Der Druck auf die EZB erhöht sich *von Robert Haselsteiner

Schwache Konjunkturdaten und die Angst vor einem stärkeren Euro verleiten immer mehr Politiker zu offenen Aufforderungen an die EZB, die Leitzinsen in Euroland zu senken. Kanzler Schröder und Premierminister Raffarin haben diese Woche den rhetorischen Druck auf die Notenbanker in Frankfurt erhöhtSchwache Konjunkturdaten und die Angst vor einem stärkeren Euro verleiten immer mehr Politiker zu offenen Aufforderungen an die EZB, die Leitzinsen in Euroland zu senken. Kanzler Schröder und Premierminister Raffarin haben diese Woche den rhetorischen Druck auf die Notenbanker in Frankfurt erhöht. Die Politiker fürchten eine abflauende Exportentwicklung aufgrund des starken Euro und wollen daher über noch niedrigere Zinsen die Binnenkonjunktur stärker gefördert sehen. Aber genauso wie in den USA ist die Zinswaffe der Notenbanken inzwischen stumpf. Bereits seit Juni 2003 stehen die Leitzinsen in Euroland bei 2% und damit auf dem tiefsten Stand seit 50 Jahren - ohne merklichen Impuls für die Binnenwirtschaft. Der Transformationsmechanismus über höhere, weil zinsgünstigere, Investitionen und damit höherer Beschäftigung und höherem Konsum funktioniert nicht. Die Unternehmen halten sich zurück, die Kapazitätsauslastung ist in den USA und in Europa weiterhin gering, und Steuersenkungseffekte werden durch erhöhten Eigenvorsorgebedarf zum Sparen und nicht für den Konsum verwendet. Das deflatorische Umfeld - und damit die Zeit niedriger Zinsen - bleibt noch länger erhalten. Die Inflationsschätzung von Eurostat ist für den Februar mit 1,6% unter den Erwartungen geblieben und zeigt den tiefsten Wert seit drei Jahren. Sollte die Inflationsrate noch weiter sinken, so wird der EZB nichts anderes übrig bleiben, als die Leitzinsen im Sommer nochmals zu senken. Dem Druck der Politiker werden die Notenbanker allerdings nicht in den nächsten Wochen nachgeben - sie werden vielmehr versuchen, sich den monetären Spielraum möglichst lange zu erhalten.
Während wir davon ausgehen, dass wir im zweiten Halbjahr 2004 noch niedrigere Kapitalmarktzinsen sehen werden, könnte es in den nächsten Wochen zu Gewinnmitnahmen der Anleiheninvestoren kommen. Spätestens bei 116,50 Punkten (derzeit 115,70 Punkte) wird der Bund Future in einen Widerstand laufen. Für Immobilienkäufer, die derzeit ihre Finanzierung festzurren müssen, gilt es daher, die günstigen Zinssätze in den nächsten Tagen zu sichern.

Besonders Kombi-Darlehen bieten derzeit für Immobilienkäufer eine gute Möglichkeit, eine lange Zinsbindung mit den Vorteilen flexibler Sondertilgungen ohne Aufpreis zu vereinen. Dabei werden bis zu 50% der Darlehenssumme an den EURIBOR-Satz gebunden, was zu einer deutlichen Reduzierung der laufenden Belastung führt. Für Darlehensnehmer, die ihre monatliche Darlehensrate für den Fall des Verlustes des Arbeitsplatzes und gegen Arbeitsunfähigkeit absichern wollen, gibt es mit der Interhyp-Darlehensabsicherung eine maßgeschneiderte Produktlösung.

Die Bestsätze (effektiv) für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,67%, für 10 Jahre bei 4,41%, für 15 Jahre bei 4,80%, für 20 Jahre bei 5,23% und für 27 Jahre bei 5,23%.

Tendenz:
- kurzfristig: seitwärts
- mittelfristig: abwärts

* Robert Haselsteiner ist Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Investment Banking - unter anderem im Fixed Income Bereich - bei Salomon Brothers und Goldman Sachs.


- //www.baumagazin.de/2009