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Auch im Winter: Obstgehölze richtig schneiden

Ab Ende Januar kann man an milden Tagen mit dem Schnitt von Kern- und Beerenobst beginnen. Der Schnitt ist nicht nur für den Ertrag und die Qualität des Obstes wichtig.Durch das Auslichten trocknen die Kronen nach sommerlichen Regenfällen schneller ab und die Gefahr von Pilzinfektionen wird erheblich vermindert. Ohne entsprechende Schnittmaßnahmen (Pflanz-, Erziehungs- und Pflegeschnitt) würden die Gehölze außerdem viele dünne Zweige bilden, die zwar blühen und fruchten, aber so kleine Früchte tragen würden, dass die Ernte letztlich mühsam und nicht lohnend ist. Nach dem Rückschnitt sollten die offenen Stellen mit Wundbalsam bestrichen werden.

Um einen tragfähigen Stamm und ein entsprechendes Astgerüst zu erhalten, muss man bei Obstbäumen in den ersten Jahren die Triebspitze und einige Seitenzweige, die als Gerüstäste ausgebildet werden sollen, jährlich um ca. ein Drittel einkürzen.

Nur ein Trieb darf an der Spitze den Stamm verlängern. Dazu wählt man entweder den Trieb aus, der die eigentliche Triebverlängerung bildet, oder aber einen steilstehenden Seitentrieb. Alle übrigen werden auf Astring weggeschnitten. Verzweigungen auf den Seitentrieben, die steil nach oben wachsen, werden restlos weggeschnitten, weil sie zu stark wachsen. Dies gilt auch für solche Seitentriebe, die am Stamm mit einem Winkel von weniger als 45 Grad abgehen. Bei Belastung würden sie nur ausbrechen, wachsen aber bis dahin stärker als die umstehenden Seitenzweige.

Auch bei Beerenobst müssen die richtigen Schnittmaßnahmen durchgeführt werden. Dazu schneidet man regelmäßig die dicken, alten Äste ganz heraus. Damit führt man eine Verjüngung des Astgerüstes herbei. Wichtig ist, dass genügend Jungäste mit Seitenholz übrigbleiben, damit im Frühjahr Blüten angesetzt werden können. Himbeeren und Brombeeren haben hier eine Sonderstellung. Alle Ruten, die Früchte getragen haben, werden radikal am Boden weggeschnitten. Dies geschieht bei Himbeeren direkt nach der Ernte, bei Brombeeren erst im Winter.

Sägen Sie tote Äste stets komplett ab. Legen Sie dazu die Säge in den Astwinkel. Führen Sie sie so, dass sie den kürzesten Weg durch den Ast nimmt, also am Astring entlang. Die braune Mitte ist nicht krank! Das ist das Splintholz, der dunkle Kern des Holzes. Der Baum schließt die Wunde vom Wundrand nach innen. Damit keine weiteren Pilzsporen über die Wunde ins Holz eindringen, verschließt man diese mit einem Wundverschlussmittel. Bei Obstbäumen wird generell die gesamte Wundfläche mit dem Wundverschlussmittel geschützt. Bei Laubbäumen wie Linde und Ahorn reicht es, den Wundrand zu bestreichen.


Was müssen Sie Beim Schnitt beachten?

- Nicht bei Temperaturen unter -5 Grad Celsius schneiden, weil das Holz dann brüchig ist und Schnittwunden schlecht verheilen.

- Nehmen Sie lieber eine ganze Astpartie heraus, als mehrere einzelne Zweige. Je mehr Schnittstellen entstehen, desto mehr Wunden hat der Baum.

- Große Schnittstellen mit einem scharfen Messer glatt schneiden und mit Wundverschlussmittel bestreichen.

- Schwache Triebe entfernen.

- Bei Johannisbeeren ist der Ertrag von einer guten Verzweigung abhängig. Deshalb wird der letztjährige Haupttrieb um ein Drittel eingekürzt, damit er sich verzweigen kann.


Tipp:

Den richtigen Schnitt der Obstgehölze lernt man am besten in der Praxis. Volkshochschulen, Gartenbauvereine und Kleingartenvereine bieten regelmäßig im Winter Schnittkurse an. Sie werden von Fachleuten durchgeführt und man kann sich bei ihnen die Tricks und Kniffe abschauen.


frawa


- http://www.baumagazin.de/1529