Legionellen: Gefahr aus dem Wasserhahn Bakterien können tödlich verlaufende Lungenentzündungen wie die Legionärskrankheit hervorrufen - Tausende von Wohnimmobilien sollen betroffen sein – Firma bietet jetzt systematische Wasseranalysen an

Tutzing, 11. Dezember 2006 (profact) – In rund 28 Prozent häuslicher Wasserversorgungsanlagen lauert die Gefahr im Badezimmer: Bakterien der Gattung Legionella. Diese Einschätzung vertritt Thomas Fischer, Geschäftsführer der Royal-Service GmbH in Tutzing am Starnberger See. Das Unternehmen hat sich auf die Umsetzung der Trinkwasserverordnung 2001 spezialisiert. Demnach muss jeder Besitzer von Wohnimmobilien und Gewerbetrieben bei hauseigenen Versorgungsanlagen die Reinheit des Wassers sicherstellen. Was in der Praxis aber offenbar nicht immer der Fall ist: Die gesammelten Wasserproben zeigen laut Fischer immer häufiger Legionellenbefall. Fischer: "Eine Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte. Infektionsgefährdet sind vor allem Menschen mit geschwächten Widerstandskräften."Tutzing, 11. Dezember 2006 (profact) – In rund 28 Prozent häuslicher Wasserversorgungsanlagen lauert die Gefahr im Badezimmer: Bakterien der Gattung Legionella. Diese Einschätzung vertritt
Thomas Fischer, Geschäftsführer der Royal-Service GmbH in Tutzing am Starnberger See. Das Unternehmen hat sich auf die Umsetzung der Trinkwasserverordnung 2001 spezialisiert. Demnach muss
jeder Besitzer von Wohnimmobilien und Gewerbetrieben bei hauseigenen Versorgungsanlagen die Reinheit des Wassers sicherstellen. Was in der Praxis aber offenbar nicht immer der Fall ist: Die
gesammelten Wasserproben zeigen laut Fischer immer häufiger Legionellenbefall. Fischer: "Eine Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte. Infektionsgefährdet sind vor allem Menschen mit
geschwächten Widerstandskräften."

Verantwortung endet an der Wasseruhr

Trinkwasser ist das einzige Lebensmittel, das durch nichts zu ersetzen ist. In unserem Leben führt kein Weg am Trinkwasser vorbei. Dies ist auch einer der Gründe, warum Trinkwasser mit
weitem Abstand zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln zählt. Was allerdings viele nicht wissen: Die Verantwortung für die Trinkwasserqualität endet für die Versorgungsbetriebe an
der Wasseruhr im Haus. Welchen Einflüssen danach das Wasser ausgesetzt ist, das liegt im Zuständigkeitsbereich des Inhabers oder sonstigen Eigentümers der Wasserversorgungsanlage. "Während
beispielsweise Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime regelmäßig die hausinterne Wasserqualität überprüfen, kümmern sich die Eigentümer von Wohnimmobilien nur in Ausnahmefällen um die
Reinheit des Wassers in der hauseigenen Wasserversorgung", konstatiert Steffen Haase, Vizepräsident des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter e.V. in Berlin. Dabei lauern die Gefahren
an vielen Stellen, wobei die Besiedlung mit Legionellen (siehe Kasten) besonders ernst zu nehmen ist. "Überdimensionierte Wasserleitungen und stagnierendes Warmwasser sind ein idealer
Nährboden für Bakterien", erklärt Fischer. Zu finden seien diese Brutstätten beispielsweise in nicht turnusgemäß gereinigten Warmwasserspeichern oder vorübergehend nicht genutzten Wohnungen,
aber auch in Duschen. "Wir finden Keime aber manchmal auch in Kaltwasserleitungen", so Fischer weiter. "Der Grund: Die Warmwasserleitungen sind schlecht oder gar nicht isoliert und
entsprechen nicht den anerkannten Regeln der Technik, sodass die Wärme auf die Kaltwasserleitung übertritt."

