Hohe Preisdynamik im Immobilienmarkt schwächt sich abBestands-Eigentumswohnungen noch mit starkem Preiswachstum

Die starke Dynamik der Immobilienpreise in den letzten Jahren hat sich abgeschwächt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Wohnimmobilienindex IMX von ImmoScout24. Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser im Bestand sind im ersten Quartal 2020 in geringerem Maße als in den letzten drei Quartalen gestiegen.Auch die Preisentwicklung für neugebaute Eigentumswohnungen hat sich mit im Schnitt mit 0,7 Prozent Preiswachstum abgeschwächt. Für neugebaute Häuser zeigt der aktuelle IMX für das erste Quartal 2020 erstmals seit Ende 2018 einen Rückgang der Angebotspreise um durchschnittlich 2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand stiegen im Vergleich zum vierten Quartal 2019 deutschlandweit hingegen weiter um 2,4 Prozent an. Die Corona-Pandemie hatte auf diese Trends eine untergeordnete Wirkung, da der Virus erst Mitte März ins öffentliche Bewusstsein rückte.

Preise für Bestandswohnungen steigen weiter an – für neugebaute Wohnungen flachen sie ab

Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Bestand stiegen im Jahresvergleich vom ersten Quartal 2019 zum ersten Quartal 2020 um durchschnittlich 8,6 Prozent. Im Quartalsvergleich setzte sich die Preisentwicklung auf einem konstanten Niveau fort (+2,5 Prozent vom dritten zum vierten Quartal 2019). Die Preisentwicklung für neugebaute Wohnungen schwächt sich hingegen allmählich ab. So stiegen die Neubau-Kaufpreise im bundesweiten Mittel im Vergleich zum letzten Quartal 2019 nur noch um 0,7 Prozent und entkoppeln sich damit weiter von der Preisdynamik im Bestand.

Preiswachstum für neue Einfamilienhäuser flacht ab

Für neugebaute Einfamilienhäuser zeigt der IMX von ImmoScout24 erstmals seit Ende 2018 eine negative Preisentwicklung gegenüber dem Vorquartal von durchschnittlich 2 Prozent. Bereits im IMX für das vierte Quartal 2019 zeigte sich, dass die Steigerung der Angebotspreise für Neubau-Häuser mit unter einem Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit 2018 lag. Gleichzeitig haben sich die Preissteigerungen für Einfamilienhäuser im Bestand abgeflacht. Die Angebotspreise stiegen in diesem Segment im Vergleich zum vierten Quartal 2019 in der bundesdeutschen Betrachtung nur noch um moderate 1 Prozent. „Die langanhaltende Preisdynamik im deutschen Immobilienmarkt scheint einen Höhepunkt erreicht zu haben. Eine eventuelle Kaufzurückhaltung durch die Corona-Pandemie können wir allerdings nicht bestätigen. Unsere Daten zeigen, dass die Nachfrage insbesondere in den großen Ballungszentren nach wie vor hoch ist, die Preise jedoch nicht mehr so rasant ansteigen”, sagt Ralf Weitz, Geschäftsführer von ImmoScout24. „Allerdings sind Bestands-Eigentumswohnungen nach wie vor sehr gefragt, weil sie als sichere und kostengünstigere Alternative zum Neubau angesehen werden. Diese anhaltend hohe Nachfrage resultiert in weiter steigenden Preisen in diesem Segment, insbesondere in den Großstädten.”

Bestandsmieten stagnieren seit Anfang 2019

Deutschlandweit haben sich die Preise für Mietwohnungen nach dem anhaltenden Wachstumstrend der vergangenen Jahre eingependelt. Der IMX für Angebotsmieten stagniert im gesamtdeutschen Schnitt seit Januar 2019 bei einem Indexwert um 141 Punkte. Damit befinden sich die Indexwerte für die Wohnungsmieten in der gesamtdeutschen Betrachtung seit mehr als einem Jahr auf dem gleichen Niveau.

Während deutschlandweit die Wohnungsmieten im Bestand stagnierten, sind die Wohnungsmieten mit –0,4 Prozent in Berlin im Vergleich zum vierten Quartal in 2019 rückläufig. Doch auch in Hamburg und Köln schwächt sich die Preisdynamik ab. Hier stiegen die Wohnungsmieten im Vergleich zum vierten Quartal 2019 nur noch um moderate 0,9 Prozent. In München stiegen die Mieten für Bestandswohnungen mit 1,6 Prozent und in Frankfurt am Main um 1,9 Prozent noch deutlich.

Auch in den Großstädten noch starke Preissteigerungen bei Bestands-Eigentumswohnungen

Die Städtebetrachtung der Kaufpreise zeigt ein ähnliches Bild wie der gesamtdeutsche Trend: Vor allem in der Hauptstadt Berlin stiegen die Angebotspreise für Bestands-Eigentumswohnungen im Jahresvergleich um 12,6 Prozent stark an. In Hamburg (+ 7,1 Prozent), Frankfurt am Main (+ 6,1 Prozent), und Köln (+ 5,6 Prozent) lag die Preissteigerung ebenfalls weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Quartalsvergleich zum vierten Quartal 2019 zeigt für Berliner Eigentumswohnungen im Bestand eine Preissteigerung von 3,4 Prozent. In Hamburg lieg diese bei 2,5 Prozent. In Frankfurt am Main und Köln stiegen die Angebotspreise für Bestands-Eigentumswohnungen mit jeweils 1,8 Prozent etwas geringer. In München sind die Angebotspreise für Eigentumswohnungen im Bestand auf einem hohen Niveau von 291,6 Indexpunkten nahezu konstant geblieben.

Wie in der gesamtdeutschen Betrachtung stagnierten die Preise für Neubau-Wohnungen in den Großstädten, im Vergleich zum vierten Quartal 2019 legten sie in Berlin nur noch um 0,3 Prozent zu und gingen mit 0,3 Prozent in Hamburg, 0,4 Prozent in Köln und 2,3 Prozent für Frankfurt am Main leicht zurück.

Für das Segment Neubau-Häuser zeigt der aktuelle IMX von ImmoScout24 einzig für Berlin im Vergleich vom ersten Quartal 2020 zum vierten Quartal 2019 eine Preissteigerung von durchschnittlich 1,5 Prozent. In Frankfurt am Main gaben die Angebotspreise für neugebaute Häuser um 0,9 Prozent, in Köln um 0,1 Prozent, in Hamburg um 1,3 und in München um 1,8 Prozent nach.

Die Angebotspreise für Einfamilienhäuser im Bestand stiegen im Jahresvergleich in Berlin noch um 1,4 Prozent. Im ersten Quartal 2020 kam es im Vergleich zum vierten Quartal 2019 nur noch zu einem moderatem Preiswachstum von durchschnittlich 0,6 Prozent. Während in Frankfurt am Main die Preise im Jahresvergleich noch um 4 Prozent stiegen, zeigt der aktuelle IMX von ImmoScout24 nun eine negative Preisentwicklung von 0,5 Prozent. Hingegen stiegen die Preise im Jahresvergleich in Hamburg um 1,6 Prozent und in Köln um 2,6 Prozent. Im Quartalsvergleich zum vierten Quartal 2019 gab es in dem Segment einen Preiswachstum von 2,0 Prozent in Hamburg und 1,5 Prozent in Köln.

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