Offener Kamin muss kein Luxus sein: Selbstgebaute Behaglichkeit

Was ist in der kalten Jahreszeit angenehmer als ein Kamin oder Kachelofen, um den man sich versammeln kann wie um ein gemütliches Lagerfeuer? Dem Spiel des Feuers zuzusehen und dem Knistern des Holzes zu lauschen, fasziniert schon seit Urzeiten die Menschen. Deshalb wird ein offener Kamin beim Hausbau auch häufig gleich mit eingeplant. Aber auch Besitzer älterer Häuser können sich diesen Traum erfüllen und nachträglich einen Kamin einbauenWas ist in der kalten Jahreszeit angenehmer als ein Kamin oder Kachelofen, um den man sich versammeln kann wie um ein gemütliches Lagerfeuer? Dem Spiel des Feuers zuzusehen und dem Knistern des Holzes zu lauschen, fasziniert schon seit Urzeiten die Menschen. Deshalb wird ein offener Kamin beim Hausbau auch häufig gleich mit eingeplant. Aber auch Besitzer älterer Häuser können sich diesen Traum erfüllen und nachträglich einen Kamin einbauen. Allerdings ist zunächst einmal der Schornsteinfeger zur fragen, ob die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Wer handwerklich geschickt ist, kann einen Kamin oder Kachelofen sogar selber bauen. Weil sich der massive Baustoff Porenbeton leicht und sicher verarbeiten lässt und dabei sehr gute wärmetechnische Eigenschaften bietet, wird er von Selbermachern gerne für die Verkleidung und für den Sockel verwendet.

Wegen des geringen Gewichts von Porenbeton führt ein nachträglicher Einbau eines offenen Kamins im Allgemeinen nicht zu kritischen Belastungen normal ausgelegter Decken. Für den Feuerraum selbst kommen nur feuerfeste Materialien in Frage Die Verkleidung und der Sockel müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und gegen Wärmebeanspruchung widerstandsfähig sein. Dies erfüllt Porenbeton als nichtbrennbarer Massivbaustoff, der der Baustoffklasse A1 angehört. Aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit ist die Temperaturerhöhung auf der dem Feuer abgewandten Seite gering.

Offene Kamine müssen allseitig verkleidet werden. Hier eignen sich Porenbeton-Plansteine oder –Planbauplatten. Die Verkleidung wird zu den Gebäudewänden als Vormauerung ausgeführt. Da Plansteine mit äußerst geringen Maßtoleranzen gefertigt werden, können sie mit Dünnbettmörtel vermauert werden. Porenbetonsteine mit Nut und Feder brauchen außerdem nur im Lagerfugenbereich vermörtelt zu werden, im Stoßfugenbereich werden sie knirsch aneinandergestoßen. Dasselbe gilt für die Planbauplatten, die lediglich geringere Wanddicken aufweisen. Um die Sockelstützen zu errichten, die das Eigengewicht des Kamins abtragen, ist Porenbeton ebenfalls geeignet.

Ein offener Kamin muss so beschaffen sein, dass sich die freien Oberflächen der Verkleidung und die Oberflächen von Nischen für die Brennstofflagerung höchstens auf 85°C erwärmen können. Bei Oberflächen aus mineralischen Baustoffen, wie z.B. Porenbeton, beträgt der Wert 120°C, ausgenommen Flächen, auf die Gegenstände gelegt werden können. Dies gilt nicht für Türen und Bauteile, mit denen der Feuerraum verschlossen wird.

Ist der Neubau eines Schornsteines notwendig, stehen darüber hinaus Formsteine aus Porenbeton für die Ummantelung zur Verfügung, die dann ein zusätzlich gedämmtes Rohr im Innern umkleiden. Sie werden ebenfalls mit Dünnbettmörtel vermauert. Die zum System gehörenden Rauchrohre und Abgasleitungen sind Stecksysteme, die bei der Montage wenig Zeit kosten.


Und so wird’s gemacht:
Zunächst wird der Untersims auf dem Fußboden aufgelegt und der Außenriss aufgezeichnet. Um einen Überstand zu berücksichtigen, wird nach innen versetzt eine Linie gezogen. Entlang dieser Linie kann nun der Porenbeton-Sockel aufgemauert werden. Im nächsten Schritt wird das Innenleben des Kamins, wie in der Anleitung des Herstellers beschrieben, aufgebaut. Sobald dieses steht, kann mit der Ummauerung, Vormauerung und Verkleidung begonnen werden. Hier kommt dann wiederum Porenbeton zum Einsatz. Da ein offener Kamin oft über Eck gebaut werden soll, sind relativ viele Schrägschnitte erforderlich. Gerade in diesem Fall sind die Verarbeitungsvorteile des Porenbetons von unschätzbarem Wert, da sich Passstücke einfach zusägen lassen. Auch Rundbögen und Halbrundelemente können so auf einfache Weise erstellt werden. Zum Schluss ist die Porenbetonoberfläche nur noch mit einem Putz zu versehen. Er wird vollflächig über ein Putzgewebe aufgetragen.

Der beschriebene Aufbau eines Kamineinsatzes dient nur als vereinfachtes Muster. Zu jedem Bausatz gehört eine ausführliche Anleitung des Herstellers, die genau zu beachten ist und die die Anforderungen der DIN 18895-1 und die Bestimmungen berücksichtigt, die anlässlich der Registrierung des offenen Kamins festgelegt worden sind. Um das Zusammenwirken von Schornstein, offenem Kamin und Zugluft richtig zu berechnen, ist die Beratung eines Fachmanns unbedingt erforderlich.
Weitere Informationen unter www.bv-porenbeton.de.


Info-Kasten:
Aufgrund der bisherigen Erfahrungen und in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima wurde folgende Empfehlung für den Einsatz von Porenbeton bei offenen Kaminen erarbeitet: Bauteile aus Porenbeton sind für eine innere Dauertemperaturbelastung bis 150°C geeignet. Bis zu diesem Temperaturbereich ist eine Beeinflussung der Druckfestigkeit nicht zu berücksichtigen. Der Porenbeton muss mindestens der Rohdichteklasse 0,5 nach DIN 4166 bzw. DIN V 4165 entsprechen. Die Festigkeitsklasse analog zu DIN V 4165 muss mindestens Festigkeitsklasse 2 sein. Bei Verwendung sind die vom Hersteller empfohlenen Bindemittel (Dünnbettmörtel und Füllmörtel) zu verwenden. Diese Mörtel können auch auf die inneren Oberflächen aufgezogen werden, um einen möglichen Abrieb zu vermeiden. Für die bestimmungsgemäße Wärmeabgabe ist hochwärmedämmender Porenbeton nicht geeignet.

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