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Fliesen (IV)

Fliesen und Platten lassen sich in drei Gruppen aufteilen: Keramische Produkte Natursteine KunststeineFliesen und Platten lassen sich in drei Gruppen aufteilen:
Keramische ProdukteNatursteineKunststeine
Keramische Produkte

Die Tonherstellung aus einem Gemisch aus Ton, Wasser und Versatzstoffen wie Quarzsand, Feldspat, Kalkspat oder Schamotte gehört zu einem der ältesten Erzeugnissen der Menschheit. Die Zusammensetzung der heutigen Fliesen und Platten ist im Prinzip unverändert geblieben. Sie ist lediglich verfeinert worden und die früher mühsame manuelle Herstellung der Mischung aus Ton und Wasser sowie die Formgebung und das Brennen sind durch moderne Maschinen abgelöst worden.

Sehr vereinfacht dargestellt, sieht die Herstellung folgendermaßen aus: Die Masse wird geformt, dann wird ihr durch Brennen bei hohen Temperaturen das Wasser wieder entzogen, und es entsteht das keramische Produkt. Wird beim Formen die noch feuchte Masse in liegende Formen gestrichen oder gegossen, spricht man von Fliesen, wird die Masse aber durch eine Strangpresse getrieben und dann geschnitten, spricht man von (Spalt-) Platten.

Und so unterscheidet der Fachmann je nach Produktanforderung nach trockengepreßten keramischen Fliesen und Platten und nach stranggespreßten keramischen Fliesen und Platten. Unter dem Begriff Platten sind auch Naturstein- >Fliesen< und Kunststeine erfaßt. Nach ihren Oberflächen betrachtet, lassen sie sich folgendermaßen einteilen:

1. Glasierte Oberflächen
Bei dieser Oberfläche erfolgt nach der Trocknung zuerst das Glasieren, danach der Brand.

glatte glänzende Glasur in allen Farben, einfarbig oder bunt, auf Steingut, Steinzeug, Spaltplatten strukturierte, glänzende Oberfläche in allen Farben, einfarbig oder bunt, auf Steingut, Steinzeug, Spaltplattenglatte, matte Glasur in allen Farben, s.o.strukturierte, matte Glasur in allen Farben, s.o.
Glasierte Steinzeugfliesen sind gar nicht fleckempfindlich, dafür bei Nässe weniger rutschsicher. Außerdem ist die Glasur bei mechanischer Beanspruchung weniger widerstandsfähig als die Oberfläche von unglasiertem Steinzeug. Glasierte Fliesen werden deshalb in Abriebgruppen eingeteilt. Abrieb ist der Oberflächenverschleiß bei Fliesen. Die Beanspruchungsgruppen bezeichnen den empfohlenen Anwendungsbereich der Fliesen für den Fußboden.

[IMG]fliesen2.1.gif[/IMG]Die Klassifizierung bedeutet nicht, daß nach einigen Jahren Benutzung kein Verschleiß auftritt, sondern lediglich, daß die Fliesen sich entsprechend der Klassifizierung für die Anwendung in bestimmten Bereichen eignen.

[IMG]fliesen2.2.gif[/IMG]Klasse 1: Für den Barfuß- und Hausschuhbereich in Bädern und SchlafzimmernKlasse 2: Für den allgemeinen Wohnbereich wie Wohn- und Eßzimmer.Klasse 3: Für mittlere Beanspruchung in Dielen, Fluren sowie auf Terrassen und Balkonen.

2. Unglasierte Oberflächen

Hier erfolgt nach der Trocknung sofort der Brand.

glatte stumpfe Oberfläche des Scherbens, eingefärbt, Steinzeugstrukturierte, stumpfe Oberfläche des Scherbens, eingefärbt, Steinzeuggeschliffene Oberfläche des Scherbens, eingefärbt, Steinzeugrauhe, stumpfe Oberfläche des Scherbens, natürliche Farben, Ziegelfliesen, Cotto, Spaltplattengeschliffene Oberfläche des Scherbens, natürliche Farben, Ziegelfliesen, Cottoglatte, stumpfe Oberfläche des gekörnten Scherbens, eingefärbt, Feinsteinzeuggeschliffene Oberfläche des gekörnten Scherbens, eingefärbt, Feinsteinzeug.

