PlasmaschneiderVorteile auch für private Nutzer?

Zunächst wurden Plasmaschneider in der metallverarbeitenden Industrie genutzt. So setzte etwa die in Deutschland traditionell starke Autoproduktion maschinell oder handgeführte Geräte erfolgreich ein, um metallische Werkstücke zu zertrennen.Parallel zur Stromstärke steigt dabei die Dicke des Bauteils an, die die Plasmaschneider bewältigen können. Mit einer Leistung von etwa 300 Ampere lässt sich circa 70 Millimeter starkes Schwarzblech zerteilen. Bei dieser industriellen Verwendung kommt es aufgrund wirtschaftlicher Gegebenheiten auf höchste Präzision an. Kanten, Winkel oder Kurven müssen perfekt zugeschnitten werden, so dass die Qualität sich dem Laserschneiden annäherte.

In den letzten Jahren wurden leichtere, mobil einsetzbare Plasmaschneider entwickelt. Statt technischem Gas wird bei ihnen nur Druckluft verwendet. Solche Geräte werden im Rettungswesen, beispielsweise von der Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk (THW) benutzt, insbesondere dann, wenn hydraulische Spreizer oder Schneider nicht eingesetzt werden können. In den letzten Jahren werden Plasmaschneidern jedoch auch von kleineren Unternehmen oder privat verwendet – Bastler, Heimwerker, Kfz-Mechaniker oder Künstler nutzen Geräte, welche bei einer Stromstärke von 40 bis 60 Ampere bis zu 10 Millimeter dicke Werkstoffe zerschneiden können. Eine Auswahl handlicher Plasmaschneider bietet zum Beispiel der Onlineversand Schweisshelden.de.

Funktionsweise
Neben einer Stromquelle gehören ein Handstück, ein Massekabel, die Strom- sowie die Druckluftzuleitung zum Plasmaschneider. Zwischen dem Werkstück und einer negativen Wolframelektrode, mit welcher innerhalb der häufig wassergekühlten Kupferdüse hochfrequent die Zündung des Geräts eingeleitet wird, wird der Lichtbogen erzeugt. Die Düse lenkt das elektrisch leitfähige Gas, meist Argon und Helium, beziehungsweise Wasserstoff, mit einer Temperatur von circa 30.000 Grad Celsius auf das Werkstück. Zuweilen wird die Zündung auch – wie bei WIG-Schweißgeräten – durch die Lift-Arc-Methode erreicht. Der Gasstrom drückt den Brenner von der Oberfläche, der Lichtbogen zündet. Kleinere, mobile Geräte umfassen einen Schneidstrombereich von 20 bis 160 Ampere, womit Schneidbereiche von etwa 30 bis 45 Millimeter zertrennt werden können.

Vorteile der Methode
- Die meist vorhandene Wasserkühlung und die Zündtechnik sorgen für höhere Sicherheit und eine bessere Qualität, vergleicht man den Plasmaschneider etwa mit dem früher häufig im Rettungswesen eingesetzten Schneidbrenner. Dieser besaß eine hohe Hitzeentwicklung und war deutlich schwieriger zu handhaben. Gerade bei der Personenrettung, beispielsweise bei schweren Autounfällen in der Bundesrepublik mit ihrem gut ausgebauten Straßennetz, ist eine niedrige Funkenentwicklung von großem Vorteil.
- Präzision und Geschwindigkeit übertreffen andere Schneidarten zumeist. Jedoch ist dies abhängig von der Stromstärke, die das Gerät verarbeiten kann.
- Bei den kleineren Geräten ist die Mobilität ein deutlicher Vorteil. Die transportablen Plasmaschneider der neusten Generation brauchen inklusive Zubehör kaum mehr Platz als ein durchschnittlich großer Reisekoffer.
- Die Geräte sind bei entsprechender Anbindung ans Netz schnell einsatzbereit.

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