Barrierefreies Eigenheim statt AltersheimRegiohaus zeigt, wie attraktiv seniorengerechtes Wohnen sein kann

Wohnen im Alter wird angesichts der demographischen Entwicklung ein immer wichtigeres Thema, auch wenn es die Baubranche und die Kunden häufig noch unterschätzen. Wie altengerechtes Bauen abseits von Seniorenresidenzen aussehen kann, zeigt die Firma Regiohaus mit einem barrierefreien Privathaus im Münchner Vorort Stockdorf.Als sich Paul Kubitscheck und seine Frau dazu entschlossen, auf ihrem 1200 Quadratmeter großen Grundstück ein neues Haus zu bauen, stand der Wunsch im Vordergrund, dort auch noch möglichst lange wohnen zu können. „Viele ältere Menschen müssen früher oder später ihre Häuser verkaufen“, hat der 64-Jährige festgestellt. „Weil sie dort wegen der vielen Stufen oder zu enger Türen nicht mehr wohnen können.“ Noch sind Herr und Frau Kubitscheck sehr gut zu Fuß und erfreuen sich bester Gesundheit. „Aber das kann sich schnell ändern“, macht sich der Ingenieur nichts vor. Sein Bruder sei Rollstuhlfahrer, erzählt Paul Kubitscheck. Er wisse daher um die Hindernisse, die das Leben in den eigenen vier Wänden zur täglichen
Herausforderung machen können.

Barrierefrei – so sollte das neue Haus auf dem idyllischen Flecken am Ufer
der Würm sein. Und die Kubitschecks entschieden sich für ein  Vier-Familienhaus. Eine der vier jeweils 100 Quadratmeter großen Wohnungen wollten sie nach Fertigstellung selbst beziehen, die anderen drei zur Finanzierung des Projekts vermieten – auch an ältere Menschen. „Mit barrierefreien Mietwohnungen hebt man sich vom Angebot anderer Vermieter ab“, meint Paul Kubitscheck. „Das ist eine Nische.“

Als es darum ging, einen geeigneten Generalunternehmer zu engagieren, fiel
die Wahl auf Regiohaus. Zum einen weil der Spezialist für bezugsfertiges Bauen zu 100 Prozent auf Kundenwünsche eingehe, wie Paul Kubitscheck betont. Außerdem habe man eine Firma gesucht, „die gehobenen Qualitätsanforderungen
gerecht wird“.

Inzwischen sind alle vier Wohnungen bewohnt. Jede ist mit einem Aufzug erreichbar. Sämtliche Türen haben eine Breite von einem Meter und liegen damit weit über dem Standard, der lediglich 81 Zentimeter breite Türen vorsieht. Es gibt keine Stufen und die Türgriffe wurden in einer Höhe von 90 Zentimetern angebracht, damit sie auch ein Rollstuhlfahrer problemlos erreichen kann. Und die Bäder wurden ebenfalls behindertengerecht geplant und eingerichtet. Der Hauseingang ist über eine Rampe zu erreichen. Der Bauherr und die Planer achteten auf kleinste Details.

Regiohaus-Geschäftsführer Reto Lehmann spricht von einem ungewöhnlichen,
deshalb umso interessanteren Objekt. „Wir bauen dem Kunden exakt das Haus,
das er sich wünscht – auch in diesem Fall“, erklärt Lehmann. Er ist überzeugt davon, dass sein Unternehmen angesichts der steigenden Zahl von älteren Menschen in naher Zukunft weitere barrierefreie Häuser errichten werde. Noch würden viele
Interessenten, die im Alter zwischen 50 und 60 Jahren ein Haus bauen, nicht
so weit denken wie die Kubitschecks. „Aber das wird sich ändern“, ist sich
Lehmann sicher.

Paul Kubitscheck sieht das genauso. Von allen Seiten wird ihm und seiner Frau große Weitsicht attestiert. Und im Bekannten- und Freundeskreis war das Interesse am neuen Haus vom ersten Tag an groß.

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