Strompreise verharren im Herbst auf hohem NiveauGroße regionale Preisunterschiede von mehr als 46 Prozent

Während die Gaspreise im Herbst erneut sinken, müssen sich Stromkunden weiter in Geduld üben. „In diesem Jahr wird es nicht mehr zu flächendeckenden Entlastungen für die privaten Haushalte in Deutschland kommen, so dass die Verbraucher auch zum Beginn der energieintensiveren Jahreszeit weiter Rekordpreise für ihren Strombezug zahlen müssen“, erklärt Energieexperte Thorsten Bohg vom unabhängigen Verbraucherportal toptarif.deSeit Jahresbeginn kletterten die Strompreise bei den rund 900 regionalen Grundversorgern in der Bundesrepublik im Durchschnitt um 7,1 Prozent. Auch in den kommenden Wochen planen 12 weitere Unternehmen Preiserhöhungen von durchschnittlich 5,7 Prozent.

Große Unterschiede in der Preisgestaltung

Auffällig bei den Strompreisen im Jahr 2009 sind die großen Preisunterschiede, zu denen die Versorger ihre Kunden mit Strom beliefern. Während der aktuell günstigste Grundversorger Vattenfall einem Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom in Hamburg 718 Euro im günstigsten verfügbaren Tarif berechnet, verlangen die Stadtwerke Borna in Sachsen mit 1.051 Euro über 46 Prozent mehr für die gleiche Strommenge. Nach Recherchen von toptarif.de bieten 25 lokale Versorger zum jetzigen Zeitpunkt Strom für unter 800 Euro bei einer Abnahmemenge von 4.000 kWh an. Bei 11 Unternehmen werden mehr als 1.000 Euro fällig.

Wettbewerber locken mit hohen Einsparpotentialen

„Die stetige Aufwärtsbewegung der Strompreise bei den Grundversorgern ist allerdings nur die eine Seite des Strommarktes“, macht Bohg deutlich. „Insgesamt nimmt der Konkurrenzdruck unter den Unternehmen durch immer neue Anbieter stetig zu.“ Der zunehmende Wettbewerb wird bisher allerdings von den Grundversorgern in vielen Regionen kaum angenommen. Daher geht die Schere zwischen den Preisen der örtlichen Stadtwerke und denen der Wettbewerber immer weiter auseinander. „Von dieser zunehmenden Diskrepanz der Strompreise können Verbraucher durch einen Anbieterwechsel enorm profitieren“, so Bohg.

Für die 25 teuersten und günstigsten Grundversorger hat toptarif.de die maximalen Einsparpotentiale durch die Wahl eines neuen Anbieters ermittelt. Fazit: Wer von den teuren Grundversorgern zu einem günstigen Anbieter wechselt, spart bei einem Verbrauch von 4.000 kWh Strom durchschnittlich 248 Euro im Jahr. Bei der Wahl von Tarifen mit jährlicher Zahlungsweise steigt das Einsparpotential sogar auf 414 Euro an. Auch die Preise der 25 günstigsten lokalen Versorger werden von den Wettbewerbern im Schnitt um 61 Euro unterboten. Die günstigsten Angebote mit jährlicher Zahlungsweise sparen hier 198 Euro.

„Letztlich ist der Verbraucher der Schlüssel für einen funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt“, weist Bohg hin. „Die Chance, vom liberalisierten Strommarkt zu profitieren, ist durch zahlreiche verfügbare Alternativen für Jedermann gegeben. Gerade die Verbraucher haben die Möglichkeit, über ihr Nachfrageverhalten entsprechenden Druck auf die Unternehmen auszuüben und so die Preisschraube zurück zu drehen.“

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