Zinsspekulationen in den USA belasten die Baugeldzinsen *von Robert Haselsteiner

Die Zinstendenz in Euroland wird weiterhin von der Entwicklung am amerikanischen Kapitalmarkt geprägt. Dort positionieren sich Investoren und Spekulanten immer noch für eine Leitzinsanhebung der US-Notenbank Ende JuniDie Zinstendenz in Euroland wird weiterhin von der Entwicklung am amerikanischen Kapitalmarkt geprägt. Dort positionieren sich Investoren und Spekulanten immer noch für eine Leitzinsanhebung der US-Notenbank Ende Juni. An den Terminmärkten für kurzfristiges Geld ist inzwischen eine Leitzinsanhebung von derzeit 1,0% auf 2,0% bis zum Jahresende 2004 fest eingepreist. Aber auch die mittleren und längeren Laufzeiten werden weiterhin verkauft. Diese Verkäufe führen zu höheren Renditen bei den Anleihen. Auf Euroland überträgt sich diese Tendenz zwar nur gedämpft, in der Richtung ziehen wir aber derzeit mit den USA mit. Im Fokus der Debatte in den USA stehen auch diese Woche die Inflationsdaten, die zuletzt durch die gestiegenen Ölpreise und durch hohe Preiseffekte bei Nahrungsmitteln überraschend stark angestiegen waren. Die US-Notenbank gerät daher immer stärker unter Zugzwang, ihren Beitrag zur Preisstabilität zu leisten. Wir halten die Preisanstiege in den USA für ein Aufflackern von Inflation nach einer langen Phase rückläufiger Inflationsdaten. Die starken Konsumentenausgaben und auch die Spekulation an den Rohstoffmärkten machen sich natürlich bemerkbar - einen nachhaltigen Trend zu steigenden Inflationsraten sehen wir aber nicht. Dazu ist die deflatorische Wirkung des globalen Wettbewerbs zu stark und die natürliche Nachfrage in den großen Industrienationen zu schwach. Viele Marktteilnehmer interpretieren das langsame Vorgehen der Federal Reserve derzeit allerdings als Zaudern und befürchten, dass je länger gewartet wird, die Zinsschritte umso stärker sein müssen. Auch wenn prominente Volkswirte für Euroland weiterhin eine Leitzinssenkung fordern, gehen wir davon aus, dass die EZB in den nächsten Monaten nur beobachten wird. Die Zinsspekulation in den USA hat inzwischen wieder zu einem höheren Dollarkurs geführt, und dieser spielt in den Inflationserwartungen der EZB über die Importpreise eine große Rolle. Ein schwächerer Euro (wir erwarten in den nächsten Monaten eine Euro-Dollar-Relation bei 1,15) hilft aber auch der europäischen Exportwirtschaft. Damit bleibt die Hoffnung, dass eine weiterhin starke Exportperformance die notorisch schwache Binnenkonjunktur zum Teil auffangen kann. Ein Szenario, das der EZB ins Bild passen würde.
Der Rentenmarkt in Euroland befindet sich derzeit technisch gesehen nahe an einer guten Unterstützungslinie, die gemessen am Bund-Future bei rund 112 Punkten liegt. Das sollte auch den Baugeldzinsen in den nächsten Tagen Stabilität geben.

Für Zinsoptimierer, die Sicherheit mit Chance verbinden wollen, bleiben in diesem Umfeld Kombi-Darlehen sehr interessant. Sie bieten derzeit für Immobilienkäufer eine gute Möglichkeit, eine mittlere oder lange Zinsbindung mit den Vorteilen flexibler Sondertilgungen ohne Aufpreis zu vereinen. Dabei werden bis zu 50% der Darlehenssumme an den EURIBOR-Satz gebunden, was zu einer deutlichen Reduzierung der laufenden Belastung führt. Für Darlehensnehmer, die ihre monatliche Darlehensrate für den Fall des Verlustes des Arbeitsplatzes und gegen Arbeitsunfähigkeit absichern wollen, gibt es mit der Interhyp-Darlehensabsicherung eine maßgeschneiderte Produktlösung, die erlaubt, schon für sehr geringe monatliche Beträge die Familie abzusichern.

Die Bestsätze für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,94%, für 10 Jahre bei 4,66%, für 15 Jahre bei 4,99%, für 20 Jahre bei 5,21% und für 27 Jahre bei 5,54% effektiv.

Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts


* Robert Haselsteiner ist Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Investment Banking - unter anderem im Fixed Income Bereich - bei Salomon Brothers und Goldman Sachs.

- //www.baumagazin.de/2167