Erleichtert die Entscheidung: Softwaretool Faktor 10 für energetische Gebäudesanierung

Die Energieeffizienz von Gebäuden und die damit verbundene Reduzierung des CO2-Ausstoßes werden für die Zukunft immer bedeutender. So beschäftigt sich auch die Politik aktuell immer stärker mit diesem Thema. Die Europäische Union solle sich bindend verpflichten, die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent unter den Wert von 1990 zuDie Energieeffizienz von Gebäuden und die damit verbundene Reduzierung des CO2-Ausstoßes werden für die Zukunft immer bedeutender. So beschäftigt sich auch die Politik aktuell immer stärker mit diesem Thema. Die Europäische Union solle sich bindend verpflichten, die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent zu erhöhen, so Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Europarat in Brüssel. Der Handlungsbedarf wird damit immer größer.

Jedes Haus hat ein Energieeinsparpotenzial, das bei den meisten Gebäuden noch so gut wie ungenutzt ist. Deshalb wurde für die Umsetzung innovativer Sanierungsmaßnahmen bis Faktor 10 (Reduzierung des Primärenergiebedarfs um 90% = Faktor 10) ein Projektteam ins Leben gerufen, das sich im Zuge eines Forschungsprojektes des bayerischen Wirtschaftsministeriums intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt.

Unter dem Namen ARGE Faktor 10 haben sich die Industriepartner Maico, Knauf Gips, Marmorit und REHAU zusammengeschlossen, um zukunftsorientierte, schnittstellenoptimierte Systemlösungen zu entwickeln. Zusammen mit dem Energietechnologischen Zentrum Nürnberg etz, dem Architekturbüro Dr. Schulze Darup, dem Ingenieurbüro ebök, dem Softwarebüro IngSoft und den Generalunternehmern Mauss-Bau und Glöckle bilden sie das Projektteam EnergieRegion Faktor 10.

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Durchführung energieeffizienter Sanierungen und Modernisierungen mit 90-prozentiger Verbrauchsreduzierung. Durch technische Konzepte, übergreifende Schnittstellenlösungen und optimierte Bauabläufe ist dies wirtschaftlich und kostensicher realisierbar. Hierbei werden die Projekte in Abstimmung mit den verarbeitenden Firmen umgesetzt. Neben dem Einsatz von Passivhausbaukomponenten werden auch energiesparende Gebäudetechniken und die Nutzung regenerativer Energien in den Sanierungsobjekten verwirklicht.

Um Investoren, Wohnungsbaugesellschaften und Besitzern von Mietshäusern die Entscheidung zur Gebäudesanierung zu erleichtern, wurde nun in Zusammenarbeit mit der Firma Ingsoft das Softwaretool Faktor 10 entwickelt.

Mit überschlägigen Eingaben zum Gebäude wird eine vereinfachte Berechnung nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) durchgeführt, um die benötigten Werte wie Energieeinsparung zu ermitteln. So können wichtige Sachverhalte, unterschiedliche Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit anschaulich dargestellt werden. Diese Betrachtung kann für drei energetische Level (EnEV+40% oder EnEV, EnEV-30%, EnEV-50%) gleichzeitig erfolgen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung werden hierbei berücksichtigt. Dazu gehören die Kalkulationen zur Einhaltung der Warmmietneutralität sowie die Anrechnung der Modernisierungskosten.

Im Softwaretool sind zudem die aktuellen Förderprogramme hinterlegt, insbesondere die zinsgünstigen KfW-Kredite, die staatlich gefördert werden. Dabei ermittelt die Software aufgrund der Eingaben und der bauphysikalischen Ergebnisse, für welche Optionen die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllt sind.

Erst durch den Einbezug aller Aspekte lassen sich konkrete Aussagen zur Gesamtwirtschaftlichkeit treffen. Obwohl die Sanierungskosten für eine „Faktor 10-Sanierung“ im Vergleich zu einer Standardsanierung zunächst höher erscheinen, ergeben sich mittel- und langfristig deutliche Vorteile der energetisch hochwertigen Sanierung. In der Regel resultieren diese Vorteile aus der Senkung der Betriebskosten in Verbindung mit einer längeren Restnutzungsdauer der Gebäudebauteile im Rahmen einer optimierten Finanzierung.


Das Geschäftsfeld Bau ist eine tragende Säule des weltweit tätigen Polymerverarbeiters REHAU. Branchen¬spezifisches Know-how aus den drei Geschäftsfeldern Bau, Automotive und Industrie vernetzt REHAU konsequent, um auf Produkt-, Beratungs- und Service-Ebene mit Innovationen und ausgereiften Systemangeboten seine weltweit führende Position zu stärken. Mehr als 14.000 Mitarbeiter rund um den Globus erzielen für REHAU Wachstum und Erfolg. An über 170 Standorten sucht das unabhängige Familienunternehmen die Nähe zum Markt und zum Kunden.


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