Bundesregierung entzieht eigenen Klimazielen die GrundlageIEU kritisiert Ausstieg aus KfW CO2-Gebäudesanierungsprogramm

Während in der Hauptstadt parteiübergreifend über eine beschleunigte Energiewende nachgedacht wird, streicht die Bundesregierung die Mittel für Energieeffizienz und Gebäudesanierung radikal zusammen. Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) kritisiert den jüngsten Eckwertebeschluss zum Haushalt 2012 als "deutlichen und überraschenden Rückschritt". Gleichzeitig zeigt die Initiative auf, wie vorhandene Mittel effizient eingesetzt werden können."Die Bundesregierung führt ihre eigenen Klimaziele ad absurdum", kommentiert Bernhard Funk, Sprecher der IEU, den Eckwertebeschluss. "Energieeffizienz ist ein entscheidender Schlüssel zu wirksamem Klimaschutz. Und das KfW CO2-Gebäudesanierungsprogramm war ein entscheidender Schlüssel zu mehr Energieffizienz", so Funk. Der Beschluss stehe in direktem Widerspruch zum Energiekonzept der Bundesregierung. Darin hatte es geheißen, dass "das bewährte CO2-Gebäudesanierungsprogramm […] fortgeführt und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten besser ausgestattet" werde.
 
Die inzwischen häufig durchgeführten Änderungen in der Förderpolitik führen zu einer massiven Verunsicherung der Hausbesitzer. Die Initiative fordert bereits seit Jahren stete und einfach zu beantragende Fördermittel sowie eine Verdoppelung des Fördervolumens. Um mit den vohandenen Mitteln das Klima in größt möglichem Umfang zu schonen, sollten sich alle finanziellen Sanierungsanreize technologie- und energieträgeroffen an der erzielten CO2-Einsparung bemessen. Funk: "Klimaschutz muss für Hausbesitzer bezahlbar sein - und dazu tragen auch staatliche Förderprogramme bei."
 
Auch ohne staatliche Förderung würden sich manche Investitionen in die Energieeffizienz für Hausbesitzer aber durchaus lohnen: Der Austausch eines alten Heizkessels gegen moderne Erdgas-Brennwerttechnik - eventuell in Kombination mit Solarthermie - sei eine hochwirtschaftliche Maßnahme und amortisiere sich je nach Situation bereits in weniger als sieben Jahren. Dies geht aus der Studie IEU-Modernisierungskompass 2011 hervor. Hausbesitzer, die die Mittel für eine grundlegende Sanierung des Gebäudes nicht aufbringen wollen oder können, sollten mit einem Anlagentausch beginnen. "Nach dem Anlagentausch spart der Haushalt Monat für Monat Energiekosten. Das schafft finanziellen Spielraum für weitergehende energetische Maßnahmen", erläutert Funk die Empfehlung zur Priorisierung.

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