EZB hält die Leitzinsen vorerst bei 2,0%*von Robert Haselsteiner

Trotz immer stärker werdendem Druck von Seiten der europäischen Politiker hat die EZB die Leitzinsen in der gestrigen Sitzung nicht gesenkt. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Notenbanker bei unverändert schwachen Konjunkturindikatoren spätestens im Juni einen Zinsschritt nach unten machen werdenTrotz immer stärker werdendem Druck von Seiten der europäischen Politiker hat die EZB die Leitzinsen in der gestrigen Sitzung nicht gesenkt. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Notenbanker bei unverändert schwachen Konjunkturindikatoren spätestens im Juni einen Zinsschritt nach unten machen werden. Die Inflationszahlen sind derzeit trotz starker Rohstoffpreise kontinuierlich unter der kritischen Grenze von 2,0%. Damit besteht auch der Spielraum, die Leitzinsen zwar später, dann aber sogar um 0,50% zu senken und somit einen positiven Überraschungseffekt zu landen. Die längerfristigen Zinsen haben auf die EZB-Entscheidung kaum reagiert. 'Aufgeschoben ist nicht aufgehoben' scheint die Devise der Marktteilnehmer zu sein. Insofern unterstützt der momentan abwartende Kurs der Notenbank die niedrigen Zinsen in den langen Laufzeiten. Während Euroland auf die nächste Zinssenkung wartet, spekuliert Amerika auf den Zeitpunkt einer Zinserhöhung durch die Notenbank. Im Fokus bleiben dabei weiter die Arbeitsmarktdaten. Die Erholung in der Beschäftigung wird zwar von der Politik, gerade vor dem Hintergrund der baldigen Wahlen, herbeigeredet, die Ergebnisse lassen aber noch auf sich warten. Derzeit gehen wir auch in den USA von einer stabilen Politik der Notenbank aus: Eine Zinsanhebung wird erst nach den Wahlen kommen - wenn es die Konjunkturentwicklung zulässt. Für die nächsten Tage erwarten wir ein stabiles Bild bei den Baugeldzinsen. Schwankungen nach oben können dabei von Impulsen aus den USA ausgelöst werden.

Lange Laufzeiten bleiben attraktiv, und wer jedes Prolongationsrisiko ausschließen möchte, wählt am besten ein Konstant-Darlehen. Dies bietet mit 5,15% effektiv bis zur vollständigen Rückzahlung nach 26,5 Jahren eine durchgehende, konstante monatliche Rate und macht damit die Kalkulation besonders einfach. Für Immobilienkäufer, welche die derzeit niedrigen Geldmarktzinsen nutzen wollen, ist das FlexPlus-Darlehen bereits ab 2,94% nominal zu haben. Bei diesem Darlehen wird der Zinssatz alle 6 Monate abhängig vom EURIBOR-Satz festgelegt. Zur Sicherheit ist eine Zinsobergrenze von 6,5% für 10 Jahre eingebaut. Des weiteren besteht die Möglichkeit, zu jedem Zinstermin bis zu 100% des Darlehens zu tilgen oder in eine Festzinsbindung zu wandeln.

Die Bestsätze (effektiv) für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,53%, für 10 Jahre bei 4,33%, für 15 Jahre bei 4,70%, für 20 Jahre bei 5,04% und für 26,5 Jahre bei 5,15% effektiv.

Tendenz:
- kurzfristig: seitwärts
- mittelfristig: abwärts


* Robert Haselsteiner ist Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Investment Banking - unter anderem im Fixed Income Bereich - bei Salomon Brothers und Goldman Sachs.

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