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Der Dachausbau (III)

Auf die Frage, aus was denn ein Fußboden besteht, bekommt man oft die Antwort: "Aus der Auslegeware und dem darauf liegenden Teppich". Schön wäre es, aber ganz so einfach ist es nun doch nicht.Auf die Frage, aus was denn ein Fußboden besteht, bekommt man oft die Antwort: "Aus der Auslegeware und dem darauf liegenden Teppich". Schön wäre es, aber ganz so einfach ist es nun doch nicht.

Woraus besteht denn nun also ein Fußboden? Diese Frage beantwortet die Ansicht des Querschnitts eines Fußbodens bzw. einer Zimmerdecke. Logischerweise stellt ja der Fußboden eines Zimmers die Deckenkonstruktion für das darunterliegende Zimmer dar.

Welche Aufgaben hat nun ein Fußboden bzw. eine Geschoßdecke zu erfüllen? Für uns ist in erster Linie die begehbare Fläche von Bedeutung. Weitere wichtige Faktoren sind die Schall- und die Wärmedämmung, denn sowohl ständige Lärmbelästigung durch Trittgeräusche als auch ständig kalte Füße beeinträchtigen den Wohnwert erheblich. Der Fußboden bzw. die Zimmerdecke sollte nach Möglichkeit wasserdicht sein. Auch bei einem Brand wird eine gewisse Stabilität erwartet. Natürlich trägt der Fußboden einen wesentlichen Teil dazu bei, um sich in einem Raum wohlzufühlen. Bekommt man ständig aufgrund einer fehlenden bzw. mangelhaften Wärmedämmung kalte Füße, ist schon viel von der Behaglichkeit eines Wohnraumes dahin. Ebenso nachteilig wirkt es sich aus, wenn ein Hausbewohner ständig das Gefühl hat, die Zimmerdecke würde ihm auf den Kopf fallen, weil der über ihm wohnende Nachbar gerade im Zimmer umhergeht.

Auch die praktischen Belange, wie die Stabilität und die Pflegefreundlichkeit des Bodenbelages dürfen bei seiner Auswahl nicht außer Acht gelassen werden. Diese Anforderungen gilt es nun zu erfüllen. Womit das der Bauherr erreichen kann, soll im Folgenden dargestellt werden. Der Einfachheit halber und auch in Bezug auf den Dachausbau gehe ich von einer Zwischendecke aus. Wie eine solche Zwischendecke aussehen kann, soll hier anhand von Grafiken gezeigt werden.

[IMG]der_dachausbau3.2.gif[/IMG]Die einfachste und zugleich auch billigste Variante ist der Balken und der sich darauf befindliche Fußboden. Ein solcher Aufbau hat zur Folge, daß hier in keiner Weise von einer Wärmedämmung gesprochen werden kann. Außerdem bleibt auch die Schalldämmung auf der Strecke. Eine solche Decke läßt sich nur realisieren, wenn der neue Fußboden in Form einer Zwischendecke ausgebaut wird. Eine Lösung wie auf dem Bild im Artikel zum Trockenausbau wäre eine Möglichkeit. Diese Lösung erfordert den geringsten finanziellen Einsatz (ca.80 DM/m2). An Materialeinsatz fallen gerade einmal die Holzbalkendecke und eine darauf genagelte 30-mm-Spanplatte an. Zwischen Spanplatte und Balken kommt noch ein Filzstreifen als Dämmung gegen den Schall. Von Wohnqualität kann jedoch bei einem solchen Fußboden nicht die Rede sein.

[IMG]der_dachausbau3.3.gif[/IMG]Eine Steigerung zur vorgenannten Sparvariante bedeutet das Verlegen eines Fußbodenbelages (z. B. Teppichboden) auf die Spanplatten. Diese Variante erhöht die Kosten um ca. 40 DM/m2.

[IMG]der_dachausbau3.4.gif[/IMG]Weitere 65 DM/m2 kommen hinzu, wenn man an die Unterseite der Deckenbalken eine Verkleidung anbringt und den Zwischenraum mit Dämmaterial füllt. So kommen wir der Behaglichkeit immer näher.

