„BioHaus“ als transatlantische grüne Brücke zwischen Kontinenten

Osnabrück. Die Tochter des ehemaligen amerikanischen Präsidenten, Chelsea Clinton, war sechs Mal dort. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, lobte den Ort: Das Dorf „Waldsee“ liegt zwar nahe dem Mississippi im Bundesstaat Minnesota, und doch ist die Nähe zu Deutschland unübersehbar. Deutsche Sprache und Kultur werden Jugendlichen hier schon seit den 60er Jahren vermittelt. Jetzt eröffnet in „Waldsee“ ein mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gebautes Umweltbildungszentrum: „Das ‚BioHaus’ soll Ansätze des europäischen Umweltschutzes vermittelnOsnabrück. Die Tochter des ehemaligen amerikanischen Präsidenten, Chelsea Clinton, war sechs Mal dort. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, lobte den Ort: Das Dorf „Waldsee“ liegt zwar nahe dem Mississippi im Bundesstaat Minnesota, und doch ist die Nähe zu Deutschland unübersehbar. Deutsche Sprache und Kultur werden Jugendlichen hier schon seit den 60er Jahren vermittelt. Jetzt eröffnet in „Waldsee“ ein mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gebautes Umweltbildungszentrum. „Das ‚BioHaus’ soll Ansätze des europäischen Umweltschutzes vermitteln. Es wird eine transatlantische grüne Brücke zwischen den beiden Kontinenten bauen”, sagte DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers zur Eröffnung. Das Passivhaus könne außerdem deutsche Innovationskraft und Umwelttechnik demonstrieren. „Es zeigt die Weltsicht des modernen Deutschland“, meint Dan Hamilton, Direktor des Sprachdorfs. Für die DBU ist das Projekt das erste Vorhaben in den USA.

Im Wald am Rande des Dorfes baute das Concordia College (Moorhead, Minnesota) das 400 Quadratmeter große, zweigeschossige Passivhaus, das nach deutschem Standard zertifiziert wurde. Das „BioHaus“ verbrauche 85 Prozent weniger Energie als vergleichbare Gebäude in den Vereinigten Staaten. „Es hat in den USA Pioniercharakter“, meint Hamilton. Erreicht werde dies durch den innovativen und vielfältigen Einsatz von Isoliertechniken, Wärmerückgewinnung und Luftaustausch sowie durch hochwertige energieoptimierte Türen und Fenster. „WaldseeBewohner werden in dieser phantastischen Anlage kochen, spielen und dabei nicht nur deutsch, sondern auch etwas über naturwissenschaftliche Zusammenhänge anhand nachhaltiger Architektur lernen – es gibt nirgendwo etwas Vergleichbares“, schwärmt Hamilton. Die Jugendlichen könnten mit Hilfe komplexer Sensoren die Vitalfunktionen des Hauses messen, alles auf deutsch und im metrischen System, wie es auf der Welt Standard ist.

„Waldsee“ ist nicht nur das älteste der 14 Sprachdörfer des Concordia College. „Es zählt zu den führenden Zentren zur Vermittlung eines aktuellen Deutschlandbildes in den USA“, erläutert Hamilton, der für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Die Einrichtungen bieten ein, zwei und vierwöchige Programme zum ganzheitlichen Sprachenlernen an, darunter Kurse, die von Schulen oder Colleges als Studienleistungen anerkannt werden. Schulgruppen, Erwachsene und Familien können aber auch für Wochen und Wochenendkurse während des Schuljahres nach Minnesota kommen. Neben den jährlich rund 1.500 jugendlichen „Waldsee“-Besuchern zwischen sieben und 18 Jahren sollen auch Studierende verschiedener Hochschulen in das Umweltbildungsprogramm einbezogen werden. „Waldsee“-Lehrmaterialien für den Deutschunterricht sollen an Schulen und Colleges in allen 50 amerikanischen Bundesstaaten und in Kanada Verwendung finden.

Besonderes Gewicht legt die DBU, die das Projekt mit rund 500.000 Euro fördert, auf das geplante „Handbuch zur Umwelterziehung“, das die Vermittlung eines modernen Deutschlandbildes mit Aspekten der Umweltpädagogik verknüpft. Naturpädagogik, technischer Umweltschutz und „kulturbezogene Ansätze zu umweltbewusstem Leben“ – darum wird es in dem Handbuch gehen. „Das BioHaus ist ein einzigartiger Ausgangspunkt für Umweltpädagogik und für interkulturelle Bildung, das kommende Generationen von Europäern und Amerikanern im Hinblick auf unsere gemeinsame Zukunft verbinden wird“, meint Elpers.

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