Beschäftigungsentwicklung im Bau weiter auf Talfahrt

Fachgemeinschaft Bau veröffentlicht neueste Beschäftigtenzahlen / Auch im September nimmt die Zahl der Beschäftigten im Berliner Baugewerbe abBerlin (pm) – „Die Krise der Berliner Bauwirtschaft ist keineswegs überwunden, wie die Beschäftigungsentwicklung des Spätsommers zeigt. Die erhöhte Auftragslage und der viel gelobte Gründungsboom haben weiterhin keinen Beschäftigungszuwachs zur Folge“, bilanziert Wolf Burkhard Wenkel, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau, hinsichtlich der jüngsten Beschäftigtenzahlen für den September.

Danach arbeiteten im September 2006 nur 10.635 gewerblich Beschäftigte auf Berlins Baustellen – das sind über hundert Arbeitnehmer weniger als noch im August dieses Jahres. Zum Vergleich: Im September 2004 waren es noch 12.231. Die Durchschnittszahl der Beschäftigten, auf das bisherige Jahr projiziert, liegt aktuell bei lediglich 9.871 und damit weiterhin unter der „magischen Zahl“ von durchschnittlich 10.000 Arbeitskräften.

„Niemand bestreitet, dass die Branche derzeit von den erheblichen Vorzieheffekten profitiert und die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Die Beschäftigtenzahlen der Sozialkasse sind jedoch harte Fakten, an denen sich die momentane Konjunktureuphorie messen lassen muss“, kritisiert Wenkel.

„Ein positiver Wachstumspfad ist bisher nicht beschritten worden – die anhaltende Baukrise erfordert tief greifende Strukturreformen“, kommentiert Wenkel den stetigen Rückgang der Zahl der Beschäftigten und mahnt zur differenzierten Betrachtung der konjunkturellen Lage im Hauptstadtbaugewerbe. So sei der Neugründungsboom vor allem auf die staatliche Förderung zum Abbau der Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Drei Viertel der Neugründungen entfalle auf Kleinst- und Nebenerwerbstätigkeiten – diese würden aber mehrheitlich keine weiteren Arbeitsplätze schaffen.

Abschließend wies Wenkel erneut auf die Dringlichkeit der Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit hin: „Ohne effektive Kontrollen und Sanktionen wird die legale Beschäftigung weiterhin massiv durch die Schattenwirtschaft verdrängt. Der Zusammenhang zwischen sinkenden Beschäftigungszahlen und der Schwarzarbeit sollte die Politik zum entschlossenen Handeln veranlassen“.

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