Dem Dachziegel auf der Spur

Große Resonanz verbuchte die erstmals von der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V., Bonn, gemeinsam mit der FH Nürnberg durchgeführte Vortragsveranstaltung zum Thema „Entwerfen und Konstruieren von Ziegeldächern“. Rund 230 Studenten der Fachbereiche Werkstofftechnik, Bauingenieurwesen und Architektur nutzten die Gelegenheit zur umfassenden Information rund um den Dachziegel. Neben Fachvorträgen zählten auch praktische Entwurfsarbeiten sowie das persönliche Gespräch mit Ziegeleirepräsentanten auf der begleitenden internen Messe zum ProgrammGroße Resonanz verbuchte die erstmals von der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e.V., Bonn, gemeinsam mit der FH Nürnberg durchgeführte Vortragsveranstaltung zum Thema „Entwerfen und Konstruieren von Ziegeldächern“. Rund 230 Studenten der Fachbereiche Werkstofftechnik, Bauingenieurwesen und Architektur nutzten die Gelegenheit zur umfassenden Information rund um den Dachziegel. Neben Fachvorträgen zählten auch praktische Entwurfsarbeiten sowie das persönliche Gespräch mit Ziegeleirepräsentanten auf der begleitenden internen Messe zum Programm.

Zielsetzung der Fachtagung war, so Prof. Dr. Richard Wenda, Dekan des Fachbereichs Werkstofftechnik, „über den Tellerrand der jeweiligen Fachbereiche hinaus zu schauen“. Denn eines hätten die Studiengänge Architektur, Werkstofftechnik und Bauingenieurwesen gemein - die Wissenschaft vom Bauen“. Ein wesentliches Element im Hausbau seien Ziegel generell und der Dachziegel im Besonderen. Jeder der Fachbereiche beschäftige sich damit: Werkstofftechniker setzen sich mit der Ziegelproduktion auseinander, Bauingenieure berechnen die Statik und machen die Tragwerksplanung, Architekten planen und konstruieren mit Ziegeln. „Diese einzelnen Aspekte galt es, in der Veranstaltung zusammenzuführen. Dass dies gelang, ist vor allem ein Verdienst der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach als Organisator der Veranstaltung. Dafür zollen wir großen Dank.“ Dies gelte auch für das Sponsoring mehrerer Diplom- und Entwurfsarbeiten in Höhe von insgesamt von 5.500 €.

Im theoretischen Teil standen Herstellung des Ziegels sowie die funktionelle Sicherheit des Ziegeldachs im Mittelpunkt. Die Vorträge befassten sich mit der modernen Fertigung und Qualitätskontrolle, mit Bauphysik, Regen- und Windsogsicherheit, mit Energieeinsparverordnung und funktionstauglichen Steildachkonstruktionen sowie mit der Frage „Dachziegel - ein Gestaltungsthema in der modernen Architektur?“.

Prof. Dr. Wolfgang Krcmar vom Fachbereich Werkstofftechnik stellte auf kompetente und interessante Weise die Herstellung des Ziegels vor - von der Tongrube über Aufbereitung, Formgebung, Trocknung, Brand bis zur Klangprüfung als Qualitätskontrolle. Für ihn ist die Ziegelpräsentation kein Neuland, kann er doch eine enge Kooperation mit der Ziegelindustrie im Zusammenhang mit Forschung und Schulungen vorweisen. Dipl.-Ing. Heinz Zanger, Technischer Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft und Ideengeber dieser Veranstaltung, erläuterte vor den Studenten die Voraussetzungen für dauerhafte Regen- und Windsogsicherheit und informierte u.a. über geometrische, materialbedingte sowie konvektive Wärmebrücken als Lecks in der Luftdichtheitsschicht. Insbesondere bei der Umsetzung der EnEV sei meist aus Unkenntnis ein dramatischer Anstieg von Baufehlern zu konstatieren. Nicht ausreichend luftdichte, hochwärmegedämmte Dächer seien vor allem durch Feuchtebelastung gefährdet. Prof. Michael Stösslein vom Fachbereich Architektur beleuchtete in seinen Ausführungen die Einsatzmöglichkeiten von Dachziegeln auch in der modernen Architektur. Er betonte jedoch, dass es keine Rezepte gebe, wie mit Dachziegeln bei zeitgemäßen Baustilen umgegangen werden sollte. Er verwies die Studenten auf die besondere Verantwortung dahingehend, das Material Dachziegel in der Fläche wirken zu lassen und Flächen klar zu fügen, was ursächlich mit dem Hausgrundriss einhergehe. Abschließend demonstrierte er Fotos gebauter Beispiele, „die zeigen, dass man mit Ziegeln sehr gut gestalten und auch konstruktiv umgehen kann.“

Wie Heinz Zanger und Prof. Krcmar abschließend resümierten, erwies sich dieses erste Engagement der Arbeitsgemeinschaft, den Dachziegel mehr ins Bewusstsein der Studenten als Entscheider von morgen zu rücken, als gelungene Veranstaltung. Insbesondere der Themenbogen von der Herstellung des Dachziegels über den funktionsgerechten und dauerhaft sicheren Einsatz auf dem Dach bis zur Gebäudegestaltung und der Produkt-Präsentation in Modell und Farben auf den Messeständen habe die Teilnehmer beeindruckt. „Die Botschaft vom traditionellen, gleichwohl hochmodernen Dachziegel ist bei den Studenten rübergekommen“, so Prof. Krcmar.

Infonachweis: Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach e. V.,
Schaumburg-Lippe-Straße 4, 53113 Bonn, Fax: 0228-9 14 93 30,
e-mail: info@ziegeldach.de, Internet: http://www.ziegeldach.de

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