Fahndung nach den Krankmachern

Auf der Jagd nach potenziellen Krankmachern im Trinkwasser nehmen die Ingenieure der Royal-Service zunächst etwas Wasser unmittelbar hinter der Wasseruhr ab. Danach erfolgt eine Probenahme
vor und nach dem Warmwasserbereiter sowie an der vom Warmwasserbereiter am weitesten entfernten Entnahmestelle, vorzugsweise in einer Dusche. "Hier zeigt sich am besten, ob sich in den
Warmwasserleitungen des Gebäudes Keime angesiedelt haben", so Fischer. Die Proben werden in einem von Fischer beauftragten staatlich akkreditierten Labor analysiert. Finden sich Bakterien in
den Proben, fahndet der Royal-Service-Ingenieur weiter - so lange, bis die wahrscheinliche Quelle gefunden wurde. "Dann konzipieren wir gemeinsam mit dem Hausbesitzer oder
Immobilienverwalter die notwendigen Gegenmaßnahmen. Denn der Inhaber beziehungsweise Betreiber der hauseigenen Wasserversorgungsanlage sowie der Immobilienverwalter zeichnen laut Fischer für
die einwandfreie Trickwasserqualität in seinem Objekt verantwortlich. Nach aktueller Rechtsprechung sei diese Maßnahme allerdings nur bei wiederkehrenden Beprobungen auf Spezies aus der
Legionellen-Gruppe umlagefähig. "Die von der Objektgröße abhängige Investition ist aber gut angelegt", erklärt der Wasser-Spezialist. Schließlich stellten Legionellen ein nicht zu
unterschätzendes Gesundheitsrisiko dar.

Hinweis: Die Royal-Service GmbH führt Beprobungen im gesamten Bundesgebiet durch. Die Probenahme erfolgt grundsätzlich durch qualifiziertes Fachpersonal und unter Laborbedingungen (sterile
Transportgefäße). Weitere Informationen finden Sie unter http://www.royal-immobilienservice.de

Wissenswertes über Legionellen

Die Bakteriengattung Legionella wurde erst 1976 nachgewiesen: Während einer Veranstaltung von Kriegsveteranen (Legionären) in Philadelphia/USA brach unter den Teilnehmern eine Epidemie aus,
an der mehr als 200 Menschen erkrankten und 30 verstarben. Verantwortlich für die Epidemie war vermutlich der Stamm Legionella pneumophila, der schwere Lungenentzündungen
(Legionärskrankheit) hervorrufen kann. Seit 2001 sind Legionelleninfektionen meldepflichtig.

Legionellen sind keine exotischen Bakterien, sondern finden sich in der Natur in nahezu allen Oberflächengewässern und sogar im Grundwasser. Von dort aus können sie sich – trotz technisch
üblicher Wasseraufbereitung – mit dem Rohwasser in Trinkwassersysteme gelangen. Legionellen leben in einer Art Mikrokosmos, beispielsweise im Biofilm von Wasserrohen und sogar in Wirtszellen
wie Amöben. Ihre Konzentration im Wasser hängt einerseits von längeren Verweilzeiten (Stagnation), geeigneter Nahrungsgrundlage und dem Säuregrad, andererseits von der Temperatur ab. Laut
aktueller Studien findet die Vermehrung in einem Temperaturbereich zwischen 25 bis 50 Grad statt, das optimale Wachstum liegt bei 35 bis 37 Grad. Erst ab 50 Grad wird das Wachstum gehemmt,
ab 55 Grad kommt es langsam zum Absterben, während Temperaturen über 60 Grad in der Regel nicht überlebt werden. In den Zysten (widerstandsfähige Dauerformen) von Amöben können Legionellen
allerdings großen Schwankungen bei der Temperatur und üblichen Maßnahmen bei der Trinkwasseraufbereitung widerstehen.

Eine Infektion durch Legionellen geschieht am häufigsten durch Einatmen der Erreger über ein aerosolhaltiges Luft-Wasser-Gemisch, beispielsweise beim Duschen. Laut Association of Water
Technologies ist eine Infektion auch beim Trinken beziehungsweise Schlucken erregerhaltigen Wasser nicht auszuschließen, da insbesondere bei Lungenkranken und Rauchern der Schluckreflex
nicht vollständig funktioniert und somit Flüssigkeit in den Atemtrakt und damit in die Lunge gelangen könnte. Eine Übertragung durch infizierte Personen ist nicht möglich, Wundinfektionen
sind äußert selten. Generell sind Personen mit einem immunschwachen Gesundheitszustand gefährdet. Dazu gehören vor allem ältere Menschen, Raucher, chronisch Kranke und durch akute
Behandlungen Geschwächte. Männer erkranken etwa doppelt so häufig wie Frauen. Typische Krankheitsbilder sind das Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Erscheinungen sowie die Legionellen-
Pneumonie mit teilweise schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden, die nur antibiotisch behandelt werden können und bei unbehandelten Fällen zum Tod ( lt. Deutsches Ärzteblatt 05/2006 bis
30.000 Todesfälle pro Jahr) führen können. Da die Symptome einer Legionellen-Infektion denen einer schweren Erkältung gleichen (wie Abgeschlagenheit, Husten, Fieber, Kopf- und
Gliederschmerzen), ist die eindeutige Diagnose oft problematisch.

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