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Wände und Decken (III)Tapeten

Wie bereits letzte Woche angekündigt, beschäftigen wir uns in dieser Woche mit Tapeten, genauer gesagt, mit den Möglichkeiten der Raumgestaltung durch Tapeten. Die Alte muß weg - eine Neue muß her. Natürlich ist hier die Rede von der Tapete.Wie bereits letzte Woche angekündigt, beschäftigen wir uns in dieser Woche mit Tapeten, genauer gesagt, mit den Möglichkeiten der Raumgestaltung durch Tapeten. Die Alte muß weg - eine Neue muß her. Natürlich ist hier die Rede von der Tapete. Viel öfter als man glaubt hätte so manche Wand dringend einen Tapetenwechsel nötig. Doch nicht gerade wenige scheuen die aufwendige Arbeit oder - falls ein Fachbetrieb beauftragt werden muß - die Kosten. Aber vielleicht können wir Ihnen hier ein paar Eindrücke über neue "Wandkleider" vermitteln und Sie am Ende doch dazu animieren, selbst zur Rolle zu greifen. Sie werden überrascht sein, wie viele Möglichkeiten der Gestaltung Ihnen geboten werden.

Geschichtliches

Felsbilder liefern den Beweis: Wandbilder und Wandschmuck sind so alt wie die Menschheit. Diese Bilder werden heute als Ausdruck ritueller Kulte gewertet, wobei römische Fresken und Mosaike aus Pompeji wegen ihrer weltlichen Inhalte als Beginn der Raumdekoration gelten. Bereits im 16. Jahrhundert wurden die Wände mit Stoffen und verziertem Leder geschmückt.

Erst die Fortentwicklung von Drucktechnik und Papierherstellung, welche bis in das 18. Jahrhundert hinein als handwerkliche Kunst ein hohes Ansehen genoß, hat die Tapete möglich gemacht.

Ihre Vorläufer, die sogenannten Domino-Papiere, wurden bereits im 17. Jahrhundert in Frankreich und England produziert. Gedruckt wurde mit Holzmodeln, die im Zusammendruck einen Rapport ergaben. Gedruckt wurden heraldische Wappen-Rapporte, chinesische Landschaften, Blumenrosetten usw.. Produziert wurde in kleineren Werkstätten, die sowohl das Papier als auch die Farben und Drucke erzeugten.

Im Jahr 1783 startete die Tapete im wahrsten Sinne des Wortes ihren Höhenflug. Der wohl berühmteste "Manufakteur von Wandpapieren" - J.-B. Réveillon - hatte den Heißluftballon der Gebrüder Montgolfier sozusagen mitproduziert. Die Hülle des Ballons bestand nämlich aus Papierbahnen, die Réveillon gefertigt und gestaltet hatte. Réveillon war es auch, der den Weg zur industriellen Fertigung der Tapete bereitete, indem er erstmals ganze Papierrollen im Stück bedruckte. Durch die Mithilfe bei der Ausstattung des Heißluftballons setzte er sich und der Tapete ein großartiges, wenn auch leider nicht unvergängliches Denkmal. Denn früher wie heute waren und sind Tapeten nicht für die Ewigkeit gemacht.

Wie sicher weitläufig bekannt ist, sind auch Tapeten der Mode unterworfen. Die Mode gestaltet uns - und auch unsere Wohnungen. Was heute "in" ist, ist morgen vielleicht schon "out". Es gibt zwar auch zeitlose Wandkleider - z. B. die Rauhfasertapete -, der Trend geht jedoch mehr und mehr in Richtung Farbe und hin zur individuellen Gestaltung eines jeden einzelnen Raumes. Und die Industrie hat sich natürlich auch etwas einfallen lassen, um Ihnen die neue Dekoration Ihrer Räume so einfach wie möglich zu machen. Spaltbare Tapeten, trocken abziehbare Tapeten, Tapeziermaschinen, Heißdampf-Tapetenablösegeräte sind nur einige Neuerungen, die nicht nur dem Heimwerker die Arbeit erheblich erleichtern. Das Einweichen mit Tapetenablöser und das anschließende, meist mühsame "Abkratzen" der alten Tapeten gehört mehr und mehr der Vergangenheit an.

