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Architektur zur Dachbegrünung

In dieser Ausgabe von "Thema der Woche" möchten wir uns den Materialien und - detaillierter - dem Aufbau von Flachdächern widmen. Für alle "neu Dazugestoßenen" nochmals eine kurze Zusammenfassung unseres Berichtes von letzter Woche.In dieser Ausgabe von "Thema der Woche" möchten wir uns den Materialien und - detaillierter - dem Aufbau von Flachdächern widmen. Für alle "neu Dazugestoßenen" nochmals eine kurze Zusammenfassung unseres Berichtes von letzter Woche.Wichtig für uns ist der grundsätzliche Schichtaufbau bei Dachbegrünungen. Dieser setzt sich folgendermaßen zusammen:Vegetationsschicht
Filterschicht
Dränschicht
Schutzlage
Durchwurzelungsschicht
Trennlage
Dachabdichtung
Wärmedämmung
Dampfsperre
In dieser Ausgabe sollen uns aber nur die wichtigsten Elemente wie Vegetationsschicht, Drän- und Filterschicht sowie die Durchwurzelungsschicht interessieren. Alle anderen oben genannten Einheiten müssen klare, nach DIN-Norm festgelegte Eigenschaften nachweisen, deren Beschreibung den Rahmen dieses Berichts sprengen würde.

Stoffverträglichkeiten

Alle Stoffe, die für den Wärmedämmungs-, Dichtungs- und Schutzaufbau verwendet werden, müssen auf ihre gegenseitige chemische Verträglichkeit überprüft werden. Die Stoffhersteller geben entsprechende Verwendungseinschränkungen in ihren Beschreibungen bekannt.

Wasserdampfdiffussionsverhalten

In beheizten Räumen fällt wasserdampfartige Warmluft an. Diese Warmluft sucht den Dampfdruckausgleich mit der normalerweise kühleren Außenluft und diffundiert durch die Gebäudeschale. Das heißt , daß bei schadhafter Dampfsperre und einem ungünstigen Taupunkt, der Wasserdampf kondensiert und als Kondenswasser innerhalb der Dachkonstruktion auftritt. Dies hat zur Folge, daß schwere bautechnische Beeinträchtigungen, wie Schimmel und Korrosion zu erwarten sind. In Bezug auf die Dampfsperre sollten folgende Punkte Beachtung finden.
Hohe Sperrwirkung Feuchtigkeitsverträglichkeit
Alle Schichten des Dachaufbaus sollten in trockenem Zustand eingebaut werden, da eingeschlossene Feuchtigkeit nicht oder nur unzureichend entweichen kann.
Durchwurzelungsschutz und Schutz vor mechanischen Beschädigungen

[IMG]dachterasse3.1.gif[/IMG]Durchwurzelungsschutz ist sowohl bei intensiver als auch bei extensiver Dachbegrünung erforderlich. Folgende Aspekte wie Stärke, Brandverhalten, Stoffverträglichkeit, Witterungs- und Altersbeständigkeit, Pflanzenverträglichkeit, Reißfestigkeit, Verhalten bei Wasserdruckbeanspruchung, Diffusionswiderstand und die Durchschlagfestigkeit sollten bei der Anschaffung berücksichtigt werden. Die Durchwurzelungsfestigkeit ist von den Stoffeigenschaften und einer einwandfreien handwerklichen Verarbeitung abhängig. Normale Dachdichtungs- und Schweißbahnen auf Bitumenbasis sind in der Regel nicht als Durchwurzelungsschutz geeignet. Meist werden Glasvlies-, Polyestervlies- oder Alueinlagen verwendet. Es gibt heute spezielle Anbieter, die Wurzelschutzbahnen aus Kautschuk (EPDM-Materialien) oder aus speziellem PVC anbieten. Bahnen aus PVC werden nach dem heutigen Stand als einzige allen Anforderungen gerecht.Schutzschichten sollen dauerhaft vor schädigenden Einflüssen statischer, dynamischer und thermischer Art schützen. Der Schutz von Dachabdichtungen vor mechanischen Beschädigungen (punktförmiger Belastung, unsachgemäße Werkzeuglagerung, usw.) während der Bauphase ist eine der Hauptaufgaben der Schutzschicht. Schutzschichten gibt es als Platten, als Vlies, ja sogar aus Beton. Einige Anbieter bieten ökologische Alternativen aus Recyclingmaterial, das nichtverrottend, wasser- und nährstoffhaltend ist.

