Baugeldzinsen jetzt sichern*von Robert Haselsteiner

Vor dem Hintergrund enttäuschender Konjunkturdaten in Europa und USA folgen immer mehr Analysten dem Trend fallender Zinsen. Herrschte vor sechs Monaten die einhellige Marktmeinung, dass mit einer rasanten Konjunkturerholung und steigender Inflationsgefahr ein kräftiger Zinsanstieg zu erwarten wäre, so sind jetzt die Schwarzmaler in der Mehrzahl. Sie raten auf den heutigen tiefen Niveaus plötzlich zum Kauf von AnleihenVor dem Hintergrund enttäuschender Konjunkturdaten in Europa und USA folgen immer mehr Analysten dem Trend fallender Zinsen. Herrschte vor sechs Monaten die einhellige Marktmeinung, dass mit einer rasanten Konjunkturerholung und steigender Inflationsgefahr ein kräftiger Zinsanstieg zu erwarten wäre, so sind jetzt die Schwarzmaler in der Mehrzahl. Sie raten auf den heutigen tiefen Niveaus plötzlich zum Kauf von Anleihen. Das ist für uns ein klares Zeichen, dass der Zinstrend der vergangenen vier Monate bald ausgereizt sein könnte und wir mit Korrekturen nach oben rechnen müssen. Sehr viele Spekulanten und Anleger an den Zinsmärkten sind von der Konjunkturabschwächung in den USA und inzwischen auch in England überrascht worden. Sie mussten Anleihen, die sie vorher verkauft hatten, teurer zurückkaufen. Auch Pensionsfonds und Lebensversicherer mit langen Anlagehorizonten haben in den letzten Wochen zähneknirschend immer weiter sinkende Renditen kaufen müssen und damit die Zinsen weiter abflauen lassen. Aber die Nervosität steigt. Während sich die langfristigen Zinsen derzeit am unteren Ende der von uns für die nächsten sechs Monate erwarteten Schwankungsbreite bewegen, wird immer klarer, dass der Spielraum zu Zinserhöhungen für die Notenbanken derzeit nicht mehr gegeben ist. Die britische Notenbank hat es mit ihren deutlichen Leitzinsanhebungen der letzten 12 Monate auf nunmehr 4,75% geschafft, das Wachstum einzubremsen. Sie muss jetzt aufpassen, dass die Konjunktur nicht kippt. Das schwache Wachstum von 0,4% im dritten Quartal ist ein Warnsignal. Auf die EZB kommt mit dem derzeit starken Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar eine weitere Herausforderung zu: Geht der Euro noch stärker, so wird die europäische Exportwirtschaft, die derzeit die Motorfunktion in Euroland hat, gebremst. Wir erwarten daher auch für das 1. Halbjahr 2005 keine Anhebung der Leitzinsen der EZB.

Je nach Chancenorientierung ergeben sich für Kunden zwei Empfehlungen: Sehr sicherheitsbewusste Käufer und Umschulder können derzeit lange Zinsbindungsfristen historisch niedrig sichern und mit Schnelltilgern noch optimieren. Wer die monatliche Belastung sehr niedrig halten will, kann längere Tranchen mit EURIBOR-Darlehen kombinieren und mit diesen Kombi- oder KonstantKombi-Darlehen hohe Flexibilität für Sondertilgungen gewinnen. Die EURIBOR-Darlehen sind fest an den Geldmarktsatz gebunden und können flexibel zurückbezahlt werden oder in eine Festzinsbindung getauscht werden.

Die Bestsätze für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,48%, für 10 Jahre bei 4,21%, für 15 Jahre bei 4,51%, für 20 Jahre bei 4,83% und für 27 Jahre bei 5,15% effektiv.

Tendenz:
- kurzfristig: aufwärts
- mittelfristig: seitwärts


* Robert Haselsteiner ist Gründer und Vorstand der Interhyp AG. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Investment Banking - unter anderem im Fixed Income Bereich - bei Salomon Brothers und Goldman Sachs.

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