Farben und ihre psychologische Wirkung

[IMG]waende_decken2.2.gif[/IMG]Farben wie Gelb, Rot, Orange werden in der Regel mit Begriffen wie Feuer, Sonne, Glut gleichgesetzt und daher auch als "warme" Farben empfunden. Wogegen Blau in fast allen Schattierungen als "kühl" empfunden wird. Jeder kann mit Hilfe dieser beiden "Extreme" die Stimmung in seinen Räumen steuern - behaglich-dynamisch oder kühl und ruhig. Und die Farbzusammenstellungen wirken sich nicht nur gefühlsmäßig sondern auch körperlich aus: In warmen Farben gestaltete Räume sparen Heizenergie! Farben signalisieren jedoch auch noch andere bestimmte Inhalte und Werte, die entweder an bestimmte Kulturkreise gebunden oder ganz einfach in der menschlichen Psyche verwurzelt sind. Als Beispiel sei hier nur die Farbe Schwarz genannt. Am bekanntesten ist sie uns als Farbe der Trauer, was jedoch nur für Europa und die USA gilt. Im Orient ist die Trauer weiß. Das gleiche trifft auf die Kleidung bei großer Hitze zu: Nur Europäer und Amerikaner tragen weiße Kleidung, sobald die Temperaturen steigen. Blau z. B. ist nicht nur kühl, sondern genauso frisch.

Anhand dieser Beispiele können Sie erkennen, wie unterschiedlich die Auffassungen über Farben und das Farbempfinden im allgemeinen sind.

Möchten Sie die Regeln der Farbpsychologie für Ihre Raumgestaltung nutzen, gehen Sie am besten von Ihren eigenen Empfindungen aus und sprechen Sie mit Freunden und Bekannten darüber. Das hilft bei der Entscheidungsfindung auf jeden Fall.

Tapeten-Arten

Die Tapete besteht aus einer Papier-Trägerschicht, die auf ihrer Oberfläche beschichtet, bedruckt oder strukturiert ist. Zusätzlich können natürliche oder synthetische Materialien aufgeklebt bzw. eingebunden sein.

Im Gegensatz zu anderen Wandverkleidungen (z. B. Holz) bedarf die Tapete keiner aufwendigen Montage oder Endbehandlung. Sie erfüllt nach einem einzigen Arbeitsgang - dem Aufkleben - ihren Zweck. Generell sollte man - wie bei anderen Wandverkleidungen auch - die Ausführung durch einen Fachmann in Betracht ziehen. Vor allem bei sehr teuren Tapeten oder Tapeten mit anspruchsvollen Mustern, rechnet sich die Einschaltung des Fachbetriebs. Man vermeidet dadurch Verluste und Enttäuschungen.

Papiertapeten

[IMG]waende_decken2.3.gif[/IMG]Sie sind wohl die gängigsten und die bekanntesten Tapeten. Die Bahn ist auf der Vorderseite in mehreren Farbdurchläufen bedruckt. Ein vorher aufgebrachter, durchgehender, lichtbeständiger Farbauftrag verhindert das Vergilben. Die meisten Papiertapeten sind außerdem leicht geprägt. Die Prägung entsteht, indem die Tapete unter hohem Druck zwischen einer Negativ- und Positivwalze durchläuft. Für hochwertige Prägen werden zwei Papierbahnen aufeinandergeklebt. Diese Duplex-Präge bleibt bei sachgerechter Tapezierung auch an der Wand erhalten.

Profiltapeten

[IMG]waende_decken2.4.gif[/IMG]Durch aufschäumbare Farbpasten wird die Oberfläche reliefartig geformt, so daß durch Licht- und Schattenwirkung Muster und Strukturen voll zur Geltung kommen. Man unterscheidet zwei Varianten: Struktur-Profiltapeten sind vollflächig strukturiert, z. B. in Putz-Optik. Dekor-Profiltapeten zeichnen sich durch partiell erhabene Muster- oder Konturzeichnungen aus. Sie wirken dadurch wertvoller.

Textiltapeten

Auf Papier unterschiedlicher Stärke werden Gewebe oder Kettfäden geklebt. Je nach Art und Dichte der textilen Schicht, kann der Untergrund oder die Oberfläche zusätzlich bedruckt werden. Es werden überwiegend Textilien aus Wolle, Seide, Jute, Leinen, Baumwolle und Kunstfasern eingesetzt.

Spezialtapeten

[IMG]waende_decken2.6.gif[/IMG]Zu den Spezialtapeten zählen die Kunststoff-Tapeten, Metalltapeten, Naturwerkstoff-Tapeten, Velours-Tapeten und Bild-Tapeten. Da ihre Herstellung meist ein wenig aufwendiger ist, sind sie nicht ganz billig. Auch das an-die-Wand-bringen sollte man dem Fachmann überlassen, um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten.

