Konsolidierung bei den Baugeldzinsen nutzen!

Im Wochenverlauf ist es nach den zuletzt kräftigen Anstiegen zu einer Stabilisierung bei den Kapitalmarktzinsen in Euroland gekommen. Nach wie vor wissen die Marktteilnehmer nicht, wie sie die von den stetig steigenden Ölpreisen ausgehenden Inflationsrisiken, aber auch die Gefahren für Konsum und Konjunkturentwicklung einschätzen sollenIm Wochenverlauf ist es nach den zuletzt kräftigen Anstiegen zu einer Stabilisierung bei den Kapitalmarktzinsen in Euroland gekommen. Nach wie vor wissen die Marktteilnehmer nicht, wie sie die von den stetig steigenden Ölpreisen ausgehenden Inflationsrisiken, aber auch die Gefahren für Konsum und Konjunkturentwicklung einschätzen sollen. Auch die Notenbanken in den USA und Europa werden dadurch mit einer neuen Herausforderung konfrontiert.
Wenn die Ölpreise noch weiter steigen sollten, könnte eine vehemente Fortsetzung der Leitzinsanhebungen das Risiko einer zu starken Bremswirkung mit sich bringen. Gerade in den USA werden Leitzinserhöhungen zur kontrollierten Dämpfung der Konsum- und Immobilienmarkteuphorie eingesetzt.
Auch die EZB hatte, ausgehend von Anzeichen einer sanften Konjunkturerholung in den wachstumsschwachen Märkten Deutschland, Frankreich und Italien, die ersten Zinsschritte gewagt. Doch nun sieht sie den privaten Konsum plötzlich wieder bedroht. Gleichzeitig wirken sich die hohen Energiekosten immer stärker auf die Preise aus und auch auf der Lohnseite ist die Zurückhaltung der vergangenen Jahre starken Forderungen gewichen. Inflation bleibt also ein Thema für die Investoren und für die Notenbanken. Vor diesem Hintergrund geht Interhyp davon aus, dass die Risikoprämie für langlaufende Zinsinstrumente in den nächsten Monaten noch steigen könnte. Damit hätten auch lange Zinsbindungen beim Baugeld noch Spielraum nach oben.

Immobilienkäufer und Umschulder sollten die aktuelle Zinsphase daher nutzen, um die im historischen Vergleich immer noch tiefen Zinsen abzusichern. Besonders die Konditionen für lange Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren sind aufgrund der sehr flachen Zinsstrukturkurve verhältnismäßig günstig. Auch Volltilger-Darlehen, die mit einer erhöhten Tilgung sicherstellen, dass die vollständige Rückzahlung bis zum Ende der Zinsbindung gewährleistet ist, sind in dieser Zinsphase sehr sinnvoll. Bei Umschuldungen sollten sich Darlehensnehmer nicht vom starken Anstieg der letzten sechs Monate abschrecken lassen, sondern Sicherheit vorziehen.
Umschuldungsinteressenten sollten auf jeden Fall die Prolongationsangebote ihrer bestehenden Darlehensgeber sehr sorgfältig mit den besten Angeboten im Markt vergleichen. Ein Bankenwechsel zum Ablauf der Zinsbindung ist nicht teuer und kann mehrere Tausend Euro sparen. Auch Forward-Darlehen werden von der flachen Zinsstrukturkurve begünstigt und machen eine frühzeitige Absicherung von Prolongationen, die erst in zwei bis drei Jahren anstehen, interessant.

Die Bestsätze für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,98%, für 10 Jahre bei 4,27%, für 15 Jahre bei 4,47%, für 20 Jahre bei 4,61% effektiv.


Tendenz:
- kurzfristig: seitwärts
- mittelfristig: aufwärts


von Robert Haselsteiner

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