Ökostrom-UmlageErmäßigung für die Industrie kostet Verbraucher rund 4 Milliarden Euro

Jeder Stromkunde in Deutschland entlastet die Industrie. Dies geschieht über den Umweg der Ökostrom-Umlage. Dieses Jahr macht sich der Effekt so stark wie nie zuvor bemerkbar. Nach Hochrechnungen des unabhängigen Stromanbieters FlexStrom zahlen die Verbraucher rund 4 Milliarden Euro, damit die Ökostrom-Umlage für große Konzerne sinkt. Zu den Profiteuren gehören Vattenfall, ThyssenKrupp, BASF, Bayer, Siemens und die Deutsche Bahn.Für jede Kilowattstunde Strom, die ein Haushalt dieses Jahr in Deutschland verbraucht, fließt 1 Cent allein in die Vergünstigungen für Industrieunternehmen in Form der Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage). Das ist so viel wie nie zuvor und macht die Ökostrom-Umlage unnötig teuer. Denn die Zahl der Anträge auf Vergünstigung ist sprunghaft gestiegen. Waren es 2009 noch 540 Anträge, so gibt das zuständige Bundesamt die Zahl der Anträge für 2013 mit 2057 an.

So haben auch einzelne Unternehmen von Vattenfall, ThyssenKrupp, BASF, Bayer, Siemens, Continental, ExxonMobile, Hochtief oder der Deutschen Bahn eine Reduzierung der EEG-Umlage beantragt. Stimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle dem jeweiligen Antrag zu, kann die Ökostrom-Umlage für diese Unternehmen um bis zu 99 Prozent reduziert werden. Das Problem daran: Was die großen Konzerne sparen, zahlen alle anderen Verbraucher drauf. Auf diese Weise werden Privathaushalte im laufenden Jahr wahrscheinlich mit rund 4 Milliarden Euro mehr belastet.

"Dieses System der Begünstigung ist für Verbraucher absolut ungerecht", sagt Robert Mundt, Gründer des unabhängigen Energieversorgers FlexStrom. "Wir brauchen hier bessere Mechanismen, um gerade private Stromkunden ganz klar zu entlasten", fordert Mundt. Die Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ist in den letzten Jahren immer wieder gestiegen und beträgt mittlerweile mehr als 5 Cent. Ein knappes Fünftel davon ist allein auf die Befreiung großer Unternehmen zurückzuführen.

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