Drän- und Filterschicht

[IMG]dachterasse3.2.gif[/IMG]Dränschichtmaterialien sind hohlraumreich, nehmen das Überschußwasser der Niederschläge und der Bewässerung auf und leiten es den Dacheinläufen zu. Das Material der Dränschicht sollte absolut frostbeständig, druck- und strukturstabil sein. Gute Wasserspeichereigenschaften ohne die Dränfunktion zu beeinträchtigen sind wünschenswert. Da die Drän- und Filterschicht den Pflanzen gleichzeitig als Durchwurzelungsraum dient, sollte das Material gut durchwurzelbar sein. Außerdem ist auf den Salz- (< 25 %1 gcm³) und Kalkgehalt (0,6 %1 gcm³), sowie auf den pH-Wert zu achten. Die Dränschicht kann aus Schüttstoffen, Matten, Platten oder Elementen bestehen. Schüttstoffe sind Kies oder Splitt, Lava oder Bims, ungebrochener Blähschiefer oder Ziegelbruch. Dränmatten sind häufig Strukturvliesmatten, Kunststoffmatten oder Schaumstoffmatten. Dränplatten sind verklebte Schaumstoffkugeln. Wie Sie sehen, werden an die Drän- und Filtermaterialien sehr hohe Anforderungen gestellt. Auch die Verarbeitung ist von sehr großer Bedeutung. Hier können bei unsachgemäßer Vorgehensweise schwerwiegende Fehler gemacht werden.

Vegetationsschicht

[IMG]dachterasse3.3.gif[/IMG]Die Vegetationsschicht ist abhängig von der Dachneigung und der Begrünungsart (Intensiv-, Extensivbegrünung). Sie ist die eigentliche, lebende Bodenschicht in der Dachbegrünung und ersetzt den Mutterboden. Es ist nicht empfehlenswert, für intensive Dachbegrünung normalen Mutterboden zu verwenden. Langzeitstudien haben gezeigt, daß Mutterböden auf Dachflächen degenerieren. Sie neigen zu Verdichtung und versauern dadurch. Allgemein werden zur Dachbegrünung Dachgartensubstrate von bekannten Herstellern empfohlen, da diese von hoher Qualität und sehr leistungsfähig sind. Wichtig ist, daß die Substrate frei von Kunst- und Schaumstoffen sind. Sie sollten hohe Nährstoffbindekräfte besitzen, um eine Nährstoffausspülung zu verhindern. Bei Substraten mit geringer Nährstoffspeicherung muß mehrmals im Jahr nachgedüngt werden. Dachbegrünungssubstrate dürfen sich beim Begehen nicht dauerhaft verdichten. Je nach Pflanzenart benötigt man eine unterschiedliche Substrathöhe. Bei vorkultivierten Vegetationsmatten benötigt man 2 - 2,5 cm Substrat. Diese Vegetationsmatten sind voll durchwurzelbar und stellen eine schnelle Verbindung zu der unterliegenden Substratschicht des Daches her. Anders bei Horstgräsern und Blütenstauden. Hier sind 5 - 7 cm Substrathöhe notwendig.

Brandverhalten

Bei der Beurteilung des Brandverhaltens sind eine Vielzahl von Aspekten, wie die stoffliche Zusammensetzung des Schichtaufbaues, der Wassergehalt und die Wasserbevorratung, sowie die Art der Vegetation von Bedeutung. Egal, für welche Materialien Sie sich entscheiden - Sie sollten sich schon beim Kauf über die ökologischen Aspekte (Herstellungsaufwand, Langlebigkeit, Entsorgung) einige Gedanken machen.

- http://www.baumagazin.de/513