[IMG]der_dachausbau3.5.gif[/IMG]Perfekt wird der Aufbau des Fußbodens, wenn man zwischen Fußboden und Deckenverkleidung einen sogenannten "Blindboden" einbaut. Das verteuert die ganze Angelegenheit um ca. 100 DM/m2. Aber an dieser Stelle haben wir bereits das größtmögliche Maß an Komfortabilität erreicht. Kalte Füße durch mangelhafte Wärmedämmung und Lärmbelästigung durch Gehgeräusche sind damit beinahe ausgeschlossen. Auf diese Weise belaufen sich die Kosten für eine neue Zimmerdecke bzw. einen neuen Fußboden auf ca. DM 300/m2. Diese Kosten entstehen bei einer zusätzlich eingebauten Decke. In den meisten Fällen ist jedoch die Decke bereits vorhanden, und daher entstehen Kosten nur für den Ausbau des Fußbodens. Wie sich diese gestalten, soll hier kurz ausgeführt werden.

[IMG]der_dachausbau3.6.gif[/IMG]Vor uns liegt der "nackte" Fußboden. Hier ist es gleichgültig, ob es sich um eine Dielung oder eine Betondecke handelt. Beide Oberflächen genügen kaum den Ansprüchen eines modernen Fußbodens. Deshalb hier einige Hinweise für dessen Ausbau bzw. Aufbau. Haben wir auf dem unausgebauten Dachboden einen Fußboden, wie auf dem Bild des alten Bodens, sollten auf den alten Dielen noch einmal Spanplatten angebracht werden. Auf diese kommt anschließend die Zwischenschicht (oder Unterboden) in Form einer Ausgleichsmasse, Estrich genannt. Dieser sorgt für eine glatte und plane Oberfläche. Die Kosten für den Estrich belaufen sich auf ca. 20 bis 60 DM/m2. Je nach Art des Estrichs ist er nach einigen Stunden, bei Trockenestrich nach wenigen Tagen, begehbar und weiter bearbeitbar. Auf diesen Estrich wird anschließend der eigentliche Fußbodenbelag gelegt. Hier gibt es eine reiche Auswahl, die vom preiswerten PVC-Belag bis hin zum Mamorfußboden reicht. Letzterer ist jedoch als Fußboden für einen ausgebauten Dachboden nur bei entsprechender Deckenkonstruktion denkbar. Fliesen erfreuen sich momentan steigender Beliebtheit, denn dieser Belag ist pflegeleicht und allergikerfreundlich. Nachteil solcher festen Beläge ist die leichte Schallübertragung des Materials. Daher sollte der Unterboden entsprechend vorbereitet und eine gute Schalldämmung vorher in die Decke eingebaut worden sein.

Inwieweit ist man nun in der Lage, den Bodenbelag selbst zu verlegen? Das Verlegen von Bodenbelägen wird in den meisten Fällen bereits vom Heimwerker in Eigenleistung ausgeführt. Allenfalls das Verlegen von Linoleum und Fliesen stellt eine aufwendige Arbeit dar, die nicht unbedingt von jedem selbst ausgeführt werden kann. Die Tatsache des Selbermachens bietet den Vorteil, daß sich der Ausbauer den Fußbodenbelag in den diversen Fachmärkten selbst aussuchen und dadurch Sonderangebote nutzen kann. So lassen sich die Kosten pro m2 auf ein Minimum reduzieren. Selbst billige Fußböden halten in der Regel länger als die Mode. Greift man an dieser Stelle auf ein Auslaufmodell zurück, so heißt das nicht, daß dieser Fußboden nicht auch Jahre halten kann. An dieser Stelle sollen nun einige Tips zum Verlegen der verschiedenen Materialien gegeben werden.

Der Teppichboden

Er stellt immer noch den am meisten eingesetzten Fußbodenbelag dar. Auf der Rückseite ist eine mehr oder wenige dicke schaumartige Schicht aufgebracht, die sowohl für eine Wärme- als auch für eine Schalldämmung sorgt. Der Estrich sollte beim Verlegen des Teppichbodens staubfrei sein. Der Fußbodenbelag wird anschließend ausgerollt, damit sich eventuell größere Temperaturunterschiede zwischen Lager- und Verlegeort ausgleichen und sich der Teppichboden glatt legt. Gewichte verhindern ein Verrutschen der Anschlüsse beim Einsatz von mehreren Bahnen.

