Experten warnen vor voreiligen Entschlüssen und unseriösen Anbietern

Die Einführung des Energiepasses für bestehende Gebäude verschiebt sich voraussichtlich bis zur zweiten Jahreshälfte 2006. Soviel aber zeichnet sich nach Angaben des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) bereits ab: Der Energieausweis wird nur bei Vermietung oder beim Verkauf einer Immobilie benötigt. Für selbst genutzte Einfamilienhäuser muss ein Energiepass also nur im Fall eines Eigentümerwechsels ausgestellt werdenDie Einführung des Energiepasses für bestehende Gebäude verschiebt sich voraussichtlich bis zur zweiten Jahreshälfte 2006. Soviel aber zeichnet sich nach Angaben des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO) bereits ab: Der Energieausweis wird nur bei Vermietung oder beim Verkauf einer Immobilie benötigt. Für selbst genutzte Einfamilienhäuser muss ein Energiepass also nur im Fall eines Eigentümerwechsels ausgestellt werden.

Weitere Details der künftigen Regelung stehen zurzeit nicht fest. Umso erstaunlicher, dass dennoch bereits die Ausstellung eines Ener­giepasses angeboten wird. Mitunter kommen solche Offerten von unseriösen Geschäftemachern, die gar nicht über die notwendige Qualifikation verfügen und mit der Ausstellung eines Energieausweises offenbar nur auf das schnelle Geld aus sind. Die Verbraucher­zentrale NRW warnt deshalb Hauseigentümer vor übereilten Aktivitäten.

Zumal für Gebäudeeigentümer ein solcher „Energiepass“ womöglich wertlos sein könnte, weil er den künftigen gesetzlichen Anforderungen überhaupt nicht entspricht, erklärt IWO. Voraussichtlich darf das Dokument nämlich nur von Architekten, Planungsingenieuren, Energieberatern und Fachhandwerkern mit entsprechender Qualifikation angefertigt werden.

Mit der geplanten Einführung des Energiepasses wird eine EU-Richtline in deutsches Recht umgesetzt. Der Energiepass ermöglicht eine Beurteilung der energetischen Qualität eines Gebäudes und somit auch den energetischen Vergleich verschiedener Gebäude. Zudem soll der Energiepass gemäß den EU-Vorgaben ergänzende Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz enthalten, sofern diese aus wirtschaftlicher Sicht geboten sind.

Eine solche Empfehlung könnte zum Beispiel sein, eine veraltete Heizanlage gegen eine besonders effiziente Brennwertanlage mit Solarkomponente auszutauschen. Das macht wirtschaftlich in jedem Fall Sinn. Denn eine Öl-Brennwertheizung mit solarthermischer Anlage verbraucht bis zu 40 Prozent weniger Energie als eine alte Heizung. Die solar gewonnen Energie kann zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Zugleich kann eine hoch effiziente Heizung energetische Mängel des Gebäudes relativieren und so die Gesamt­energiebilanz eines Hauses positiv beeinflussen – bei vergleichsweise moderaten Investitionskosten.

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