Baugeldzinsen nahe historischen Tiefpunkten*von Robert Haselsteiner

Die schwachen Konjunkturdaten der vergangenen Wochen zeigen immer deutlicher, dass nicht die Politiker und Notenbanker mit ihrer Rhetorik richtig lagen, sondern die Investoren am Anleihemarkt: Die Wirtschaftsentwicklung in den USA schwächt sich ab, und das Wachstum in Euroland bleibt weit unter dem ZielkorridorDie schwachen Konjunkturdaten der vergangenen Wochen zeigen immer deutlicher, dass nicht die Politiker und Notenbanker mit ihrer Rhetorik richtig lagen, sondern die Investoren am Anleihemarkt: Die Wirtschaftsentwicklung in den USA schwächt sich ab, und das Wachstum in Euroland bleibt weit unter dem Zielkorridor. Besonders die Arbeitsmärkte bereiten Sorge. So sind auch im September die Arbeitsmarktzahlen in den USA unter den Erwartungen geblieben, und die Zahlen in Deutschland lassen ebenfalls keinen Trend zur Besserung erkennen. Das drückt auf die Konsumstimmung. Die Zuwachsraten im Export schwächen sich vor dem Hintergrund des gebremsten Wachstums in den USA und in Asien ebenfalls ab. Damit bleibt den Notenbanken die Möglichkeit verwehrt, ihre Geldmarktpolitik über Leitzinserhöhungen in eine neutrale Position zurückzuführen. Sie müssen die Leitzinsen auch in den nächsten 12 Monaten nahe den historischen Tiefpunkten halten. Vor diesem Hintergrund haben die Investoren am Anleihemarkt seit Juni kräftig in lange Laufzeiten investiert und damit die Renditen nach unten getrieben. Inzwischen ist die Stimmung für die Konjunkturaussichten derart negativ geworden, dass unserer Meinung nach bereits wenige positive Nachrichten zu Gewinnmitnahmen der Anleiheinvestoren und damit zu einer Korrektur bei den Baugeldzinsen führen werden. Auslöser hierfür könnte eine Korrektur an dem von Spekulanten völlig überhitzten Ölmarkt sein. Für Eigenheimkäufer und Umschulder gilt es daher, die Zinsen zu sichern.

Besonders 15-jährige Laufzeiten - auch gerne in Form von Kombi-Darlehen mit günstigen variablen Sondertilgungstranchen - sind derzeit sehr attraktiv. Für sicherheitsorientierte Kunden empfehlen sich lange Laufzeiten, wobei sogenannte KonstantKombi-Darlehen besonders attraktiv sind. Dabei kann der Kunde durch eine Kombination aus einer langen 27-jährigen Tranche mit einer festgelegten konstanten Monatsrate für mindestens 50% seiner Darlehenssumme maximale Sicherheit schaffen. Und mit einer variablen Tranche, die alle 6 Monate an den EURIBOR-Satz angepasst wird, kann zudem die monatliche Belastung stark gesenkt werden. Damit spart man auch die sonst oft hohen Zinsaufschläge für Sondertilgungsoptionen und schafft sich höchste Flexibilität.

Die Bestsätze für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,50%, für 10 Jahre bei 4,21%, für 15 Jahre bei 4,54%, für 20 Jahre bei 4,83% und für 27 Jahre bei 5,15% effektiv.

Tendenz:
- kurzfristig: seitwärts
- mittelfristig: aufwärts

* Robert Haselsteiner ist Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Investment Banking - unter anderem im Fixed Income Bereich - bei Salomon Brothers und Goldman Sachs.

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