Bernanke bewegt die ZinsmärkteVon Robert Haselsteiner

US-Notenbankchef Ben Bernanke, Nachfolger von Alan Greenspan, sorgt mit seinen Äußerungen zu Inflation und Wachstum weiterhin für Bewegung an den Zinsmärkten. Während sich die Marktteilnehmer in der langen Amtszeit Greenspans an dessen Rhetorik gewöhnen konnten, ist das bisherige Verständnis für Bernankes Kommentare noch sehr durchwachsen. Nachdem er den Kapitalmärkten zunächst eine Pause in der Zinsanhebungspolitik der US-Notenbank angedeutet hatte, legte er zuletzt durch warnende Kommentare zur Inflationsentwicklung wieder FeuerUS-Notenbankchef Ben Bernanke, Nachfolger von Alan Greenspan, sorgt mit seinen Äußerungen zu Inflation und Wachstum weiterhin für Bewegung an den Zinsmärkten. Während sich die Marktteilnehmer in der langen Amtszeit Greenspans an dessen Rhetorik gewöhnen konnten, ist das bisherige Verständnis für Bernankes Kommentare noch sehr durchwachsen. Nachdem er den Kapitalmärkten zunächst eine Pause in der Zinsanhebungspolitik der US-Notenbank angedeutet hatte, legte er zuletzt durch warnende Kommentare zur Inflationsentwicklung wieder Feuer. Damit trug er zu den Gewinnmitnahmen an den Aktien- und Rohstoffbörsen bei. Im Laufe der vergangenen Woche stellte er die Inflationsaussichten wieder etwas positiver dar und stützte damit die Stimmung gegen Ende der Woche. Interhyp sieht in diesen rhetorischen Maßnahmen eine Weiterführung der von Greenspan eingeschlagenen Strategie des Soft-Landing. Diese zielt darauf ab, die spekulativen Entwicklungen am US-Immobilienmarkt und in der Konsumfinanzierung durch Leitzinserhöhungen abzubremsen und der Inflation keine Entwicklungschance zu geben. Gleichzeitig soll die Notenbank wieder in eine neutrale Position versetzt werden, um Leitzinsen bei späteren Konjunkturabschwächungen auch wieder als Steuerungsinstrument einsetzen zu können. Ziel ist es auch, dem Finanzsystem schrittweise die Überschussliquidität zu entziehen, die seit vielen Jahren immer wieder Spekulationsblasen entstehen lässt. Vor diesem Hintergrund ist auch weiterhin mit kräftigen Schwankungen an den Märkten zu rechnen, da der Spagat zwischen Soft- und Hard-Landing äußerst schwierig ist. Für die kommenden Wochen erwartet Interhyp bei den langen Zinsbindungen ein relativ stabiles Bild - mittelfristig sollte jedoch eine höhere Risikoprämie für langfristige Zinsbindungen notwendig werden.

Interhyp bleibt bei der Empfehlung, dass Immobilienkäufer und Umschuldungskunden nicht auf tiefere Zinsen spekulieren, sondern die aktuellen Zinskonditionen absichern sollten. Gerade lange Zinsbindungen sind historisch gesehen attraktiv. Dabei sollte eine Tilgung von 2% gewählt werden, um eine Rückzahlung innerhalb von rund 25 Jahren zu ermöglichen.
Besonders empfehlenswert ist auch eine Absicherung von Anschlussfinanzierungen, die in den nächsten sechs bis zwölf Monaten anstehen. Diese können zu oder nahe den aktuellen Top-Konditionen dargestellt werden. Sicherheitsorientierte Kunden können über Forward-Darlehen auch weiter in der Zukunft liegende Prolongationen schon jetzt absichern. Zudem weist Interhyp auf die am Freitag auch vom Bundesrat final beschlossene Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 hin. Diese wird sich auf die Kosten für den Eigenheimbau durchschlagen - Bauvorhaben und Käufe sollten daher nicht länger aufgeschoben werden. Die Preise für Bestandsimmobilien sind immer noch auf dem Niveau von Anfang der 90er Jahre und auch die Verhandlungsposition von Bauherren ist aufgrund der schwachen Baukonjunktur ausgezeichnet.

Die Bestsätze für Annuitätendarlehen für 5 Jahre liegen derzeit bei 3,98%, für 10 Jahre bei 4,23%, für 15 Jahre bei 4,42%, für 20 Jahre bei 4,62% effektiv.

Tendenz:
- kurzfristig: seitwärts
- mittelfristig: aufwärts


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