Q.Cells: „Der Solar-Markt befindet sich in der Take-Off Phase“

Konzern löst Versorgungsproblematik beim Silizium durch Verträge mit Elkem Solar. Milner: „Kosten-senkungen zwischen 30 und 50 Prozent sind in den nächsten Jahren möglich.“ Q.Cells bestätigt Umsatz von 539,5 Millionen im Jahr 2006. Die Aktie zeigte sich am Dienstag von den Zahlen unbeeindrucktKonzern löst Versorgungsproblematik beim Silizium durch Verträge mit Elkem Solar. Milner: „Kosten-senkungen zwischen 30 und 50 Prozent sind in den nächsten Jahren möglich.“ Q.Cells bestätigt Umsatz von 539,5 Millionen im Jahr 2006. Die Aktie zeigte sich am Dienstag von den Zahlen unbeeindruckt.

Frankfurt a. M. Der Geschäftsbericht 2006, den der Vorstand des zweitgrößten Solarzellen-Herstellers Q.Cells jetzt in Frankfurt auf seiner Bilanzpresse- und Analystenkonferenz vorgestellt hat, ist ein Spiegelbild des positiven Marktklimas. Beflügelt von den guten Umsatzzahlen in den vergangenen Jahren wagte Anton Milner, Mitbegründer und Chief Executive Officer (CEO) der Q.Cells AG, in Frankfurt einen mehr als optimistischen Blick in die Zukunft. „Der Markt befindet sich in der Take-Off Phase“, sagte Milner dem Europressedienst mit Blick auf die Wachstumschancen der Branche. Nach dem Rekordjahr 2006 – Produktionssteigerung um 53 Prozent, Umsatzsteigerung um 80 Prozent verglichen mit dem Vorjahr – erwartet auch Hartmut Schüning, Chief Financial Officer des Konzerns, anhaltendes Wachstum auf dem Markt der Solarzellen. Weitere Umsatzsteigerungen von rund 30 Prozent für das laufende Jahr sind seiner Ansicht nach realistisch. Begründet wurde der Optimismus seitens des Konzerns durch zwei wesentliche Faktoren. Zum einen die Absicherung bei der Siliziumversorgung durch langfristige Verträge mit der norwegischen Elkem Solar, und zum anderen durch Kostensenkungspotentiale im deutlich zweistelligen Bereich. Auch die zunehmend bessere Effizienz der Zellen und die technischen Fortschritte im Dünnschicht-Segment tragen zur ungebremsten Euphorie bei. Der Konzern bestätigte daher seine Umsatzzahlen von 539,5 Millionen Euro für das Jahr 2006 erwartungsgemäß.

„Bei der Silizium-Versorgung bestens aufgestellt“
Entscheidend für eine langfristig stabile Aufstellung auf dem Markt der Solarzellen scheint nach Ansicht des Q.Cells-Vorstands die Diversifizierung der Geschäftsfelder zu sein. Zwar betonten Milner und Schüning gleichermaßen, dass sich das Unternehmen auch weiterhin auf sein Kerngeschäft – also rein auf die Herstellung von Solarzellen – beschränken werde, doch die Zukäufe innerhalb der letzten Monate zeigen, dass sich der Konzern in den nächsten Jahren wohl deutlich breiter aufstellen wird. Vorzeitig hat Q.Cells in diesen Tagen seine Anteile an den Schweizer VHF-Technologies von 23,44 Prozent auf nun 51 Prozent aufgestockt. Die Schweizer produzieren unter dem Markennamen „flexcell“ formbare Dünnschicht-Module auf der Basis von Kunststoffsubstrat. Auf dem Markt der Consumer-Applikationen katapultiert sich Q.Cells mit diesem Projekt an die Weltspitze. Einen wichtigen Schritt zur Absicherung der eigenen Expansionsbestrebungen, das unterstrich Anton Milner, unternahm Q.Cells im Februar 2006 mit der Unterzeichnung langfristiger Verträge zur Lieferung von metallurgischem Silizium. Partner ist hierbei die norwegische Elkem Solar. „Ich bin überzeugt, dass wir die Rohstoffproblematik unserer Branche gelöst haben“, so CEO Milner, der sein Unternehmen bezogen auf die Versorgungssicherheit bestens aufgestellt sieht.

Kostensenkung wird K.O.-Kriterium
Zunehmend wichtiger für eine erfolgreiche Positionierung auf dem Markt wird für die Unternehmen im laufenden Jahr die Kostensenkung. Nur so kann Q.Cells seine Marktposition behaupten und weiter ausbauen. Die prognostizierte Kostensenkung in der Branche um bis zu 50 Prozent in den nächsten Jahren will der Konzern aus Thalheim durch verbesserte Technologien erreichen. Hierzu zählen im Wesentlichen drei Faktoren: Die Steigerung des Wirkungsgrads, die Reduktion der Zellstärke und zunehmend größere Zellen-Formate. Allein von der Steigerung des Wirkungsgrads verspricht sich Milner eine Reduktion der Kosten um bis zu 20 Prozent. Pro gewonnenem Prozentpunkt auf Seiten des Wirkungsgrads rechnet er mit sieben Prozent niedrigeren Kosten. Auch die Reduktion der Zellstärke um zehn bis 15 Prozent soll noch einmal zweistellige Einsparungen (bis zu 15 Prozent) beim Endprodukt bringen. So errechnet Q.Cells für seine Produktpalette mögliche Kostensenkungen zwischen 30 und 50 Prozent.

„Ready for Take Off“ – Q.Cells startet durch
Mit zehn Prozent Marktanteilen im Jahr 2006 ist der Thalheimer Konzern derzeit die Nummer zwei der Welt im Bereich der Zellproduktion. Im Bereich der unabhängigen Zellhersteller sei Q.Cells dagegen schon heute Marktführer, so der Vorstand. Diese Marktanteile seien aber langfristige gesehen total uninteressant, so CEO Milner. „Wir müssen es schaffen, dass der Solarmarkt zu einem echten Massenmarkt wird. Unser Ziel muss es sein, zukünftig die Hauptanteile des gesamten Energiebedarfes aus dem Markt zu generieren. Den Boden für die nächsten Schritte in dieser Richtung bereiten wir jetzt vor“, sagte Milner gegenüber dem Europressedienst. Da wundert es kaum, dass der Konzern seine Belegschaft in diesem Jahr deutlich aufstocken will. 550 neue Mitarbeiter und Auszubildende wird Q.Cells dieses Jahr einstellen und zusätzlich seine Technologie-Abteilung von derzeit 100 auf etwa 180 Forscher aufstocken. Auf die Frage, welche Forschungsprojekte die neue Mannschaft vorantreiben solle, gab sich der Vorstand einsilbig. Man darf aber annehmen, dass die Entwicklung von Dünnschicht-Modulen weiter in den Mittelpunkt rücken wird.
Die Aktie zeigte sich von den guten Zahlen unbeeindruckt. Nach einem kurzeitigen Plus von drei Prozent lag der Kurs bei Börsenschluss am Dienstag bei 48,69 €, was einem Minus von 0,55 Prozent entspricht.

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