Energiesparen: Informationslücken kosten Bauherren viel Geld

Studie zeigt Lösungen – Praxistipps auf neuer Website: Obwohl sich für Bauherren durch energiesparende Maßnahmen viele Chancen zum Geld sparen bieten, werden diese in der Praxis oft nur unzureichend umgesetzt. Dies zeigt eine Untersuchung der Solarpraxis AG. Die auf zwei Jahre angelegte Untersuchung wird mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördertStudie zeigt Lösungen – Praxistipps auf neuer Website: Obwohl sich für Bauherren durch energiesparende Maßnahmen viele Chancen zum Geld sparen bieten, werden diese in der Praxis oft nur unzureichend umgesetzt. Dies zeigt eine Untersuchung der Solarpraxis AG. Die auf zwei Jahre angelegte Untersuchung wird mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Hauptursache der nicht genutzten Einsparmöglichkeiten sind meist fehlende Information und Kommunikation der am Bau Beteiligten. Die aus dem Projekt abgeleiteten praxisorientierten Ratschläge für Bauherren und Modernisierer sind ab sofort auf der kostenfreien und herstellerneutralen Website www.energieeffizient-bauen.de zu finden.

Beim Umsetzen von Energiesparmaßnahmen in Neubau und Modernisierung zeigen sich heute erhebliche Mängel. Dies kostet unnötig Energie und den Bauherren damit Geld. So wurde in einem untersuchten Fall beispielsweise beim Austausch eines Heizkessels nicht berücksichtigt, dass durch gleichzeitig am Haus angebrachte Wärmedämmung der Heizbedarf sinkt. Ein unnötig großer Kessel wurde gewählt – was den Energiebedarf wieder steigen ließ. Oder der mit der Energiebedarfsberechnung betraute Statiker vergaß, dass sich die Bauherren für einen modernen Pellet-Kessel entschieden hatten - und rechnete statt dessen mit den Verbrauchswerten für einen herkömmlichen Öl- bzw. Gaskessel. Der anschließend gestellte Antrag für einen zinsgünstigen Kredit der KfW-Bankengruppe wurde abgelehnt und dem Bauherren ging ein zinsgünstiger Kredit unwiederbringlich verloren.

Die Studie empfiehlt Bauherren, nur Planer und Handwerker zu beauftragen, welche sich durch Fortbildungen auf dem aktuellen Stand des Wissens halten. Referenzen neuer Objekte sollten abgefragt und bei der Auswahl der Bauunternehmen einbezogen werden. Zusätzlich sollte eine Verbraucherzentrale oder ein Anwalt die Bauverträge prüfen.

Insgesamt können mehr als 60 Prozent des Energiebedarfs in Mehrfamilienhäusern durch energetische Sanierung eingespart werden. Dies ergab eine in die Untersuchung eingeflossene Analyse zahlreicher Energiegutachten durch die Energent AG in Bayreuth. Die Umwelt würde dadurch sogar noch mehr profitieren: denn gleichzeitig könnten die klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen um 83 Prozent gesenkt werden. Dabei hat sich das nachträgliche Dämmen der Kellerdecke in den meisten Fällen als effizienteste Maßnahme erwiesen um Energie zu sparen. Wer eine neue Heizung einbaut, kann ebenfalls viel Geld für Öl und Gas sparen - hier hat sich durch die gestiegenen Brennstoffpreise die Wirtschaftlichkeit extrem verbessert. Dachdämmung und Austausch von Fenstern sind weitere sinnvolle Maßnahmen.

An den Gesetzgeber appelliert das Projekt, in den laufenden Gesetzesverfahren einen "bedarfsorientierten Energiepass" mit begleitender Beratung einzuführen. Der derzeitige nach der Energieeinsparverordnung vorgeschriebene Pass zeigt lediglich den Energiebedarf des Gebäudes auf. Für die Bauherren und Modernisierer sei aber wesentlich, welche Einzelmaßnahmen sich aus wirtschaftlicher Sicht am meisten empfehlen. Langfristig führe an der Einführung eines "Energetischen Gebäude- TÜV" kein Weg vorbei: Wie beim Auto müssten alle Maßnahmen und die daraus resultierende Gesamteffizienz von Gebäuden von unabhängigen Fachleuten geprüft werden - dann wüssten die Verbraucher, welche Maßnahmen für ihren Bau oder ihre Modernisierung finanziell und ökologisch am besten seien.

Die aus den Untersuchungen abgeleiteten Ratschläge für Bauherren und Modernisierer sowie eine Kurzfassung der Studie der Energent AG finden sich auf www.energieeffizient-bauen.de

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