Baugeld: Die Anschlussfinanzierung nicht verpassenForward-Darlehen sichern aktuelle Zinsen für Prolongationen

Die Historie zeigt: Bauzinsen können in kurzer Zeit rapide klettern. So stiegen die Raten für fünfjährige Darlehen im Jahr 1999 innerhalb von drei Monaten um fast 1,5 Prozentpunkte – was Immobilienkredite um mehrere tausend Euro verteuerte. Auch jetzt gab es beim Baugeld einen Zinssprung. Kredite mit fünfjährigen Zinsbindungen verteuerten sich von Mitte Mai bis Anfang Juni um fast 0,7 Prozentpunkte.„Mit Forward-Darlehen lassen sich die noch günstigen Konditionen auch für Hausbauer nutzen, deren Darlehen mittelfristig ausläuft. Sie können die Zinsen bereits bis zu fünf Jahren im Voraus festschreiben und sich vor steigenden Zinsen schützen. Das schafft Sicherheit in stürmischen Zeiten – und spart viel Geld“, sagt Kai Oppel, Finanzierungsexperte beim Baugeldvermittler HypothekenDiscount. Für die Zinssicherheit wird ein kleiner Zinsaufschlag fällig – die Höhe hängt von der Länge der Vorlaufzeit abhängt. Im Augenblick liegt er zwischen 0,015 und 0,04 Prozent pro Monat Vorlauf. „Ob sich das Vorausdarlehen angesichts des Aufschlages lohnt, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Gerade jetzt, wo die Zinsen schnell steigen können, sollten Anschlussfinanzierer die Chance jedoch nicht verpassen“, sagt Oppel.

Wer etwa im Jahr 2001 eine Baufinanzierung abgeschlossen hat, erhielt bei einer zehnjährigen Laufzeit einen Zinssatz von etwa 5,7 Prozent. Zurrt er heute per Forward-Kredit die Konditionen für die Prolongation fest, bezahlt er für den künftigen Anschlusskredit Zinsen in Höhe von circa 4,3 Prozent plus Aufschlag – er kann seinen Zinssatz damit um über einen Prozentpunkt senken. Es empfiehlt sich, die Höhe der Kreditrate unverändert zu lassen und die Zinsersparnis direkt in die Tilgung zu investieren, um früher schuldenfrei zu sein. Das spart bei einer Restschuld von 110.000 Euro unter dem Strich etwa 30.000 Euro gegenüber der Anfangsrate, einen Aufschlag von 0,2 Prozentpunkten bereits eingerechnet.

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