Stolpe (bmvbw): Genossenschaften können Wohnungsmärkte und soziale Stadtentwicklung bereichern

"Wohnungsgenossenschaften können die Wohnungsmärkte und die soziale Stadtentwicklung zukünftig maßgeblich bereichern." Das sagte Dr. Manfred Stolpe, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, anlässlich der Entgegennahme des Ergebnisberichtes von der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften am Dienstag in Berlin"Wohnungsgenossenschaften können die Wohnungsmärkte und die soziale
Stadtentwicklung zukünftig maßgeblich bereichern." Das sagte Dr.
Manfred Stolpe, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen,
anlässlich der Entgegennahme des Ergebnisberichtes von der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften am Dienstag in Berlin. Die Stärkung und Zukunftssicherung des genossenschaftlichen Wohnens sei ein wichtiges wohnungspolitisches Anliegen der Bundesregierung.

Unter Leitung von Senator a.D. Jürgen Steinert hätten 14 Sachverständige aus genossenschaftlicher Praxis und Wissenschaft in den vergangenen 20 Monaten Potenziale und Perspektiven der Wohnungsgenossenschaften ermittelt. "Seit mehr als einem Jahrhundert leisten Genossenschaften einen bedeutenden Beitrag zur Wohnungsversorgung der Bürger", so Stolpe. Gleichzeitig erbrächten sie soziale und integrative Leistungen für die Gemeinschaft. Ihre besonderen Merkmale seien Selbsthilfe und demokratische Mitbestimmung.

Angesichts des gesellschaftlichen Strukturwandels mit seinen demographischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen komme gerade dem bürgerschaftlichem Engagement und der Selbstverantwortung immer mehr Bedeutung zu. Insofern könne genossenschaftliches Wohnen durchaus als vorbildlich gelten. Genossenschaften seien aber keine gemeinwirtschaftlichen Unternehmen. Sie müssten wirtschaftlich arbeiten und am Markt bestehen, damit sie ihren Förderauftrag zugunsten der Mitglieder erfüllen könnten, sagte der Bundesminister. Aber aus dem Zusammenschluss vieler Mitglieder ergäben sich Größenvorteile, ökonomische für den Wirtschaftsbetrieb und individuelle für die Mitglieder und Nutzer.

"Wir brauchen Wohnungsgenossenschaften. Die Städte und Gemeinden brauchen Partner für eine soziale Stadt- und Quartiersentwicklung", betonte Stolpe. Junge Familien und Alleinerziehende bräuchten bezahlbare und familienfreundliche Wohnstandorte mit städtischer Infrastruktur und Kinderbetreuung. Bürger im dritten Lebensabschnitt benötigten sicheres und kostengünstiges Wohnen im Alter mit bequemem Zugang zu kulturellem und medizinischem Service. Damit genossenschaftlich Wohnen gleichberechtigt neben das Wohnen zur Miete und neben das selbst genutzte Wohneigentum treten könnte, müssten geeignete Rahmenbedingungen und Voraussetzungen geschaffen werden. Dafür seien die Empfehlungen der Kommission wichtig und hilfreich. Die Bundesregierung werde den Bericht gründlich prüfen und in ihre politische Arbeit übernehmen.

Ziel sei es, die Potentiale des genossenschaftlichen Wohnens zu aktivieren und für die Strukturverbesserung der städtischen Quartiere zu nutzen. Dazu wolle man Initiativen der bestehenden Wohnungsgenossenschaften unterstützen und Neugründungen von Wohnungsgenossenschaften erleichtern, sagte Stolpe. Gut drei Millionen Bürger seien derzeit Mitglied einer Wohnungsgenossenschaft. Die Zahl werde wachsen, wenn die Vorteile dieser Unternehmensform stärker ins öffentliche Bewusstsein treten. Dazu sollten alle beitragen, die Politik, die Medien vor allem aber gute Beispiele genossenschaftlicher Problemlösungen.


www.bmvbw.de (Pressemitteilung)

- //www.baumagazin.de/2113