Glasierte Fliesen aus Feinsteinzeug sind extrem widerstandsfähig und belastbar mit durchgefärbten Massen mit einer Wasseraufnahme von unter 1%.

Naturstein

Hier unterscheidet man durch die Art ihrer Entstehung.
Erstarrungsgesteine - Tiefengesteine, in großer Tiefe kristallisiert, z. B. Granit; - Erdgußgesteine, Lava, die an der Oberfläche erstarrt ist, z.B. Basalt.
Ablagerungsgesteine, die durch Ablagerung von Gesteinspartikeln entstehen, z.B. alle Kalksteine.
Umwandlungsgesteine, durch Druck und Hitze umgewandelte Gesteine, z.B. Marmor oder Schiefer.
Für die Verwendung der Natursteine als Fliesen und Platten ist obige wissenschaftliche Klassifizierung nicht so wichtig, obwohl dieser Entstehungsprozeß das Aussehen entscheidend beeinflußt. Hier läßt sich nun folgende Einteilung für die bekanntesten und typischen Natursteine aufstellen:

1. Granite
dicht, grob bis feinkörnig, vollkristallin; in der äußersten Schicht transparent, gesprenkelt, alle Grau- bis Schwarztöne, Grün, Braunrot; hart und unempfindlich.

2. Marmor
körnig, massig, grob- bis feinkristallin; alle Farben, einfarbig oder stark geädert; säureempfindlich. Bekanntestes Beispiel: Carrara, von reinweiß bis grau geädert.

3. Kalkstein
feinkristallin, dicht bis porig; einfarbig oder geflammt; säureempfindlich. Bekannt als Sollnhofener Platten, Juramarmor, beide dicht und meist beige bis graubeige, Travertin, löchrig, aber trotzdem dicht, gelblich bis graubraun, und Muschelkalk, graubraun, mit durch die Entstehung aus Schalenresten muscheliger Struktur.

4. Schiefer
typisch schiefrige Struktur, dicht; alle Grautöne bis schwarz.

Es ist nicht möglich, alle Arten von >Marmor< wie die Natursteine allgemein zu Unrecht betitelt werden - aufzuzählen und zu beschreiben. Für seine Verwendung sollte man sich genau über die Ansprüche im Klaren sein, die an die Widerstandsfähigkeit, Wohnlichkeit und Farbgebung gestellt werden.



Kunststein

Dieser wird im Gegensatz zu keramischen Fliesen und Platten auf kaltem Weg hergestellt. Und zwar aus einem Gemisch aus Bindemitteln, Zuschlagstoffen und Wasser. Die Bindemittel heute, meist aus Kunstharzen, binden an der Luft ab und verkitten die Zuschlagstoffe zu einem künstlichen Stein. Das Aussehen der Kunststeine bestimmen die Zuschlagstoffe, Steine, Marmorstücke, Glas, Metalle und die beigemischte Farbe. Heute werden wegen der teuren Herstellungsweise nur noch Platten gefertigt, die von Feinsteinzeug und Natursteinen, vor allem Granit, kaum zu unterscheiden sind. Diese Platten zeichnen sich durch die Struktur der Zuschlagstoffe, wie etwa große Marmorstücke mit rauher Bruchkante in Verbindung mit kleinen Steinchen, aus. Oder durch intensive, bei Marmor nicht vorkommenden Farben und durch Einsprengungen von artfremdem Material wie Glassplitter in starken, künstlichen Farben.


- http://www.baumagazin.de/543