Koordination und Organisation am BauWas Bauherren von Profis lernen können

Der Blick auf erfolgreiche Großbaustellen lässt Laien staunen. Zahlreiche Fachkräfte arbeiten Hand in Hand, Materialien sind termingerecht vor Ort und dank wachsamem Auge des Bauleiters entspricht das Ergebnis den Vorstellungen. Private Bauherren können von der strukturierten Vorgehensweise der Profis einiges lernen. Im Ratgeber werden drei Tipps thematisiert, die sie sich zu Herzen nehmen sollten1. Klare Verhältnisse schaffen 

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Probleme gibt es überall. Auch auf Großbaustellen wie dem Frankfurter Flughafen. Erfolgreich realisierte Projekte zeichnen sich jedoch unter anderem dadurch aus, dass die Kommunikation sowohl auf der Baustelle als auch im Hintergrund einwandfrei organisiert ist. Jeder Beteiligte weiß, an wen er sich bei Fragen wenden muss, wer die Verantwortung trägt und ist über alle für ihn wesentlichen Fakten informiert. Beim Bau des privaten Einfamilienhauses sieht die Realität oft anders aus. Es herrscht ein regelrechtes Chaos und von effizienter Teamarbeit kann nicht die Rede sein. Grund für ein derartiges Durcheinander sind meist unklare Zuständigkeitsverhältnisse. Erhalten Handwerker beispielsweise keine Anweisungen dazu, wie sie ein bauliches Problem lösen sollen, gerät schnell das gesamte Bauvorhaben ins Stocken. Verzögerungen sind vorprogrammiert, welche mit unnötigen Zusatzkosten einhergehen. Viele Auseinandersetzungen landen außerdem vor Gericht. Für Bauherren, die ihre Immobilie möglichst kosten- und termingerecht fertigstellen möchten, ein nervenaufreibendes Fiasko. 
Um zu gewährleisten, dass vom Handwerker bis hin zum Architekt alle an einem Strang ziehen, müssen klare Verhältnisse herrschen. Wie auf gut organisierten Großbaustellen, müssen Verantwortungsbereiche direkt zu Beginn der Bauphase geklärt sein. Handwerker müssen wissen, wer ihr Ansprechpartner ist und Architekten benötigen wiederum klare Vorgaben vom Bauherrn, um entsprechend in seinem Sinn agieren zu können. Bei Paaren und Familien mit mehreren zuständigen Erwachsenen ist das Potenzial für Missverständnisse besonders groß. Im Idealfall wird eine Person festgelegt, die bei Unklarheiten in Absprache Entscheidungen im Sinne aller trifft. 

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Der Koordinator der Baustelle muss nicht zwangsweise der Bauherr selbst sein. Auch ein Architekt kann mit dieser Aufgabe beauftragt werden. Er verfügt über das nötige Know-how und kann mit Handwerkern fachkundige Gespräche führen. Das spart dem Auftraggeber wertvolle Zeit und beugt folgenschweren Fehlern vor. Kompetenzen sollten gegenüber allen Projektbeteiligten vertraglich festgehalten sein. Bei Verträgen mit Bauunternehmen ist besondere Vorsicht geboten. Unpräzise Klauseln, undefinierte Leistungen und ähnliches können hohe Kosten zur Folge haben. Im Zweifelsfall werden die Dokumente von einem unabhängigen Fachmann geprüft.

2. Von der Erfahrung anderer profitieren

Bei großen Bauvorhaben können die Initiatoren nie alle Herausforderungen allein meistern. Sie ziehen Experten zurate und beauftragen erfahrene Unternehmen mit der Erledigung der anfallenden Arbeiten. Auch private Bauherren müssen lernen zu delegieren. Und zwar am besten von Beginn an richtig. Qualität, Erfahrung und Zuverlässigkeit sind Schlüsselindikatoren zur Ermittlung geeigneter Betriebe. Bei großen Bauprojekten, die termingerecht und kosteneffizient realisiert werden müssen, sind unerfahrene Startups eher selten im Einsatz. Stattdessen wird auf langjährig am Markt etablierte Profis zurückgegriffen. Ein Beispiel: Zeppelin Rental, eine Baumaschinenvermietung mit Sitz in Ettlingen, versorgt derzeit zahlreiche Großbaustellen der Bundesrepublik mit Baumaschinen, Baustellensicherungen, Arbeitsbühnen und anderen Mietobjekten. In einer Newsmeldung informiert Zeppelin Rental über die 20 größten Baustellen Deutschlands und weist auf die teilweise massiven Herausforderungen hin, die Baufirmen und Planer bewältigen müssen.

Private Bauherren sollten sich an den Großprojekten ein Beispiel nehmen, auf die Erfahrung und Kompetenz regionaler Betriebe vertrauen und sich nicht vom möglichen Sparpotenzial bei Billiganbietern blenden lassen. Häufig entpuppen sich scheinbar preiswerte Alternativen als Preisfalle. Ein abgespecktes Leistungsspektrum, minderwertiges Material und schlechter Service sind Gründe für deutliche Preisdifferenzen. Fakten, die realistisch betrachtet zwangsläufig zu Ärger führen.

3. Kostenermittlung sorgfältig durchführen

Hinsichtlich der Kostenermittlung dienen sicherlich nicht alle bekannten Bauvorhaben als Vorbild. Besonders der Staat verschleudert jährlich Milliarden durch schlecht geplante Projekte. Während Stuttgart 21 längst über dem ursprünglich angesetzten Bauvolumen liegt, geht der Berliner Großflughafen BER mittlerweile als Fiaskobaustelle in die Geschichte ein. Andere Länder wie Frankreich oder Österreich gehen effizienter vor und schließen Projekte besser ab. Doch es gibt abseits der Öffentlichkeit viele Unternehmen, die es schaffen nach Kostenplan zu bauen. Die Sorgfalt mit der hierbei gearbeitet wird, sollte Verbraucher motivieren. Schließlich geht es beim Eigenheim um die größte Investition, die in der Regel innerhalb eines Menschenlebens getätigt wird. Eine optimale Kalkulation sollte also selbstverständlich sein. Folgende Posten gehören zu den wichtigsten beim Bau einer Immobilie:
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  • Grundstück 
  • Erschließungskosten 
  • Baukosten 
  • Baunebenkosten 
  • Außenanlagen 
  • Kreditnebenkosten 
  • Versicherungen für die Bauphase 
  • Interieur 
Das Verbraucherportal Aktion pro Eigenheim klärt über die Details der Hausbaukosten auf und informiert über weiterführende Ratgeber, was bei der Ermittlung der Summe entscheidend ist. Unter anderem wird hervorgehoben: „Eine sorgfältige Planung verhindert teure Zusatzkosten und auch einen finanziellen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben sollten Bauherren unbedingt einplanen.“


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