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Der Dachausbau (VII)

Der Dachboden ist nach der Isolation nun soweit fortgeschritten, daß man beginnen kann, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Innenseite des Daches gestaltet. Genau das ist nämlich der Trockenausbau. Das Dach wird im trockenen Raum ausgebaut. Hier eine goldene Regel zu finden, ist nicht einfach.Der Dachboden ist nach der Isolation nun soweit fortgeschritten, daß man beginnen kann, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Innenseite des Daches gestaltet. Genau das ist nämlich der Trockenausbau. Das Dach wird im trockenen Raum ausgebaut. Hier eine goldene Regel zu finden, ist nicht einfach. Der Innenausbau ist nicht nur vom Geschmack des einzelnen abhängig, sondern auch von der Region, in der das Haus gebaut wurde. Haustypen und somit auch die Dachformen sind von Region zu Region unterschiedlich. Im Einführungstext zu diesem Monatsthema bin ich bereits kurz darauf eingegangen. In Norddeutschland finden wir steile und hohe, mitunter schilfgedeckte Dächer. In diesem Fall sieht der Trockenausbau ganz anders aus als in Süddeutschland, wo wir Dächer finden, die wesentlich flacher sind und einen Kniestock haben. Die Wärmedämmung erfolgt außerdem in Süddeutschland oftmals bereits an der Außenseite des Daches.

Kommen wir nun zum Trockenausbau im Allgemeinen. An dieser Stelle ist es von Interesse, was es dabei zu beachten gibt. Dazu soll zuerst einmal der Begriff "Trockenausbau" geklärt werden. "Trockenausbau" nicht nur deshalb, weil er im Trockenen stattfindet, sondern weil er (weitestgehend) ohne Wasser ausgeführt wird. Es bedarf also keines Maurers, der mit Wasser, Mörtel und Ziegelsteinen Wände setzt. Die Wände werden aus Platten und einer Trägerkonstruktion gestellt. Ganz ohne Wasser geht es allerdings doch nicht, weil man, z. B., Gipskartonplatten mit Gips verfugt.

[IMG]der_dachsuabau2.2.gif[/IMG]Nachfolgend die Gegenüberstellung eines Dachbodens vor und nach dem Ausbau. Auf dem s/w-Bild haben wir den alten Dachboden, noch ohne Wärmedämmung. Im Gegensatz dazu den Dachboden nach dem Ausbau. Die Dämmung ist durch die neue Verkleidung unsichtbar geworden. Was man aber sehr gut erkennen kann ist, daß zusätzlich mindestens eine Wand eingezogen worden ist, was ein geübter Heimwerker auch ohne Hilfe eines Maurers schafft. Alle Materialien für den Trockenausbau kann man ohne Probleme in einem Baumarkt kaufen.

[IMG]der_dachausbau2.3.gif[/IMG]Welche Materialien werden für das nachträgliche Einziehen von Wänden benötigt? Gipskartonplatten als "Baumaterial" wurden bereits oben genannt. Anstelle von Gipskartonplatten kann man selbstverständlich auch Spanplatten oder andere Materialien aus Holz verwenden. Die Auswahl in den Baumärkten ist reichhaltig, und jeder kann seinem Geschmack entsprechend etwas finden. Um Platten bzw. Verkleidungen fachgerecht zu befestigen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.

Die Frage der Befestigung läßt sich mit Hilfe der Dachschräge leicht beantworten. Hier hat man die Sparren, an denen die Verkleidung angeschraubt bzw. angenagelt werden kann. Anders ist es, wenn zusätzliche Wände gestellt werden sollen. Ich gehe an dieser Stelle davon aus, daß der Fußboden eine Belastung durch eine zusätzliche Wand aushält. Die Belastbarkeit des Fußbodens sollte vorher statisch berechnet worden sein. Diese Tatsache erwähnte ich bereits im Einführungstext zum Dachausbau.

[IMG]der_dachausbau2.4.gif[/IMG]Als Halteelemente gibt es unterschiedliche Konstruktionsvarianten, die z. B. aus Leichtmetallprofilen bestehen können. An diesen Profilen kann man mit den entsprechenden Schrauben die Verkleidungen befestigen. Bei diesem Foto wird ersichtlich, wie die U-Profile rundherum angebracht werden. Und nun zum wichtigsten Punkt beim Trockenausbau: der Wärmedämmung. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen Querschnitte, anhand derer man den Aufbau der Konstruktionen sehen kann. Grundsätzlich hat der Ausbauer bzw. Zimmermann verschiedene Möglichkeiten zur Dachdämmung, wobei letztendlich immer die örtlichen Gegebenheiten maßgebend sind.

