Pfusch am BauFachgemeinschaft Bau wehrt sich gegen Pauschalverurteilung der Bauwirtschaft

Anlässlich des Bau-Skandals um Großprojekte wie dem Kölner und Düsseldorfer U-Bahn-Bau wehrt sich die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. gegen eine Pauschalverurteilung der Branche. Wolf Burkhard Wenkel, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau: „Die Mängel, die derzeit in den erweiterten Untersuchungen zum Pfusch am U-Bahn-Bau in Köln und Düsseldorf zutage treten, sind dramatisch. Trotzdem darf aufgrund der Verfehlungen, die auf das Konto einiger weniger schwarzer Schafe gehen, nicht eine gesamte Branche pauschal verurteilt werden. Der ganz überwiegende Teil der Bauunternehmer, insbesondere der mittelständischen, leistet qualitativ hochwertige Arbeit. Darauf sollten sich öffentliche Auftraggeber auch bei der Vergabe von Großprojekten künftig besinnen.“Die aktuelle Situation sei vor allem ein Problem von Großunternehmen wie beispielsweise Aktiengesellschaften, so Wenkel weiter: „Diese kalkulieren mit Dumpingpreisen und geben die eigentliche Bauausführung und die Verantwortung dafür in endlosen Subunternehmerketten ab. Fazit: Schwarzarbeit und mangelnde Qualität auf der Baustelle. Kommt es dann zum großen Knall, findet sich in Aktiengesellschaften niemand, der die Verantwortung übernehmen will.“

Der Verband spricht sich für einen Paradigmenwechsel bei der Vergabe von Bauaufträgen aus: „Im Vergabeprozess darf der Preis nicht mehr einziges Vergabekriterium sein. Denn vor allem der Sparzwang in den Verwaltungen und der Abbau von qualifiziertem Personal haben zu einem massiven Qualitätsverfall geführt.“ Der Verband plädiere daher dafür, dass Qualität als Kriterium bei öffentlichen Vergaben künftig neben dem Preis eine größere Rolle spiele. „Wir wollen, dass fortan jede Vergabe, auch an den billigsten Anbieter, begründet werden muss. Außerdem müssen Großprojekte mittelstandsfreundlicher ausgeschrieben werden. So können endlose Subunternehmerketten ohne klare Zuständigkeiten vermieden und Qualität in der Bauausführung gewährleistet werden.“

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