Studie des Fraunhofer IBPDezentrales Pumpensystem im Praxistest

Das Fraunhofer Institut für Bauphysik zeigt in einem Feldversuch, wie Heizkosten um 20 Prozent reduziert werden können. Die Einsparungen werden durch ein dezentrales Pumpensystem erreicht. Dabei ersetzen kleine Pumpen an den einzelnen Heizkörpern die zentrale Umwälzpumpe im Keller. Eine vierköpfige Familie kann mit der neuen Technik 400 Euro im Jahr sparen und entlastet die Umwelt um etwa 1,6 t CO2.In dem von den Wissenschaftlern durchgeführten Praxistest wurde der Heizenergieverbrauch von zwei baugleichen Einfamilienhäusern mit unterschiedlichen Pumpensystemen bei identischem Nutzerverhalten während einer Heizperiode verglichen. Die Auswertung der Messdaten hat neben der Reduzierung der Heizenergie um 20 Prozent auch eine Einsparung beim für die Heizung benötigten Strom um 50 Prozent ergeben. Diese Ergebnisse sind nun auch durch den TÜV Rheinland zertifiziert
worden.
Die Ersparnis bei der Heizenergie wird durch ein neues Grundprinzip der Heizung ermöglicht, das die Wärmeverteilung effizienter als das herkömmliche System organisiert. Jeder Heizkörper wird nur bei Bedarf mit Wärme versorgt – nicht von einer großen, zentralen Umwälzpumpe im Keller, sondern durch dezentrale Miniaturpumpen, die an den Heizkörpern selbst befestigt werden. Hierdurch wird eine schnellere, genauere und damit deutlich effizientere Erwärmung der Heizflächen bewirkt. Das Heizwasser wird nicht mehr gegen die Drosselung der Thermostatventile durch die Rohre gepumpt, die
Wärmeverluste werden reduziert.
"Das Prinzip der dezentralen Pumpen nutzt die vorhandene Wärme besser als konventionelle Heizungssysteme. Angesichts von langfristig steigenden Energiepreisen sind solche Innovationen zur Modernisierung von Gebäuden sehr wichtig, um Heizkosten zu sparen", so Herbert Sinnesbichler, Leiter der Versuchsreihe beim Fraunhofer IBP.
Die Kosten für einen Umbau amortisieren sich durch die jährliche Einsparung von 20 Prozent der Heizkosten schnell: Eine (auf komfortablen 160 Quadratmetern wohnende) vierköpfige Familie kann bei den derzeitigen Heizkosten mit dem dezentralen Pumpsystem mehr als 400 Euro im Jahr sparen. Und natürlich ist die neue Technik nicht nur gut für die Finanzen, sondern auch für die Ökobilanz: Eine vierköpfige Familie kann – basierend auf den bundesweiten Durchschnittswerten des CO2-Rechners des Umweltbundesamtes - den Ausstoß von rund 1,6 Tonnen Kohlendioxid vermeiden und damit einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. 

Mehr Infos zu dem "Wilo-Geniax" getauften dezentralen Pumpensystem gibt es beim Dortmunder  Hersteller WILO SE unter www.wilo.de

Autor: jn - //www.baumagazin.de/4394