Auf der Abbildung des unausgebauten Daches sieht man den Aufbau des Daches sehr deutlich. Die Dachziegel liegen auf den Dachlatten. Die Dachlatten sind auf die Dachsparren genagelt. Eine Dämmung bei einem solchen Dach kann ziemlich einfach durchgeführt werden, vorausgesetzt, unter den Dachziegeln ist bereits eine Folie angebracht. Ist das nicht der Fall, muß das Dach abgedeckt, die Dachlatten entfernt und eine Unterspannbahn angebracht werden. Die Unterspannbahn verhindert das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit unter das Dach und somit in die Dämmung. Gerade mineralische Dämmaterialien sind empfindlich gegen Nässe. Die einzelnen unterschiedlichen Dämmungsmöglichkeiten werden anhand der folgenden Abbildungen gezeigt:

[IMG]der_dachausbau2.5.gif[/IMG]Abb.1: Zeigt den Dachaufbau für ein Dach mit hinterlüfteter "Zwischensparrendämmung". Das Dach wird zwischen Dachlatte und Unterspannbahn sowie zwischen Dämmaterial und Unterspannbahn (rot) hinterlüftet. Auf der Innenseite befindet sich die Dampfsperre (schwarz/weiß), die Latten zum Halten der Innenverkleidung und die Innenverkleidung selbst.

[IMG]der_dachausbau2.6.gif[/IMG]Abb.2: Hier der selbe Aufbau wie bei Abb. 1, nur mit dem Unterschied, daß die Dämmung die selbe Höhe hat, wie die Sparren. Aus diesem Grund nennt der Fachmann eine solche Dämmung auch "Vollsparrendämmung".

[IMG]der_dachausbau2.7.gif[/IMG]Abb.3: Zeigt eine Vollsparrendämmung mit zusätzlicher "Untersparrendämmung". In diesem Fall befindet sich zwischen Dampfsperre und Lattenkonstruktion noch eine weitere Dämmschicht.

[IMG]der_dachausbau2.8.gif[/IMG]Abb.4: Solche Dacharten finden wir in Süddeutschland häufiger. Die Sparren, auf denen sich die Verschalung befindet, stehen in den Raum hinein. Diese Verschalung trägt die Dampfsperre, den Dämmstoff, die Unterspannbahn und darauf die Dachlatten mit den Ziegeln. Diese Dämmart wird "Aufsparrendämmung" genannt.

Ein wichtiger Hinweis zur Dampfsperre: Sie sollte so angebracht werden, daß keine Dampfdiffussion (= Durchdringen von Wasserdampf) möglich ist, d. h., sie sollte möglichst "dampfdicht" sein. Die Dampfsperre verhindert auf diese Weise Wärmeverluste.

Wie soll nun der Trockenausbau ausgeführt werden? Ein geübter Heimwerker benötigt ca. 30 bis 50 Stunden für einen solchen Ausbau. Es lassen sich auf diese Weise 2.000,- bis 4.000,- DM sparen, je nach Größe und Zustand des Daches. Für den Ausbau gibt es im großen und ganzen drei Möglichkeiten, die nachfolgend kurz dargestellt werden:

Zunächst betrachten wir die einfachste Variante: Der Dachboden ist so klein, daß keine Zwischendecke eingezogen werden kann und keine zusätzlichen Wände aufgestellt werden müssen. Der Raum kann so genutzt werden, wie er ist. Die zweite Variante sieht aufgrund der Größe (Bodenfläche) das Aufstellen zusätzlicher Wände vor, das Einziehen einer Zwischendecke ist jedoch nicht erforderlich. Zum Schluß die umfangreichste Variante. Es werden Wände aufgestellt und außerdem ist das Dach so hoch, daß eine Zwischendecke eingezogen werden soll.

Zuletzt möchte ich noch erwähnen, daß auch eventuell benötigte Türen bei der Materialbeschaffung geplant werden müssen. Türen gibt es in jedem Baumarkt in reichhaltiger Auswahl, so daß individuelle Gestaltungswünsche berücksichtigt werden können.

- http://www.baumagazin.de/519