US-Zahlen dominieren den Zinstrend *von Robert Haselsteiner

Weiterhin schauen die Marktteilnehmer gebannt auf die Entwicklung der Konjunkturindikatoren in den USA, um die Richtung der Zinsentwicklung in Euroland abschätzen zu können. Nach den starken Arbeitsmarktzahlen sind auch die Einzelhandelsumsätze im März stärker als erwartet gestiegen. Damit verstärkt sich die Hoffnung auf einen selbsttragenden KonjunkturaufschwungWeiterhin schauen die Marktteilnehmer gebannt auf die Entwicklung der Konjunkturindikatoren in den USA, um die Richtung der Zinsentwicklung in Euroland abschätzen zu können. Nach den starken Arbeitsmarktzahlen sind auch die Einzelhandelsumsätze im März stärker als erwartet gestiegen. Damit verstärkt sich die Hoffnung auf einen selbsttragenden Konjunkturaufschwung. Die Erwartung einer ersten Leitzinsanhebung schon im Laufe des Sommers hat die US-Zinsmärkte belastet. Mit den Wahlen im November vor der Tür war es zu erwarten, dass die massiven konjunkturfördernden Maßnahmen der US-Regierung im zweiten Halbjahr 2003 und die aggressive Zinssenkungspolitik der Federal Reserve nach vielen Monaten der Enttäuschung zu positiven Überraschungen führen mussten. Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Notenbank in den USA allzu schnell reagieren wird. Vielmehr wird Alan Greenspan in den nächsten Monaten eine Bestätigung des Trends abwarten, bevor er einen Zinsschritt setzt. In Euroland bleibt das Konjunkturbild leider düster. Besonders die Entwicklung am Arbeitsmarkt hemmt jeden Aufschwung. Die Arbeitslosenrate in Euroland liegt seit Anfang 2003 unverändert bei 8,8%, und weder die lockere Geldpolitik der EZB noch Steuerreformen oder der Aufschwung in den USA konnten Beschäftigungseffekte bewirken. Vor diesem Hintergrund bleibt der Druck auf die EZB bestehen, in den nächsten Monaten mit einer Leitzinssenkung ein Signal zu senden. Für die nächsten zwei Wochen erwarten wir die Bestsätze für 10-jährige Baugeldzinsen in einer Bandbreite zwischen 4,30% und 4,50% effektiv.

Besonders interessant bleiben in diesem Umfeld Kombi-Darlehen. Sie bieten derzeit für Immobilienkäufer eine gute Möglichkeit, eine lange Zinsbindung mit den Vorteilen flexibler Sondertilgungen ohne Aufpreis zu vereinen. Dabei werden bis zu 50% der Darlehenssumme an den EURIBOR-Satz gebunden, was zu einer deutlichen Reduzierung der laufenden Belastung führt. Für Immobilienkäufer, welche die derzeit niedrigen Geldmarktzinsen nutzen wollen, ist das FlexPlus-Darlehen bereits ab 2,94% nominal zu haben. Bei diesem Darlehen wird der Zinssatz alle 6 Monate abhängig vom EURIBOR-Satz festgelegt. Zur Sicherheit ist eine Zinsobergrenze von 6,5% für 10 Jahre eingebaut. Es besteht zudem die Möglichkeit, zu jedem Zinstermin bis zu 100% des Darlehens zu tilgen oder in eine Festzinsbindung zu wandeln.

Die Bestsätze (effektiv) für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,77%, für 10 Jahre bei 4,46%, für 15 Jahre bei 4,84%, für 20 Jahre bei 5,06% und für 27 Jahre bei 5,31%.

Tendenz:
- kurzfristig: seitwärts
- mittelfristig: abwärts


* Robert Haselsteiner ist Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Investment Banking - unter anderem im Fixed Income Bereich - bei Salomon Brothers und Goldman Sachs.


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