Die 10 goldenen Regeln des Tapetenkaufs

Flur, Kinderzimmer, Küche brauchen abwaschbare, robuste Tapeten.Kleine Räume wirken größer durch helle, ansprechende Farben an Wänden und Decken.Zu niedrige bzw. zu hohe Räume können durch die Wahl der Farben und Tapetenmuster korrigiert werden.Schattige Räume werden durch freundliche Farben sonnig und umgekehrt.Helle Möbel heben sich vor dunkleren Wänden besser ab und umgekehrt. Große Wandflächen vertragen große Rapporte, kleinere Zimmer sollten eher mit kleineren Mustern verkleidet werden. Aber letztendlich ist einzig und allein Ihr persönlicher Geschmack entscheidend.Für Bilderwände sollte immer ein ruhiger, einfarbiger Untergrund (z. B. Strukturtapete) als Hintergrund gewählt werden.Die Decke sollte grundsätzlich in die Tapezierung mit eingeschlossen werden.Bitte achten Sie darauf, daß die ausgewählte Tapete zu den bereits vorhandenen Möbeln und Gardinen paßt.Muster sollten grundsätzlich aus unterschiedlichen Entfernungen und bei unterschiedlichem Licht beurteilt werden.

Für's Tapezieren das richtige Werkzeug

[IMG]waende_decken2.7.gif[/IMG]Hat man sich für einen Tapetenwechsel entschieden, die richtige Tapete gefunden und möchte diese auch noch selbst an die Wand bringen, ist , wie bei allen Heimwerkertätigkeiten, gutes Werkzeug die halbe Arbeit.

Zum Zuschneiden der Tapeten und zum Einkleistern (sofern man hierfür keine Kleistermaschine verwendet) ist zunächst einmal ein stabiler Tapeziertisch erforderlich. Ebenso wichtig ist eine stabile Leiter - Stühle oder Hocker sind tabu.

Ist die alte Tapete von der Wand, kann unter Zuhilfenahme der folgenden Werkzeuge mit der Neutapezierung begonnen werden:

Ein Tapetenmesser zum Aufteilen der eingekleisterten Tapetenbahnen oder zum Ablängen und Zuschneiden der Tapete.Eine rostfreie Tapeziermaschine.Eine Tapezierbürste oder einen Tapezierwischer zum Andrücken der Tapeten.Eine Andrückrolle zum gleichmäßigen Andrücken, ohne daß auf der Tapetenoberfläche gerieben wird.Eine Kleisterbürste und ein Eimer.Eine Tapezierschere.Cuttermesser in verschiedenen Ausführungen zum exakten Beschneiden der Tapetenbahnen.Einen konischen Nahtroller zum Nachbehandeln der Nahtstellen.Zollstock, Bleistift und Senklot.Eine Wasserwaage, falls Borten verklebt werden.Eine Abreiß- und Beschneideschiene.

Tips zur Arbeitserleichterung

Vorbereitung der Wand

Alte Tapeten sollten nach Möglichkeit restlos entfernt werden, alte Dispersionsfarbanstriche müssen auf ihre Festigkeit geprüft werden. Alte Lackanstriche anlaugen und mit einer Haftbrücke streichen.

Bei Tapeten mit extrem glatter Oberfläche sollte vorher eine Untertapete geklebt oder der Untergrund mit Streichmakulatur vorbereitet werden.

Kleister

Beachten Sie unbedingt die Hinweise auf dem Tapeten-Beipackzettel und der Kleister-Packung. Grundsätzlich gilt: Je schwerer die Tapete, umso dicker der Kleister. Lieber dick angerührten Kleister dünn auftragen als umgekehrt.

Zuschneiden der Tapete

Die Raumhöhe plus 5 - 10 cm Zugabe für den Verschnitt ergibt die richtige Bahnlänge.

Weichzeit

Hängt von Tapete und Kleister ab. Wenn man die Angaben auf der Packung einhält, kann eigentlich nichts schiefgehen.

Tapezierrichtung

Immer mit dem Licht, d. h. vom Fenster aus, tapezieren.

Trocknen

Trocknet die Tapete an der Wand zu schnell, platzen eventuell die Nähte auf. Deshalb nicht zu stark heizen und Zugluft vermeiden.

Durch das Trocknen verschwinden auch kleine Falten.

Nun sind wir leider am Ende dieses Berichtes angelangt. Wir hoffen, wir konnten Sie vielleicht dazu animieren, Ihren Wänden selbst bald zu neuen "Kleidern" zu verhelfen. Wir wünschen Ihnen jetzt schon viel Spaß bei der Planung und Ausführung.

Nächste Woche erfahren Sie an dieser Stelle alles über die Möglichkeiten der Wandgestaltung mit Farbe.

- http://www.baumagazin.de/472