Konkurrenz in der KücheGas, Ceran oder Induktion?

Bereits in den 1980er Jahren entwickelt, gewinnt die Induktionstechnik in jüngster Zeit selbst bei eingefleischten Gasfans mehr und mehr Anhänger.In Frankreich - der Heimat der Haute Cuisine - wird traditionell auf Gas gekocht. In deutschen Küchen, wo Jahrzehntelang der E-Herd das Sagen hatte, konnte Gas sich nicht wirklich durchsetzen. Dabei hat Gas einige Vorteile: Da es sofort verfügbar ist, entfällt langes Aufheizen - das Kochen geht schneller und  ist wegen niedrigerer
Energiekosten im Vergleich deutlich günstiger. Darüberhinaus lassen sich die Flammen leichter  regulieren - die Hitze ist nicht nur schnell da, sondern ebenso schnell wieder weg, stellt man die Gaszufuhr aus. Kein  wunder, dass Gas insbesondere in Profi- und High End-Küchen als das Non-Plus-Ultra galt.

Ängstliche Gemüter allerdings schreckten wegen der offenen Flammen vor dem Gasherd zurück. Darüberhinaus  erschien ein Gasherd mangels Gasanschluss in den meisten deutschen Küchen und der daher notwendigen Gasflasche mitsamt dem
regelmäßigen Austausch und Neuanschluss, recht unpraktisch. So wurde, trotz des höheren Energieverbrauchs, Omis alter E-Herd eher gegen einen Herd mit Ceranfeldern ausgetauscht, als gegen einen Gasherd.

Heute stellt sich die Frage Gas oder Ceran nicht mehr ernsthaft. Und das liegt an der zunehmenden Popularität von Induktionskochfeldern. Denn ein Induktionsfeld, auf dem die Speisen mittels eines durch Wechselstrom erzeugten Magnetfelds erhitzt werden, bietet im Vergleich sowohl mit Ceran- als auch mit Gaskochstellen einige Vorteile - bei eher geringen Nachteilen. 
So erhitzt ein Induktionsfeld, vergleichbar mit Gas, deutlich schneller als ein Ceranfeld. Und sie ist auch ebenso schnell wieder kalt, stellt man das Kochfeld aus. Denn ohne Strom kein Magnetfeld und ohne Magnetfeld keine Wärme - die Gefahr, sich auf einer
abgedrehten, aber noch heißen Herdplatte zu verbrennen gehört damit der Vergangenheit an.
Zu Reinigen ist ein Induktionsherd deutlich leichter als ein Gasherd - und sogar leichter als ein Ceranfeld. Kocht etwas über, kann der Topf einfach beiseite gestellt und die Platte direkt gesäubert werden - Eingebranntes gehört damit ebenso der Vergangenheit an wie verbrannte Finger.
Und da darüberhinaus bei einem Induktionsfeld tatsächlich nur jene Fläche aufgeheizt wird, die vom Topf bedeckt wird und keine Wärmeenergie in den Töpfen selbst gespeichert wird, ist der Betrieb recht günstig.
 
Der größte Nachteil eines Induktionsherds ist der (bisher noch) höhere Anschaffungspreis. Hinzu kommt die Tatsache, dass neues Kochgeschirr benötigt wird, denn herkömmliche  Pfannen und Töpfe werden durch das Magnetfeld nicht erhitzt.
Das macht den Umstieg auf die Induktionstechnik nicht gerade günstig - auch wenn später im Alltag Energie und damit bares Geld gespart wird.
Zudem sind Induktionsfelder durch die notwendige Lüftung etwas lauter als Ceran- oder Gasfelder - für empfindliche Menschen gewöhnungsbedürftig.
Und schließlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass, zumindest theoretisch, die Gefahr besteht, dass das Magnetfeld einer Induktionsplatte Herzschrittmacher beeinflusst - zumindest wenn diese nicht, wie vorgeschrieben, störfest sind.
Da die Wahrscheinlichkeit einer Störung von Herzschrittmachern zwar sehr gering, aber vor allem auf sehr kurze Distanz nicht vollständig auszuschließen ist, raten die Hersteller Trägern von Herzschrittmachern einen Sicherheitsabstand zur Kochplatte einzuhalten.   

Autor: jn - //www.baumagazin.de/4543