Der richtige „Dreh“Jetzt die Heizungsanlage warten lassen

Endlich wieder warm! Die ersten Sonnenstrahlen lassen den kalten Winter vergessen und wecken bei vielen Menschen Frühlingsgefühle. Dabei geraten auch schnell die Tücken der Heizung in Vergessenheit, die in vielen Häusern unnötig viel Energie verbraucht. Doch gerade nach dem Winter sollten Hauseigentümer daran denken, ihre Heizungsanlage warten zu lassen, rät Andreas Skrypietz, Energieberater und Leiter der Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)Bei vielen älteren Anlagen verteile sich die Wärme im Haus nicht gleichmäßig, obwohl die Heizungsanlage auf Hochtouren laufe. In der Regel helfe schon ein so genannter hydraulischer Abgleich, damit in einem Gebäude alle Räume gleichmäßig mit Wärme versorgt würden. Das senke nicht nur den Energieverbrauch, sondern vermeide auch unnötig hohe Kosten.

Ein wichtiger Hinweis darauf, dass mit der Heizung etwas nicht stimme, seien schwankende Temperaturen bei gleich bleibenden Einstellungen. Würden die Zimmer auch dann nicht warm, wenn die Heizung auf Maximum stehe, überhitzten sich Räume in Nähe der Heizanlage oder sei ein Pfeifen an den Ventilen zu hören, könne ein hydraulischer Abgleich helfen. Dabei stelle ein Fachmann an jedem Heizköper die Ventile so ein, dass im ganzen Haus genau die Wärmemenge ankomme, die für ein gleichmäßiges Heizen der Räume benötigt werde. Allein dieser Abgleich könne den Energiebedarf um zehn bis zwanzig Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr senken.

Skrypietz rät, über einen Test herauszufinden, ob ein hydraulischer Abgleich notwendig ist: „Dabei werden alle Heizkörperventile auf die höchste Stufe gestellt, und die Temperatur wird an den Vor- und Rücklaufrohren verglichen.“ Die Werte an den einzelnen Heizkörpern müssen annähernd gleich sein. Einen Fachhandwerker, der dieses Verfahren mit genauer Messung und Planung durchführt, finden Hausbesitzer in der Energie-Checker-Datenbank auf www.sanieren-profitieren.de.

Die Partner der DBU-Kampagne bieten einen kostenlosen Energie-Check an, mit dem der Hausbesitzer einen ersten Eindruck zur Energieeffizienz seiner Heizung und anderer Gebäudeteile erhält. Häufig lohne sich der Einbau einer neuen Heizungspumpe, so Skrypietz. Rund 20 Prozent aller Ölheizungen und etwa acht Prozent aller Gasheizungen in Deutschland seien älter als 25 Jahre. Viele dieser Heizungen würden nur zwei Betriebszustände kennen: an und aus. Sie reagierten nur einseitig, eine Feinabstimmung der Temperatur sei meist nicht möglich. Und die Heizung laufe auch dann voll weiter, wenn der eigentliche Bedarf gering sei.

Zudem sei der Aufwand, die Anlagentechnik vollständig zu erneuern oder zu verbessern, relativ gering. „Der Effizienzschub und mögliche bauliche Herausforderungen finden in der Regel ausschließlich im Keller statt, weil dort die Hauptanlagen stehen.“ Die Kosten für eine Verbesserung der alten Anlage oder den Einbau moderner Hocheffizienzpumpen zahlten sich wegen der Energieeinsparung schon innerhalb von zirka zwei Jahren aus. Außerdem gebe es attraktive Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der staatlichen KfW-Bank. Eigentümer von Einfamilienhäusern, die zusammen mit dem hydraulischen Abgleich den Heizkessel tauschen oder dämmen, erhalten Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite. Auch lokale Energieversorger, Kommunen oder Energieagenturen bieten Förderungen an. Weitere Fachbegriffe erklärt „Haus sanieren – profitieren“ in einem Sanierungs-ABC im Internet: www.sanieren-profitieren.de/sanierungs-abc.

- //www.baumagazin.de/5303