ist auf die 60er Jahre zurückzuführen. Der Brennstoff Öl war damals zu einem sehr günstigen Preis zu beziehen. Inzwischen hat das Erdgas das Heizöl stark zurückgedrängt. Der Hauptgrund ist vor allem das aktive und manchmal schon aggressive Marketingengagement der Erdgaslieferanten und das inzwischen recht gut ausgebaute Erdgasnetz. Der Hauptvorteil einer Ölheizungsanlage gegenüber der Erdgasanlage ist der immer noch deutlich niedrigere Bezugspreis für den Brennstoff. Dem gegenüber stehen höhere Anschaffungskosten, spätere Kosten für die Anlagewartung und Lagerkosten. Da Begriffe, wie Niedertemperatur - und Brennwerttechnik, Heizkurve o. ä. im Bereich Gas- und Ölheizanlagen identisch sind, können diese bei Unklarheiten in unserer letzten Ausgabe nachgelesen werden.

Aufbau eines Heizsystems

Die Grundform eines Zentralen Heizsystems besteht aus Wärmezentrale, Heizflächen und dem Wärmeverteilsystem.

Die Wärmezentrale

Wärmeerzeuger und Warmwasserspeicher bilden die Wärmezentrale. Im Bereich einer zentralen Heizungsanlage dominiert der Heizkessel, der die erzeugte Wärme an das Wärmeverteilsystem, in Form von Wasser, Dampf oder Fluiden abgibt. Bei einer Ölheizanlage kommen überwiegend Niedertemperaturkessel zum Einsatz. Hier wird in der Regel die Kesselwassertemperatur auf max. 70 - 75°C begrenzt und, der Außentemperatur entsprechend, nach unten geleitet. Auf diese Weise kommt es zu einem hohen Nutzungsgrad, der leicht zwischen 90 und 95% liegen kann. Um diesen Nutzungsgrad sicherzustellen, sollte man beim Neukauf einer Ölheizungsanlage einer Brenner-Kessel-Kombination (Unit) den Vorzug geben. Dies hat den Vorteil, daß die Einzelkomponenten aufeinander abgestimmt sind und somit eine optimale Zusammenarbeit gewähren. Überwiegend werden Materialien wie Grauguß und Stahl bei Ölheizkesseln verarbeitet. Ein Heizkessel hat die Aufgaben, Energie des Brennstoffs in Wärme umzusetzen, die Wärme an das Heizwasser zu übertragen und die Abgase ins Abgassystem einzuleiten.

Die Heizflächen

Die Heizflächen sind der sichtbare Teil des Heizsystems (ausgenommen Fußbodenheizungen). Bei einer Neuanschaffung sollten nicht nur optische, sondern auch funktionale Aspekte Berücksichtigung finden. Der Farb- und Formenvielfalt sind bei den Herstellern keine Grenzen gesetzt. Auch der Standort der Heizflächen ist von wichtiger Bedeutung. Heizflächen sollten grundsätzlich an den Außenwänden plaziert sein. So bieten sie einen Ausgleich der Temperaturdifferenzen von Innen- und Außenwand.

Heizkörper erwärmen zu 75 % die vorbeistreichende Luft und bewirken an der kalten Wand eine aufsteigende Strömung. Deshalb ist es wünschenswert, daß die Heizkörper mindestens die Breite der Fenster belegen. Neue Konstruktionsformen, wie z.B. die dreireihigen Heizkörper, ermöglichen geringere Luftbewegung, gleichmäßigere Temperaturverteilung im Raum und den Wegfall der unangenehmen heißen Wärmeabstrahlung. Dadurch wird die Behaglichkeit im Raum deutlich verbessert.

Ein weiterer Grundsatz ist: Je größer die Heizfläche umso niedriger ist die Betriebstemperatur und umso höher ist der Kesselnutzungsgrad. Dadurch ergibt sich ein geringerer Brennstoffverbrauch.

Das Wärmeverteilsystem

[IMG]die_heizung2.2.gif[/IMG]Wenn eine Heizungsanlage in Betrieb genommen wird, zirkuliert das Heizwasser zwischen Kessel und den Heizflächen. Das Heizwasser fließt durch ein Rohrsystem, welches heute überwiegend aus Kupfer besteht. Der Zirkulationsantrieb des Heizungswassers wird durch eine Umwälzpumpe vorgenommen. Ein betriebs- und sicherheitstechnisch relevantes Systemteil ist das Ausdehnungsgefäß. Durch die Erwärmung von Wasser, dehnt dieses sein Volumen aus. Das erwärmte Wasser würde durch sein vergrößertes Volumen das Verteilersystem sprengen. Deshalb hat man in dieses System ein Ausdehnungsgefäß installiert, welches die Volumenvergrößerung aufnimmt und bei Abkühlung wieder abgibt.

