denkmal 2006 - Die europäische Messe für Restaurierung, Denkmalpflege und Stadterneuerung (25. bis 28. Oktober 2006) - Im Paradies für historische Baustoffe: 10.000 Quadratmeter voller jahrhundertealter Schätze

Ein Paradies für Bauherren, die denkmalgeschützte Häuser sanieren, ist das Bergezentrum für historische Baustoffe in Trebsen bei Leipzig. Auf 10.000 Quadratmetern, das entspricht eineinhalb Fußballfeldern, lagern dort Schätze aus mehreren Jahrhunderten: Deckenbalken mit gotischen Profilen, schmiedeeiserne Gitter, Stuck, Wandverkleidungen, Parkett, Treppen, Mauerziegel und Mauerwerk, Naturstein-Platten, Fenster, Fenster- und Türgriffe, Schlösser, Säulen, Wasserbecken, Gesimse und vieles mehr. „Darunter sind allein 100.000 Dachziegel und bis zu 2.000 Türen“, weiß Uwe Bielefeld, „Herr“ über die historischen Baustoffe. Der Geschäftsführer des Fördervereins für Handwerk und Denkmalpflege e. V. – Schloss Trebsen – hat den Hut dafür auf, dass die Baustoffe und Bauteile in nicht mehr zu rettenden Schlössern, Herren- oder Gründerzeithäusern zurückgebaut, nach Trebsen gebracht, gereinigt und auf Schadstoffe geprüft, sortiert und archiviert werden. Dort stehen sie dann zur Wiederverwendung zur Verfügung. „Bei so viel Aufwand ist es klar, dass unsere historischen Baustoffe keine Schnäppchen sind. Darauf sollten sich Bauherren einstellen“, sagt Bielefeld. Dafür hätten sie aber trotz ihres Alters oft noch hervorragende Gebrauchseigenschaften, und ein Nachbau sei in der Regel ohnehin teurerEin Paradies für Bauherren, die denkmalgeschützte Häuser sanieren, ist das Bergezentrum für historische Baustoffe in Trebsen bei Leipzig. Auf 10.000 Quadratmetern, das entspricht eineinhalb Fußballfeldern, lagern dort Schätze aus mehreren Jahrhunderten: Deckenbalken mit gotischen Profilen, schmiedeeiserne Gitter, Stuck, Wandverkleidungen, Parkett, Treppen, Mauerziegel und Mauerwerk, Naturstein-Platten, Fenster, Fenster- und Türgriffe, Schlösser, Säulen, Wasserbecken, Gesimse und vieles mehr. „Darunter sind allein 100.000 Dachziegel und bis zu 2.000 Türen“, weiß Uwe Bielefeld, „Herr“ über die historischen Baustoffe. Der Geschäftsführer des Fördervereins für Handwerk und Denkmalpflege e. V. – Schloss Trebsen – hat den Hut dafür auf, dass die Baustoffe und Bauteile in nicht mehr zu rettenden Schlössern, Herren- oder Gründerzeithäusern zurückgebaut, nach Trebsen gebracht, gereinigt und auf Schadstoffe geprüft, sortiert und archiviert werden. Dort stehen sie dann zur Wiederverwendung zur Verfügung. „Bei so viel Aufwand ist es klar, dass unsere historischen Baustoffe keine Schnäppchen sind. Darauf sollten sich Bauherren einstellen“, sagt Bielefeld. Dafür hätten sie aber trotz ihres Alters oft noch hervorragende Gebrauchseigenschaften, und ein Nachbau sei in der Regel ohnehin teurer.

Besucht werden kann das Bergezentrum in Trebsen von Dienstag bis Samstag. Private Bauherren, Handwerker, Architekten und Restauratoren – oft auf der Suche nach etwas ganz Speziellem – können sich dann die im Computer archivierten Bauteile ansehen und auswählen. Um die Suche nach den passenden Teilen noch anschaulicher zu machen, plant Geschäftsführer Bielefeld derzeit ein Schaumagazin in einer alten Fabrik: „Dann können Besucher selbst durchs Lager gehen und alles in echt und aus der Nähe sehen.“ Bielefeld will das in Ostdeutschland in dieser Dimension einzigartige Bergezentrum jetzt auch überregional bekannter machen. Dabei setzt er auch auf die Zugkraft seiner Lieblingsstücke: 500 Jahre alte Fußbodenplatten, Steine der Dresdner Frauenkirche, Kachelöfen und alte Küchenherde. Der Parkettfußboden des ehemaligen Reichsgerichtes Leipzig ist allerdings schon komplett verkauft, genauso wie die aus den 1920-er Jahren stammenden Tischwaschbecken des renommierten Leipziger Hotels „Fürstenhof“. Noch im Angebot ist eine ehemalige Trebsener Muldebrücke.

Die Stahlkonstruktion war einst eine Fabrikbrücke. Sie ist dadurch berühmt geworden, dass 1945 auf ihr amerikanische Erkundungstrupps über die Mulde setzten, um Kontakt mit der Roten Armee aufzunehmen – vor dem historischen Treffen in Torgau an der Elbe. „Vielleicht findet sich ja ein Sponsor, der an der Restaurierung der Brücke interessiert ist“, hofft Bielefeld. Denn ein Teil der Trebsener Bauteile soll nicht nur wiederverwertet, sondern im „Sächsischen Bauteile-Archiv“ wie in einem Museum als wertvolles Zeugnis der Baukultur bewahrt werden.

Doch zurück zu den Bauherren. Die können in Trebsen nicht nur aus einer Fülle von historischen Baustoffen wählen, sondern auch Serviceangebote nutzen, zum Beispiel Qualitäts-Checks. Angeschlossen ist beispielsweise ein Labor, das auf Wunsch Dachziegel auf Regendichtigkeit testet. Zudem können Bauteile für ihren künftigen Einsatz angepasst oder bearbeitet werden. Kleinere Reparaturen an den Bauteilen werden in Trebsen ohnehin gleich selbst erledigt.

Oder man greift auf den Spezialisten-Pool aus Trebsen zurück: Der Förderverein bildet seit 1993 im Bereich der handwerklichen Denkmalpflege aus, und zwar Restauratoren im Handwerk und Fachhandwerker für Denkmalpflege. Inzwischen wurden schon 250 Fachleute – Tischler, Zimmerer, Maler/Lackierer, Stukkateure, Steinmetze und Steinbildhauer sowie Maurer ausgebildet, die sich bestens mit der Denkmalsanierung auskennen. Auf Wunsch werden Adressenlisten verschickt oder die Spezialisten direkt vermittelt. Erreichbar ist der Förderverein unter www.schloss-trebsen.de oder www.bergezentrum-trebsen.de.

Auch der Eigenbetrieb „Schlossbauhütte“ steht Bauherren offen und berät in denkmalpflegerischen Fragen. Spezialität ist die Nachbildung historischer Putze. Bergezentrum, Bauteile-Archiv und Bildungszentrum präsentieren auf der denkmal 2006 (25. bis 28. Oktober 2006) in Leipzig ihr Angebot.

Die denkmal, Europäische Messe für Restaurierung, Denkmalpflege und Stadterneuerung, findet vom 25. bis 28. Oktober 2006 in Leipzig statt. Partnerland der diesjährigen denkmal ist Frankreich. Zur letzten denkmal 2004 kamen 14.952 Besucher aus 46 Ländern nach Leipzig, um sich über die Offerten der 415 Aussteller zu informieren. Begleitet wird die denkmal erneut von der Fachmesse für Lehmbau.

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