[IMG]der_dachausbau3.7.gif[/IMG]Das Verlegen beginnt sinnvollerweise in den Ecken. Deshalb sind die Ecken vor dem Ausrollen auszusuchen. An Stellen, wo sich der Belag auswirft, wird er zuerst einmal eingeschnitten. Zum Verkleben wird nun der Belag zur Hälfte wieder eingerollt und der Kleber wird großflächig mit einem Zahnspachtel verteilt. Bei diesen Tätigkeiten sollte man auf eine gute Belüftung der Räume achten, da in den Klebern Lösungsmittel enthalten sein können, die gesundheitsschädlich sein könnten. Setzt man im Gegensatz zu Kunstharzklebern, die Lösungsmittel enthalten, Naturharz- oder Dispersionskleber ein, entstehen keine schädlichen Dämpfe. Bei dieser Art von Klebstoffen wird Wasser als Lösungsmittel verwendet. Nach der Ablüftzeit kann der Teppichboden wieder ausgerollt werden. Er wird dann zuerst an den Rändern angedrückt. Nachdem man die weiteren Bahnen ausgerollt und angedrückt hat, wird der ganze Teppichboden festgewalzt. Bei ausreichendem Eigengewicht liegt ein Teppichboden mitunter auch ohne Kleben paßgenau auf dem Fußboden.

Dielen und Parkett

[IMG]der_dachausbau3.8.gif[/IMG]Holz sorgt für ein angenehmes Raumklima. Daher sind solche Fußböden heute immer noch sehr beliebt. Baumärkte und Möbelhäuser führen heute ein breites Angebot an derartigen Belägen in ihrem Sortiment. So gibt es Vollholzdielen, die bereits fertig versiegelt sind. Auch Fertigparkett ist bereits vorbehandelt, und es bedarf keiner Nacharbeit. Eine preisgünstige Alternative zum Parkettfußboden stellen Laminatfußböden dar. Alle Materialien sollten vor dem Verlegen 24 Stunden im Raum liegen, um sich dem Raumklima anzupassen. Außerdem sollten diese Bodenbeläge bei Zimmertemperatur verlegt werden. So werden Schäden durch das Schwinden des Holzes vermieden. Selbst Spanplatten "arbeiten" immer noch ein wenig. Schließlich handelt es sich dabei ebenfalls um ein Produkt, in dem Holz verarbeitet wurde.

Bodenbelägen aus Holz werden "schwimmend" verlegt, d. h., es wird ein Untergerüst gebaut, auf das Dielen oder Parkett aufgebracht werden. Der Abstand zwischen den Hölzern beträgt 5 cm. Voraussetzung für einen geraden Boden ist eine genaue Ausrichtung des Untergerüstes mit Hilfe von Richtscheit und Wasserwaage. Weitere Arbeitsmittel sind Distanzkeile, Schlagklotz, Säge, Zugeisen, Leim und Reparaturpaste.

Verbunden werden die Elemente mit Hilfe von Nut und Feder. Sie werden nicht fest mit dem Untergrund verbunden, wie beim Teppichboden bzw. bei anderen elastischen Bodenbelägen. Beim Untergrund wird durch die Feder genagelt, und somit erreicht man die lang haltende Befestigung. Abstandhalter an den Wänden sichern ab, daß der Fußboden genügend Raum zum Ausdehnen hat. Diese Dehnungsfugen sind notwendig, denn Dielen können im Laufe der Zeit bis zu einem Zentimeter arbeiten. So kann es sein, daß die Dielen im Laufe der Zeit locker werden und sie dadurch wieder befestigt werden müssen. Das ist ganz von den Raumverhältnissen abhängig (Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit des Zimmers).

Elastische Beläge

Diese Bodenbeläge sind strapazierfähig und unempfindlich gegen Wasser. Ein weiterer Vorteil ist, daß sie relativ kostengünstig sind. Die meisten sind sogar für Fußböden mit Fußbodenheizung geeignet. Es gibt sie sowohl in Rollen- als auch in Plattenform. Mehr und mehr kommen auch Beläge aus Naturstoffen wie aus Sisal, Kork, Wolle, und Kokosfasern in Gebrauch. Solche Bodenbeläge werden auf den sauberen Estrich verklebt. Da Übergänge nicht kaschiert werden können, muß man auf eine saubere Verarbeitung achten. Voraussetzung dafür ist ein trockener und ebener Untergrund. Der Belag wird an den Fugen dicht aneinander gestoßen. An den Fugen ist Kleber besonders sorgfältig aufzutragen, damit sich der Boden an den Stellen nicht lösen kann. Korkböden haben gute Schall- und Wärmedämmeigenschaften. Sie vermitteln ein federndes Laufgefühl und tragen so zu einem angenehmen Wohlbefinden bei. Da Kork auch gut Feuchtigkeit verkraften kann, läßt er sich gut in Kellern oder Baderäumen einsetzen. Korkfliesen werden einfach mit einem Kleber verklebt und dann mit einem Gummihammer festgeklopft. Es ist besonders darauf zu achten, daß die Ränder festgedrückt werden.

- http://www.baumagazin.de/523