Neuer Bautrend:Vertical Farming

Die Baubranche könnte von einer neuen, nachhaltigen Zukunftstechnologie profitieren. Vertical Farming ist eine Sonderform der urbanen Landwirtschaft und die allseits bekannten Dachgärten machen bereits vor, wie es gehen könnte. Auch die normalen Verbraucher, die es sich nicht leisten können, einen Wald auf dem Dach ihrer Penthouse-Wohnung anzulegen, sollen nun von diesem neuen Anbaukonzept profitieren. Die Gewächshäuser, die man auch in deutschen Städten immer öfter auf den Dächern sehen kann, sollen zahlreicher werden und einen Teil des Gemüseanbaus übernehmen. Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, die Natur in die Stadt zu holen.Die Gewächs-Hochhäuser

Frische Tomaten aus urbanen Ballungszentren? Das klingt irgendwie noch immer nach Zukunftsmusik, ist aber eigentlich gar kein Problem. Mehrstöckige Häuser, die bis zum Bersten mit Pflanzen gefüllt sind, automatisch bewässert und geerntet werden – so soll der Anbau in naher Zukunft aussehen. Das Konzept ist so simpel wie genial. In Amerika wirbt momentan zum Beispiel ein Professor an der New Yorker Columbia University für sein Konzept der Gewächshochhäuser mitten in den großen Metropolen der Welt. Ein Wolkenkratzer soll nach diesem Entwurf so viel Lebensmittel liefern wie 1.000 Hektar Ackerland und zudem das Grundwasser schonen und Emissionen senken. Zugleich wird damit auch ein kleiner Teil der Natur zurück in die Stadt geholt. Für manche Leute klingt das nur nach den Hirngespinsten unverbesserlicher Althippies, doch im Grunde stößt diese Idee auf allgemeine Zustimmung. Bereits im Jahre 1999 reifte die Idee des "urbanen Ackerbaus" an der Columbia University zu einer nie dagewesenen Forschungsstudie heran. Insgesamt 50000 Bewohner Manhattans sollten in der Theorie mit umgerechnet 5,26 Hektar Nutzpflanzen auf Dachgärten versorgt werden. Die forschenden Studenten kalkulierten aber, dass mit der zur Verfügung stehenden Fläche nur etwa 2 Prozent der 50000 Bewohner hätte ernährt werden können. Dieses Ergebnis war natürlich höchst unbefriedigend und so kehrte man zu den Reißbrettern zurück und überdachte das Konzept noch einmal. Das Ergebnis war ein ganz neues Grundkonzept, das den Anbau in der Vertikalen vorsah und somit wesentlich ökonomischer anmutete.

Was genau ist eigentlich Vertical Farming?

Mit Gewächshäusern assoziieren die meisten von uns noch immer die Kleingartenidylle und industrielle Blumenzüchtung. Wer sich ein praktisches, günstiges Gewächshäuschen kaufen möchte, kann das heute ganz einfach auf der Internetseite von Otto tun oder sich in einem Spezialgeschäft beraten lassen. Beim Vertical Farming haben die Treibhäuser natürlich eine ganz andere Dimension. Es handelt sich hierbei um eine Zukunftstechnologie, die momentan noch vermehrt als computergeneriertes Designbeispiel existiert, aber vielleicht schon in naher Zukunft zum Stadtbild gehören könnte. Im Prinzip handelt es sich dabei einfach um die Massenproduktion pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse im Ballungsgebiet größerer Städte in mehrstöckigen Gebäuden. Diese werden auch Farmscrapers genannt.

- //www.baumagazin.de/4736