Das Arbeitsprinzip

Das Prinzip eines Ölbrenners funktioniert folgendermaßen: Heizöl wird unter hohem Druck durch eine Düse gepreßt und zu feinsten Tröpfchen zerstäubt. Durch das im Brenner eingebaute Gebläse wird Luft zugeführt und mit dem zerstäubten Heizöl vermischt. Ein elektronischer Hochspannungsfunke zündet das Gemisch. In neueren und moderneren Heizungsanlagen wird versucht, das Heizöl vor dem entzünden durch zusätzliches Erhitzen vollständig zu vergasen. Die zusätzlich benötigte Energie, um diesen Schritt zu vollziehen, wird durch eine Teilrückführung des Rauchgases gewonnen. Dieses Verfahren hat eine geringere Stickoxidbildung und niedrigere CO-Emmissionen zur Folge.

Das Regelsystem

[IMG]die_heizung2.3.gif[/IMG]In früheren Zeiten hatte das Regelsystem die Aufgabe, die Kesselwassertemperatur konstant auf einen bestimmten Wert zu halten, und einige Sicherheitsfunktionen. Heute besteht das Regelsystem aus mehreren Komponenten, die eine Zusammenarbeit erfordern. Zum Regelsystem gehören Thermostatventile, Heizwassermischer und die elektronische Steuereinheit. Die Thermostatventile haben die Aufgabe, die unterschiedlichen Energiebilanzen der einzelnen Räume auszugleichen. Dies bedeutet, daß, falls ein Raum unter Sonneneinstrahlung steht, das Ventil die Heizwasserzufuhr drosselt und sich dadurch die Heizleistung verringert. Dadurch wird eine konstante Raumtemperatur erreicht. Der Heizwassermischer ermöglicht den Austausch von temperaturunterschiedlichem Heizwasser (Vor- und Rücklauftemperatur), ohne besondere verlustbringende Temperaturspitzen. Die Steuereinheit ist der Schnittpunkt zwischen Technik und Mensch. Hier ist die eigentliche Heizzentrale. Die Steuereinheit ist zuständig für die Betriebstemperatur von Kessel und Speicher. Weiter führt sie die gewünschten Zeitfunktionen aus und ist für die Sicherheitsfunktionen zuständig. Die meisten Funktionen der Steuereinheit sind vom Hersteller fest auf Normwerte eingestellt, so daß nur noch Feineinstellungen vorgenommen werden müssen.

Heizöllagerung

Durch neue Isolations- und Wärmedämmverfahren hat sich der Energieverbrauch in den letzten Jahren deutlich verringert. Dadurch werden große Lagervolumen an Brennstoffen überflüssig. Grundsätzlich sollte ein Haushalt, Brennstoff für eine gesamte Heizperiode einlagern. Möchte man sich gegen Preisschwankungen absichern, so kann auch die Lagerkapazität auf 2 - 3 Heizperioden erhöht werden. Nach Möglichkeit sollte kein Heizöl über größere Zeitspannen eingelagert werden, da es als Naturprodukt einer natürlichen Alterung unterliegt. Heizöl wird in Tankanlagen gelagert. Hier wird in oberirdische und unterirdische Tankanlagen unterschieden. Überwiegend finden im Bereich der Tankanlagen Materialien wie Kunststoffe oder Stahl Verwendung.

Erdtanks sind eine platzsparende Lösung. Sie sind doppelwandig und mit einer Leckanzeige ausgestattet. Batterie-Tanks (aus PE oder PA) hingegen werden in separaten Heizräumen untergebracht. Diese müssen in öldichten Auffangwannen aufgestellt werden, außer sie sind mit einer Stahlummantelung versehen.

Eine weitere Tankform sind die GGK-Tanks. Bei diesen, aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellten Tanks entfällt die Auffangwanne. Sie lassen sich raumgerecht im Heizungsraum aufstellen. Bei etwas schwierigeren räumlichen Gegebenheiten bietet sich als Alternative der standortgefertigte Stahltank an. Dieser wird werkseitig maßgefertigt und vor Ort in eine öldichte Auffangwanne eingebaut. Alle Tankformen sind mit Grenzwertgeber (Überfüllungsschutz), und Füllstandsanzeiger versehen.

Tankeinbauten und Wartung sollten von zugelassenen Fachfirmen vorgenommen werden. Dies schützt vor recht kostenintensiven Folgeschäden. Neuerdings gibt es klare gesetzliche TÜV-Vorgaben, die entsprechend der lokalen Gegebenheiten festgelegt sind. Genauere Informationen erhalten Sie von Ihrer Gemeinde sowie den örtlichen Fachfirmen.

Wir hoffen, auch in dieser Ausgabe einige Begriffe und Wissenswertes vermittelt zu haben. Sollten noch Fragen bestehen, so informieren Sie sich kostenlos bei Ihren örtlichen Fachbetrieben. Diese sind auch in der Lage, verbindliche Aussagen zu machen und Angebote zu stellen.


- http://www.baumagazin.de/465